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Alt 15.06.2006, 20:29
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
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Standard Frühgeborene - Große Sorgen um kleine Menschen

Die Anzahl der frühgeborenen Kinder hat sich in den letzten Jahren stark erhöht. Knapp 50.000 Babies - etwa jedes 15. - kommen heute in Deutschland zu früh ( = nicht reif, vor der abgeschlossenen 37. Schwangerschaftswoche) auf die Welt, das sind fast 50% mehr als noch vor 30 Jahren.

Für die steigende Anzahl frühgeborener Kinder gibt es verschiedene Gründe:
  • Fortschritte in der Forschung und Intensivmedizin,
  • Häufung der Mehrlingsschwangerschaften durch den vermehrten Einsatz reproduktionsmedizinischer Verfahren (generell erhöhtes Risiko der Frühgeburtlichkeit bei Zwillingen und Mehrlingen),
  • die Möglichkeiten des frühen und geplanten (oder des notfallmässigen) Kaiserschnitts unter Hinzuziehung von Neonatologen zur optimalen medizinischen Versorgung des Frühgeborenen,
  • bessere Vorsorge in der Schwangerschaft (und damit die verbesserte Chance auf ein Austragen des Kindes bis zu einem Zeitpunkt, zu dem die Wahrscheinlichkeit des Überlebens gross genug ist),
  • sowie Regelwidrigkeiten im Schwangerschaftsverlauf oder (schwangerschaftsbedingte) Erkrankungen der Mutter oder des Ungeborenen, die eine vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft zur Folge haben oder notwendig machen.
Heute überleben selbst extreme Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht weit unter 1000 g und einem Schwangerschaftsalter von weniger als 28 Wochen. Die durchschnittliche Überlebensrate für Frühgeborene liegt heute bundesweit zwischen 80 und 90% und hat sich damit in den letzten 20 Jahren erheblich verbessert.

[…] "Noch deutlicher werden die Ergebnisse, wenn man eine Unterteilung in die Gewichtsklassen über und unter 1000 g Geburtsgewicht vornimmt. […] Hier ist auch in großen Studien die Entwicklung der Überlebensrate von etwa 50% in den 60´er Jahren auf etwa 85% in den 80´er Jahren bis auf deutlich über 90% seit 1991 zu verzeichnen. Bei den extrem kleinen Frühgeborenen liegen die Berliner Ergebnisse mit heute fast 75% Überlebenden im oberen Bereich auch multinationaler Studien. Die untere Grenze mit einer 50% Überlebenschance wird derzeit mit etwa 24 vollendeten Schwangerschaftswochen bzw. einem Geburtsgewicht von 700 g benannt." […]
aus: "Ein kleiner historischer Abriß unter besonderer Berücksichtigung der sehr kleinen Frühgeborenen" Klinikum Berlin-Buch, II. Klinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Neonatologie

Mit den Möglichkeiten der Intensivmedizin und der damit verbundenen Überlebenschance erhöht sich jedoch auch das Risiko von bleibenden Schäden und/oder erheblichen Entwicklungsverzögerungen. Nur jedes 3. Frühgeborene entwickelt sich normal.

Ein Frühchen kann von Geburt an fühlen, riechen, sehen, schmecken und tasten. Oft sind die ersten Erfahrungen in dieser Welt schmerzhaft, die ersten Berührungen tun weh; Schock, Stress und Schmerzen können Auswirkungen auf die spätere seelische und körperliche Entwicklung haben.

Sanfte Betreuung und optimale medizinisch notwendige Behandlung in Einklang zu bringen, stellt eine Herausforderung für Geburtshelfer, Kinderärzte, Pflegepersonal und Eltern dar. Erschwerend kommt die vielerorts desolate Situation im Pflegebereich hinzu: zu wenig geschultes Personal ist für zu viele Intensivpatienten zuständig und verantwortlich. Zeit zur psychologischen Betreuung der Eltern bleibt oft kaum.

Die Geburt eines zu früh geborenen Kindes ist für die Eltern in aller Regel ein Schock. Sie erfolgt meistens unerwartet und somit ohne die Möglichkeit der Vorbereitung. Häufig ist die Mutter durch die (Kaiserschnitt-)Geburt geschwächt und kann nicht unmittelbar und in vollem Umfang Kontakt zu Ihrem Baby aufnehmen. Der frischgebackene Vater fühlt sich oft überfordert in dem Bewusstsein, sich um die Mutter und das Baby kümmern zu müssen, ohne richtig zu wissen, was er eigentlich tun kann. Hilflosigkeit, Angst und Verzweiflung sind die ersten überwältigenden Gefühle bei Eltern von Frühgeborenen.

Die zumeist unbekannten Abläufe in der intensiv-medizinischen Versorgung - wie Intubation, parenterale Ernährung, Infusionstherapien, Monitoring und technische Diagnoseverfahren - tragen zumindest anfänglich dazu bei, Unsicherheiten, Zweifel und Ängste zu verstärken. Nicht selten sind wochen- oder monatelange Klinikaufenthalte notwendig, bis das Baby in die häusliche Pflege entlassen werden kann. Die neonatologische Abteilung wird zum (zweiten) Zuhause, der Alltag gerät völlig aus den Fugen, nichts ist mehr so wie früher, nichts hat Bestand, das Befinden des kleinen Patienten kann sich jederzeit ändern. Es ist unschwer vorstellbar, dass eine solch ungewisse Situation das seelische Gleichgewicht der Eltern (und Geschwisterkinder) erheblich erschüttert.

Die Pflegekonzepte der Neonatologischen Abteilungen unserer Kinderkliniken beinhalten heute den engen Kontakt zwischen Eltern und ihren Neugeborenen, so klein und zerbrechlich sie auch sein mögen. Der frühe und enge (Haut-)Kontakt zwischen Eltern und Kind trägt ganz erheblich zum Gedeihen bei und fördert eine vertrauensvolle Bindung.

Mit dieser Aufgabe sind die Eltern von Anfang an gefordert, die Verantwortung für ihr Kind mit zu übernehmen, was aber auch eine grosse Belastung und Herausforderung darstellen kann - abhängig von den persönlichen Lebensumständen. Für die meisten Eltern ist allerdings die "tatkräftige" Hilfe im Umgang mit dem Baby Balsam für die Seele.

Ausser Frage steht, dass die Geburt eines Frühchens für die Eltern eine erhebliche seelische (und körperliche) Belastung bedeutet. Angst und Sorge um das kleine Menschenkind bringt sie von heute auf morgen in eine Situation, in der sie Hilfe, Verständnis und Unterstützung von Angehörigen, Freunden und dem betreuenden medizinischen Fachpersonal dringend brauchen.

Initiativen und Selbsthilfegruppen - häufig von Betroffenen und Fachleuten in Kooperation gegründet - haben es sich zur Aufgabe gemacht, Hilfe und Unterstützung anzubieten und Informationen zu allen Fragen im Themenbereich Frühgeborene publik zu machen, um damit die Situation von Frühgeborenen und ihren Eltern zu verbessern, auch im Hinblick auf das Zusammenleben und die Betreuung eines pflegebedürftigen Kindes. Sie vermitteln Kontaktadressen, stehen mit Rat und Tat zur Seite und sorgen so für ein Stück Sicherheit und Zuversicht in einer ungewissen Lebenssituation.
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  #2  
Alt 15.06.2006, 20:33
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evma evma ist offline
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frühgeborene kinder gehören in der gesammten kleinkind,kinder jugenzeit in eine intensve betreuung.so das folgeschäden aufgrund der frühgeburt rechtzeitig erkannt werden.
folgeschäden können auch eine einfache lehrnbehinderung sein,und müssen nicht unbedingt mir schwerer körperlicher behinderung eins sein.
kaum ein extrem frühgeborenes erreicht später einmal eine weiterführende schule.deswegen ist es auch so wichtig sie ganz intensiv von geburt bis weit ins jugenalter zu betreuen,vor allen dürfen die kids niemals denken sie sind zu dumm zum lehrnen ,es gehört ihnen von klein auf erklärt das es eine folge von der frühgeburt sein kann
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  #3  
Alt 15.06.2006, 21:21
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Mary Mary ist offline
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"nicht reif" ... "noch nicht bereit" ... das hat auch einen Einfluß auf die seelische Entwicklung.

Oft helfen da auch ganzheitliche Ansätze: Musiktherapie z. B. kann die Seele erreichen und sie mit dem Körper harmonisieren.

Ein sehr beeindruckendes Beispiel findet Tag für Tag im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke statt. Dort erhalten die Frühchen schon auf der Intensivstation eine Musiktherapie mit einer speziell für Frühchen entwickelten Leier. (Ahornholz und mit Goldsaiten bespannt - ein sehr hoher, klarer Ton)

Während der Musiktherapie werden sämtliche überwachten Körperfunktionen harmonischer. Dies kann man also mit der Aparatemedizin nachweisen.

Sicher gibt es weitere ganzheitliche Ansätze, mit denen man diesen kleinen Menschen, die noch nicht bereit waren, das heimelige Nest in Mamas Bauch zu verlassen, helfen kann.

Inzwischen wird ja in wohl allen Kliniken der Körperkontakt zu den Eltern gefördert. Auch das ist sicherlich sehr wichtig. Geruch und Herzklopfen, Wärme und Geborgenheit ...
__________________
... schön Dich zu lesen ...


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  #4  
Alt 15.06.2006, 21:28
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ja die weiterentwicklung gerade in diesen bereich hat enorme fortschritte gemacht,und auch durch die ganzheitliche bereung sind behinderungen von extrem frühgebornen nicht unbedingt mehr an der tagesordnung.
eine reine vermuttung meinerseits ist,das kinder die nach der geburt keinen körperkontakt hatten und lange zeit im wärmebett waren .leichter redadierungen aufzeichnen als kinder egal welches gewicht sie hatten die von anfang an in liebevoller zärtlicher umgebung sind.
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  #5  
Alt 15.06.2006, 22:11
Benutzerbild von Mary
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Zitat:
Zitat von evma
ja die weiterentwicklung gerade in diesen bereich hat enorme fortschritte gemacht,und auch durch die ganzheitliche bereung sind behinderungen von extrem frühgebornen nicht unbedingt mehr an der tagesordnung.
eine reine vermuttung meinerseits ist,das kinder die nach der geburt keinen körperkontakt hatten und lange zeit im wärmebett waren .leichter redadierungen aufzeichnen als kinder egal welches gewicht sie hatten die von anfang an in liebevoller zärtlicher umgebung sind.

... sicher hat das einen großen Einfluß ...

Ein weiterer: Neugeborene können in der ersten Zeit nur*** die Stimme der Mutter und ihren (Mamas) Herzschlag hören. Wenn das Kind ruft, aber keine Antwort von der Mama bekommt, ist sicher auch Angst im Spiel ...

Ein Tipp für werdende Väter und nahe Bezugspersonen: Neugeborene können die Stimmen der Väter und anderer Menschen schon während der Schwangerschaft kennenlernen und sie dann auch nach der Geburt vernehmen, wenn man mit ihnen über die Knochenschwingung spricht. Also nicht über den Bauch sprechen, sondern am Nacken der Schwangeren. So wird die Stimme über die Knochenschwingung weitergegeben und das Ungeborene lernt die Stimme kennen ... dann soll diese Stimme (wenn es regelmäßig zu hören war) auch nach der Geburt so vertraut und hörbar sein wie die Stimme und der Herzschlag der Mutter ...

Leider kann ich dazu keine Quelle benennen - das hatte ich mir bei meinem Seminar zur Musiktherapie gemerkt, weil ich es so faszinierend fand.

LG

Mary

***= ebenso hörbar sind sehr helle und klare Klänge ... daher in der Musiktherapie auch die Leier aus Ahornholz mit der Goldsaitenbespannung

... helles Holz klingt meist auch Hell ... Kirsche zum Beispiel klingt tiefer und sehr warm

... Goldsaiten (in Einzelfertigung hergestellt) klingen ebenfalls sehr hell und klar ... Silber oder Stahl klingen tiefer und auch nicht ganz so klar (für die ungeübten Normalohren ist es vermutlich nicht hörbar - aber für ein geschultes Ohr halt schon)

Für Frühchen oder Hirnverletzte benötigt man helle und klare Töne.
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