Hephata-Klinik Schwalmstadt-Treysa mit neuer Epilepsieberatungsstelle in Marburg
Am Freitag wurde die neue Epilepsieberatungsstelle vorgestellt, die im Mai im Interdisziplinären Epilepsiezentrum der Klinik für Neurologie ihre Arbeit aufgenommen hat.
40.000 Menschen in Hessen sind an Epilepsie erkrankt. Etwa ein Drittel der Betroffenen sind Kinder. Aufgrund von Vorurteilen werden Epileptiker häufig ausgegrenzt, auch fehlt die Akzeptanz in der Familie und im Arbeitsumfeld.
„Kinder mit Epilepsie laufen drei bis viermal mehr Gefahr, auf eine Sonderschule zu kommen“, monierte Professor Bernd Neubauer, Abteilungsdirektor des Sozialpädiatrischen Zentrums in Gießen, im Gespräch mit der OP.
Nicht allein die Tatsache, dass zwei Drittel der Betroffenen „geistig völlig normal“ sei, spreche gegen diese Praxis. „In etwa der Hälfte der Fälle können die Medikamente bei Kindern nach drei bis fünf Jahren abgesetzt werden“, sagte Neubauer.
Um Vorurteilen und Ängsten entgegenzuwirken, eröffnete die Diakonie Hephata im Mai im Interdisziplinären Epilepsiezentrum des Universitätsklinikums Gießen und Marburg, Standort Marburg, in der Klinik für Neurologie eine von vier Epilepsieberatungsstellen in Hessen.
Gefördert werde das auf fünf Jahre angelegte Projekt von der „Aktion Mensch“, sagte Dr. Dirk Richhardt, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit bei Hephata.
Das Beratungsangebot zur psychosozialen Unterstützung richtet sich nicht nur an Betroffene jedes Alters. Auch Angehörige und Interessierte, die mehr über das Krankheitsbild erfahren wollen, sollen sich angesprochen fühlen.
Die Beratungsstelle verstehe sich als Kooperationspartner, unterstrich Professor Geert Mayer, Chefarzt der Hephata-Klinik. „Betroffene werden nicht nur in ihrer jeweiligen Krankheitsbewältigung, sondern auch bei verschiedenen Problemfragen des täglichen Lebens, wie etwa zu sozialrechtlichen Belangen oder zur Führerscheinproblematik, beraten“, sagte Mayer.
„Die Reintegration von Epilepsiepatienten ins Arbeitsleben ist schwierig, weil jeder Fall individuell gesehen werden muss“, sagte Sozialarbeiterin Juliane Schulz von der Epilepsieberatungsstelle.
Dabei sei die Zusammenarbeit mit angrenzenden Institutionen wie Kindergärten, Schulen, Arbeitsagenturen oder sozialen Diensten unabdingbar.
Die Beratung, kostenfrei, vertraulich und unabhängig von einer Behandlung in der Klinik, ist als Einzel-, Paar- und Familiengespräch möglich. Die Epilepsieberatungsstelle ist montags und donnerstags von 8.30 bis 12.30 Uhr sowie freitags zwischen 8.30 und 15.30 Uhr geöffnet.
Anmeldungen nimmt Juliane Schulz unter der Rufnummer 06421/2865438 entgegen. Außerhalb der Sprechzeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet.
Quelle: Epinews
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