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  #1  
Alt 10.08.2006, 19:25
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evma evma ist offline
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KISS Kopfgelenk - Induzierte SymmetrieStörungen im Säuglings- und Kleinkindalter

Der Begriff KISS steht für Kopfgelenk-Induzierte SymmetrieStörung und macht auf den Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Fehlfunktionen im Bewegungsapparat und hier insbesondere am oberen Wirbelsäulenpol, den so genannten Kopfgelenken, sowie der Entstehung von Entwicklungsstörungen im Säuglings- und Kleinkindalter aufmerksam. Wir nennen solche Fehlfunktionen Kopfgelenksblockierungen.

Die daraus resultierenden Entwicklungsstörungen können vielschichtig sein und sind für sich allein genommen nie typisch für eine KISS-Symotomatik. Erst die Kombination von derartigen Auffälligkeiten lässt an eine KISS- Problematik denken. Daher sollten betroffene Säuglinge und Kleinkinder immer beim Kinderarzt vorgestellt und diesbezüglich untersucht werden.

Die meisten Säuglinge reagieren mit Haltungsauffälligkeiten. Einige liegen wie ein "C" im Bettchen und schauen vermehrt in eine Richtung. Dadurch plattet sich der Hinterkopf seitlich ab und es entsteht eine asymmetrische Schädelform. Darüber hinaus kann man nicht selten eine Asymmetrie des Gesichtes erkennen, oft erscheint eine Gesichtshälfte kleiner (KISS I).
Andere überstrecken sich stark und biegen sich nach hinten durch ("Flitzebogenhaltung"). Sie können zwar mehr oder minder den Kopf in beide Richtungen drehen aber im Liegen wird der Hinterkopf durch die fixierte Rückbeuge vermehrt belastet und es entwickelt sich eine in der Mitte gelegene Schädelabplattung mit haarlosem kreisrunden Gebiet, dem "KISS-Fleck" (KISS II).

Viele Säuglinge weisen kombinierte Haltungsstörungen auf (z.Bsp. Kopfeinseitig gedreht und überstreckt), oft ist jedoch eine Komponente führend.

Darüber hinaus entstehen durch die Fehlhaltung auch motorische Auffälligkeiten, das Kind durchläuft die Meilensteine der Säuglingsentwicklung verspätet oder in weniger optimalen Mustern. Manche Kinder überspringen entsprechende Stadien sogar oder ersetzen beispielsweise das Krabbeln durch "Po-Rutschen".

Häufig bestehen so genannte vegetative Symptome. Auch hier können ganz unterschiedliche Beschwerden auftreten. So berichten zahlreiche Eltern über abendliche Schreiattacken ihrer Kinder, andere Säuglinge spucken vermehrt, sabbern viel oder es treten ein-/beidseitige Stillprobleme auf. Einige schlafen schlecht und machen selbst nach dem ersten Geburtstag die Nacht zum Tag. Manche Babys sind wiederum ganz "brave" Kinder und fallen nur auf, weil sie "bewegungsfaul" sind und motorische Entwicklungsrückstände bestehen.

Eine ausführliche Beschreibung möglicher Symptome ist unter KISS I und KISS II zusammengefasst.

Das Konzept der Kopfgelenk-Induzierten Symmetriestörung soll auf den Zusammenhang von Wirbelsäulenfehlfunktionen und Abweichungen von der normalen Säuglings- und Kleinkindentwicklung hinweisen, da derartige Zusammenhänge immer noch weitgehend unterschätzt werden. Wenn im Einzelfall eine solche Relevanz nachgewiesen werden kann, bietet die Manuelle Therapie eine einfache und risikoarme Behandlungsmöglichkeit.
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  #2  
Alt 10.08.2006, 19:28
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KISS Kopfgelenk - Induzierte SymmetrieStörungen im Säuglings- und Kleinkindalter

KISS I
KISS I-Kinder weisen eine Symmetrieabweichung in der Rechts- Links- Ebene auf. Sie schauen fast immer nur in eine Richtung (z. Bsp. nur nach rechts) und neigen den Kopf leicht zur Gegenseite (hier li). Durch die einseitige Lage plattet sich das Hinterhaupt schon nach kurzer Zeit mehr oder minder stark ab (in unserem Beispiel rechts), es entwickelt sich eine Schädelasymmetrie. Grund dafür ist der noch sehr weiche und nicht verknöcherte Hirnschädel beim jungen Säugling. Immerhin nimmt der Kopfumfang in den ersten 3 Monaten um 5-6 cm zu. Die Hirnentwicklung wird durch diese Schädelasymmetrie nicht beeinträchtigt. Darüber hinaus kann man bei vielen KISS I-Babys auch eine Gesichtsasymmetrie beobachten, dann erscheint eine Gesichtshälfte kleiner. Im typischen Fall liegt diese auf der Gegenseite der Hinterhauptabplattung, also bei unserem Beispielkind links. Diese Gesichtsasymmetrie bildet sich nach einer Behandlung meist innerhalb von wenigen Wochen zurück, die Hinterkopfabplattung braucht da schon wesentlich länger (bis zum 5. Lebensjahr) oder bleibt bei ausgeprägten Befunden auch darüber hinaus noch nachweisbar.

Viele Kinderärzte empfehlen den Eltern, das Köpfchen mit Polstern zu unterlagern oder das Bettchen umzustellen. Bei sehr jungen Babys (Frühgeburten) oder solchen mit nur leicht ausgeprägter Problematik reicht dies durchaus aus um eine Schädeldeformierung zu verhindern.
Asymmetrische Stirnausbildung

bei Gesichtsasymmetrie
Neu – und Frühgeborene sowie sehr junge Säuglinge haben noch keine ausreichende Kopfkontrolle und auch die Spontanmotorik ist noch nicht soweit entwickelt, dass sie ihren Kopf ganz allein nach rechts und links drehen können. Hier macht das richtige Lagern Sinn.

Liegt dem jedoch eine Funktionsstörung der Kopfgelenke zugrunde, stellt sich die einseitige Kopfwendung recht schnell wieder ein. Insbesondere entwickeln die Kinder ab cirka 3. Lebensmonat (8 Wo) schon so viel Spontanmotorik, dass sie innerhalb kurzer Zeit wieder in ihrer gewohnten (Zwangs-) Haltung liegen. Versucht man das Köpfchen vorsichtig zur Gegenseite zu drehen, dann gelingt dies nicht ausreichend und ruft lautstarken Protest des Kindes hervor. Auch bemerkt man beim Mützchen aufsetzen oder beim Hals waschen eine Überempfindlichkeit im Nackenbereich.

Eine weitere wichtige Auffälligkeit bei KISS I- Kindern im Säuglingsalter ist ihre C-Haltung, die vom Kopf bis zum Becken reicht. Diese Schiefhaltung kann man in fast allen Positionen finden, ob im Bettchen oder auf dem Schoß. Die Arme und Beine werden oft an der Innenseite des "C" weniger bewegt und weisen Rückstände in der motorischen Entwicklung auf. So kann man dann eine einseitige Faustungstendenz der Hand (z. Bsp. beim Unterarmstütz jenseits des 3. Monats oder beim Handstütz ab dem 6. Lebensmonat) finden. Insgesamt sind KISS I- Kinder oft motorisch entwicklungsverzögert (nur einseitiges Drehen, asymmetrisches Robb- oder Krabbelmuster u.v.a.m.) ohne dass ein Hirnschaden vorliegt. Nach einer entsprechenden Behandlung holen sie daher ihre Rückstände schnell auf.
Bei genauer Untersuchung können auch Asymmetrien in der Grundspannung der Muskulatur zwischen rechter und linker Körperhälfte festgestellt werden. Diese können zu Hüftreifungsverzögerungen (meist an der Innenseite des "C"), "Po"-Faltenasymmetrien oder Auffälligkeiten in Bezug auf die Fußstellung (z. Bsp. "Sichelfüßchen") führen.

Wenige KISS I- Kinder weisen nur diskrete Zeichen einer Entwicklungsstörung auf oder zeigen wechselnde Haltungsauffälligkeiten. Auch hier sollte in Verbindung mit dem Kinderarzt das weitere Vorgehen besprochen werden. Insbesondere in den ersten 3 Lebensmonaten lösen sich viele "Verspannungen" auch spontan.
Länger bestehende Auffälligkeiten sollten jedoch nicht bagatellisiert werden.

Die folgenden Symptomgruppen sind weder für ein KISS I noch für ein KISS II typisch, insbesondere da ja die meisten Kinder (wie bereits erwähnt) von beiden Komponenten etwas haben. Sie sollen daher gemeinsam abgehandelt werden. Andererseits kann bei hier zugeordneten Kindern die Haltungsauffälligkeit im Hintergrund stehen oder sogar fehlen.

Auch sei nochmals betont, dass diese Auffälligkeiten ähnlich wie die o.g. Haltungsstörungen durch viele andere Erkrankungen hervorgerufen werden können und immer einer qualifizierten ärztlichen Kontrolle bedürfen.


Geändert von evma (10.08.2006 um 19:31 Uhr).
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  #3  
Alt 10.08.2006, 19:34
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Schreikinder / Dreimonatskoliken
Wie der Name schon sagt schreien diese Babys sehr viel und lassen sich nur schwer (oder nicht) beruhigen. Die Schreiattacken treten besonders abends und nachts auf und halten meist einige Stunden an. Erfahrungsgemäß klingen diese Schreiphasen bis zum 3. Lebensmonat ab und auch die begleitenden Blähungen verschwinden. Doch wo ist die Grenze zwischen normaler Anpassung an das Leben außerhalb der Gebärmutter und vielleicht anderweitigen Gesundheitsstörungen ? In der Medizin geht man von einer natürlichen d.h..normalen täglichen Schreidauer von weniger als 3 Stunden aus. Schreit ein Kind mehr als 3 Stunden am Tag und das über mehr als 3 Tage hintereinander wählt man die Bezeichnung Schreikind und empfiehlt eine entsprechende ärztliche Kontrolle. Diese hat dann wiederum eine Fülle von wichtigen Erkrankungen zu berücksichtigen. Trotz ausführlicher Diagnostik findet sich jedoch bei den meisten Kindern kein krankhafter Befund und die Kinder werden nach Hause geschickt oder zur nächsten Schreiambulanz. Nicht umsonst gilt die Dreimonatskolik in medizinischen Fachkreisen als Mysterium.

Je weniger man den Beschwerden dieser Babys ausgesetzt ist, wird man den Eltern raten abzuwarten bis sich die Natur selber hilft. Angesichts schreiender Babys und verzweifelter Eltern ist hier jedoch ein manualmedizinischer Behandlungsansatz gerechtfertigt. Anfangs berichteten die Eltern bei der Kontrolluntersuchung ihres KISS- Kindes ganz nebenbei, dass "...übrigens schon wenige Tage nach der Therapie auch die Schreiattacken verschwanden". So zeigte sich im Laufe der Jahre, dass bei entsprechender Vordiagnostik mehr als 60 % dieser Babys durch Manualtherapie geholfen werden konnte.

Haare raufen und Headbanging

Einige KISS - Kinder ziehen sich tags und nachts derart an den Haaren, dass haarlose Flecke entstehen oder sie schlagen in entsprechendem Alter immer wieder mit dem Kopf ans Bettgestell. Auch dies kann Ausdruck der Überempfindlichkeit in der Nacken- Kopfregion sein und verschwindet nicht selten nach erfolgreicher Behandlung. Unter der Rubrik KIDD wird uns die Abneigung gegen Berührungen bei älteren Kindern wieder begegnen.

Sabbern und Schluckbeschwerden/Spucken
Untrügliches Zeichen für eine Mundschlussstörung mit vermehrtem Speichelfluss ist das fast obligate Halstuch, das vermeiden soll, dass die Kinder mehrmals umgezogen werden müssen. Hier bestehen nicht selten Steuerungsprobleme der Mund- und Schlundmuskulatur, die auch durch Halswirbelsäulenfehlfunktionen mit ausgelöst werden können. Ähnliches gilt für Schluckstörungen und häufiges Spucken. Hier gilt es an andere Ursachen zu denken bzw. durch Lösung der bestehenden Wirbelfunktionsstörung den Zusammenhang mit einer KISS – Problematik zu bestätigen.

Unklare Fieberschübe
Sie bedürfen in erster Linie immer einer ausführlichen kinderärztlichen Untersuchung um insbesondere infektiöse und nichtinfektiöse Ursachen auszuschließen oder zu behandeln.
Dennoch findet man gelegentlich trotz ausführlicher Diagnostik keine Ursache. Natürlich kann auch eine Wirbelsäulenproblematik für sich genommen kein Fieber auslösen. Ähnliches gilt auch für das "Zahnfieber". Nichts desto weniger haben viele Säuglinge im Rahmen der Zahnung auch Fieberschübe. Mit anderen Worten können Babys bei ungewöhnlichen Belastungen (Zahnen) in ihrer Infektabwehr derart geschwächt werden, dass es zu unspezifischen Reaktionen des Organismus mit Fieber kommt. Vermutlich kann auch die bestehende Kopfgelenksblockierung im Einzelfall eine solche ungewöhnliche Belastung darstellen. Dies besonders dann, wenn weitere Faktoren (Umgebungswechsel o.ä.) dazu kommen.

Schlafstörungen und Schreien im Schlaf
Ganz besonders Ein- und später Durchschlafstörungen sind häufige "vegetative" Symptome von KISS–Kindern. Sie drehen und wenden sich im Bettchen und schlafen erst ein, wenn sie ganz durchgeschwitzt sind. Manche Eltern halten die Unruhe von ihren (Einzel-) Kindern für normal und wundern sich erst nach der Behandlung, dass es auch anders geht.

Das Kleinkindalter
Nach dem 12. Lebensmonat beginnen die meisten Kinder sich hochzuziehen und zu stehen. Die wichtigste Aufgabe des ersten Lebensjahres, die Vertikalisation (Aufrichtung), ist also gemeistert. Dies auch, obwohl möglicherweise wichtige Entwicklungsetappen im Säuglingsalter nicht ausreichend durchlaufen (asymmetrisches Robben/Krabbeln) oder übersprungen wurden. Keine Wirbelsäulenfunktionsstörung kann solch eine (über-)lebensnotwendige Entwicklungsphase verhindern oder stoppen. Bei zahlreichen Kindern wird diese jedoch durch eine KISS–Problematik verzögert. Darüber hinaus findet man bei unbehandelten KISS–Kleinkindern noch Reste von vegetativen Begleitsymptomen (Sabbern, Schlafstörungen, Kopfschiefhaltung u.a.m) oder Zeichen von nicht ideal erlernten Bewegungsabläufen, Koordination und Gleichgewichtsregulation. Dies bemerkt man meist erst, wenn es schwierig wird. So kann das Treppensteigen auch mit 4 Jahren immer noch auffällig sein, das Kind fällt häufig hin, Dreirad- und Rollerfahren klappen nicht so richtig und auch das Klettergerüst oder die Rutsche bereiten wenig Freude. Gleiches gilt für Malen, Türme bauen, manche weisen sogar Höhenängste auf .
Zusammenfassend kann man sagen, dass sich Auffälligkeiten im Bereich der Fein- und/oder Grobmotorik entwickeln können, die aufgrund der großen Varianz der Kleinkindentwicklung nicht erkannt oder bagatellisiert werden.

Einige KISS – Kleinkinder sind richtige "Racker". Nichts ist hoch-, schnell- und weit genug und niemand würde an eine Koordinationsstörung denken wenn da nicht diese Probleme in der Dosierung von Kraft wären ... . Meist kommen dann schnell Beschwerden aus dem Kindergarten wegen Grobheit und anderem mehr.

Wieder andere sind im Kleinkindalter vollkommen unauffällig und können ihre nicht ideal angelegten Muster gut kompensieren. Erst im Vorschul- und Schulalter erhöhen sich die Anforderungen derart, dass diese Kinder wieder auffällig werden.

Die Sprach – und Haltungsentwicklung im Kleinkindalter
Kinder, die im Säuglingsalter vermehrt gesabbert oder gespuckt haben, entwickeln erfahrungsgemäß auch häufiger Sprechstörungen. Entweder beginnt die Sprachentwicklung (eine wichtige Aufgabe der Kleinkindentwicklung mit Beginn im Säuglingsalter) verzögert, der Wortschatz kann vermindert sein oder die Aussprache ist weniger verständlich. Viele Logopäden schicken uns mittlerweile ihre kleinen Patienten weil ein Behandlungsfortschritt erst wieder nach manueller Therapie zu verzeichnen war.

Eine Haltungsdiagnostik im Kleinkindalter ist schwer durchzuführen und auch wenig zuverlässig da entsprechende Muster erst jenseits des 4. Lebensjahres geprägt werden. Bei einigen Kindern sieht man jedoch immer noch die Kopfschiefhaltung mit leicht asymmetrischer Haltung (KISS I) oder es besteht infolge muskulärer Hypotonie eine vermehrte Hohlkreuzhaltung mit vorgewölbtem Bauch und nach innen gedrehten Füßen (KISS II).

Wie schon zu erkennen ist, wird das Bild im Kleinkindalter "bunter" bzw. verlagern sich die Schwerpunkte auch vermehrt in Richtung Wahrnehmung und Umsetzung. Im Kapitel KIDD wird darauf noch weiter einzugehen sein.
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  #4  
Alt 10.08.2006, 19:43
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KISS/KIDD ist keine Kinderkrankheit –
es kann jede Altersstufe betreffen !!!
KISS/KIDD sollte endlich ernstgenommen werden,
denn die Folgeschäden können erheblich sein.
Durch die richtige (frühzeitige) Behandlung lassen
sich diese jedoch stark eingrenzen und vielleicht
sogar heilen !
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  #5  
Alt 10.08.2006, 19:49
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Kiss-Kidd- wie erkennen, wie behandeln?
Edda OppermannNoch sind sich selbst die Experten uneinig - gibt es nun „kopfgelenksinduzierte Symmetriestörungen/KISS“ oder gibt es sie nicht? Hierzu gab es auf der Veranstaltung des Arbeitskreises Frühförderung bei der Ärztekammer verständlicherweise keine verbindliche Antwort. Unter Leitung des Arbeitskreismitglieds Jens Hübner, Logopäde in Lübeck, gelang es aber den Vortragenden, den über 200 Zuhörerinnen und Zuhörern in der Fortbildungswerkstatt der Ärztekammer einen Überblick zu geben, welche Beschwerdebilder und Befunde sich bei Kindern möglicherweise gerade zu einem neuen Syndrom zusammenfügen. An der Anerkennung durch die klassische Schulmedizin wird jedenfalls gearbeitet.
Prof. Dr. Joachim Buchmann, orthopädische Universitätsklinik Rostock, betrachtete zunächst das Grundproblem der funktionellen und strukturellen Asymmetrien beim Kind aus der Sicht eines Orthopäden. Nach seinen Erfahrungen - die u. a. auf eigenen Längsschnittuntersuchungen bei 350 Kindern basieren - gibt es bei Kindern Bewegungsasymmetrien, die allerdings, wenn keine anderen Störungen existieren, für sich genommen wohl keine Behandlungsindikation implizieren. Ebenso kommt es darauf an, zu welchem Zeitpunkt die Symmetriestörungen vorliegen. Vor der so genannten Vertikalisierung etwa weisen rund 40 % der Kinder mehr oder weniger ausgeprägte Symmetriestörungen auf, die möglicherweise durch den Geburtsmechanismus oder die Position in utero bedingt sein können. Danach nimmt diese Zahl ab. Nach Buchmann lässt sich das Problem Symmetriestörungen auch nicht nur auf die Kopfgelenke reduzieren, die eben nur ein Teilglied in einer Asymmetriekette sind und an der z. B. auch Gelenke, Muskulatur, Faszien u. a. beteiligt sind. Dass hier die verschiedenen Verfahren der Manualtherapie hilfreich sein können und welche dies sind, welche unterschiedlichen Ansatzpunkte angegangen werden können - hierzu gibt es wohl noch keinen allgemein gültigen Standard und die Entscheidung für eine bestimmte Therapie richtet sich derzeit noch nach dem individuellen Können und letztlich auch dem Mut, das Verfahren einzusetzen.
Aus der Sicht eines Manualtherapeuten mit großer praktischer Erfahrung stellte danach Dr. Lutz Erik Koch die „korrigierende, unterstützende und heilende Intervention bei Asymmetrien, Entwicklungsverzögerungen und Wahrnehmungsstörungen - die kopfgelenksinduzierte Symmetriestörung und ihre möglichen Folgepathologien, Diagnostik und Therapie“ vor. Basierend auf Einzelbeobachtungen von Gutmann in den 50er Jahren entwickelte sich das KISS: Somatisch imponieren Schiefhals, Überstreckung im Rücken, Gesichtsasymmetrien und unterschiedliche Nutzung von Armen und Beinen, im Röntgenbild lassen sich die Asymmetrien im Bereich des Kopfgelenks nachweisen. Die Eltern beobachten neben den somatischen Veränderungen auch Schlafstörungen, Trinkstörungen, Schreien im Schlaf u. ä. und berichten über Entwicklungsverzögerungen bis hin zu Konzentrations- und Lernstörungen. Versteht man die Veränderungen im Bereich des Kopfgelenks als Auslöser im Sinne einer Blockade, so sollten durch eine angemessene leichte Manipulation und damit durch das Lösen dieser Blockade, die Funktionsstörungen behebbar sein. Dass diese Überlegungen korrekt sind, dafür sprechen nach Koch die Behandlungserfolge der Chirotherapie bei Kindern mit Symmetriestörungen im Kopfgelenkbereich.
Über umfassende Erfahrungen mit KISS berichtete auch Dr. Editha Halfmann, die diese aus der Sicht einer Kinderärztin bewertete. Für sie steht das KISS-Syndrom am Ende der diagnostischen Überlegungen, wenn andere organische Ursachen ausgeschlossen worden sind. Durch genaue Analyse - gemeinsam mit den Eltern und ihren Beobachtungen - lassen sich bei den betroffenen Kindern Defizite in der sensorischen und motorischen Entwicklung aufzeigen. Schon dem Schwangerschafts- und Geburtsverlauf, aber auch dem alltäglichen Verhalten der Kinder beim Spielen, Essen und im Umgang mit den Eltern, auch den Vorsorgeuntersuchungen sind zahlreiche Hinweise auf Entwicklungsstörungen zu entnehmen.
Immer wieder im Blick steht dabei als Durchgangsstation zwischen Zentralnervensystem und Peripherie die Region zwischen C1 und C2. Findet sich hier eine funktionelle Störung, kommt es auch zur Störung der neuromotorischen Entwicklung, umgekehrt liegt in der Normalisierung der Funktion in der Region die Chance zur Beeinflussung der neuromotorischen Entwicklungsstörung: „KISS wird durch eine minimalis-tische Therapie mittels Impuls behandelt, weil erst nach Beseitigung der funktionellen Blockaden die notwendige sensomotorische Reifung erfolgen kann.“
Hier diagnostisch zu erkennen und therapeutisch die richtigen Wege einzuleiten, sollte, so Halfmann, Aufgabe jedes Kinderarztes sein, damit Langzeitschäden vermieden werden können. Abschließend zitierte sie Schopenhauer: „Jedes Problem durchläuft bis zu seiner Anerkennung drei Stufen: In der ersten erscheint es lächerlich, in der zweiten wird es bekämpft und in der dritten gilt es als selbstverständlich“. KISS, meinte Halfmann, befindet sich in der zweiten Stufe.
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  #6  
Alt 04.10.2006, 06:41
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kiss scheint weiter verbreitet zu sein als gedacht.wir hatten dieses wochenende eine familie hier,mit einen kiss baby.schon bei der anmiete wurde gefragt wir brauchen eine wohnung wo wir keinen stören wir haben zwei kinder.eine 3jährige tochter und ein schreihbaby,das ist nicht weiter schlimm damit kann ich dienen.als sie angekommen sind und ich den kleinen wurm sah fragte ich drei monatskoliken,nein kiss,er wurde zwar schon eingerengt aber noch ist keine besserung.zustande gekommen ist das kiss bei den kleinen wurm durch sein hohes gewicht fast 10 pfund und er hatte sich bei der geburt verrenkt.zu anfang wurden die eltern vertröstet ist wohl ein schreibaby aber nachdem sie die große schon hatten merkten die eltern schnell das etwas nicht stimmt das der kleine den kopf nicht dreht.sie suchten und wurden in der kiss beratung fündig kiss,deswegen man sollte sich nicht immer darauf verlassen das es koliken sind sondern auch weiter suchen
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  #7  
Alt 04.10.2006, 08:18
Nancy
 
Beiträge: n/a
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Soweit ich weiß benötigen Kiss-Kinder außer Einrenken Ergo-Therapie, Verhaltenstherapie usw, da diese Erkrankung sich häufig auf das Allgemeinverhalten der Kinder auswirkt. Leider werden die Kinder häufig als verhaltensauffällig oder "schlecht erzogen" bezeichnet, dabei sind diese Auffälligkeiten Bestandteil der Krankheit.

Die Therapien werden über Jahre verordnet, um spätere Folgen abzuschwächen, frei nach dem Motto: was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer.




LG
Nancy
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