Herztransplantation: Neues Zentrum für Kinder eingeweiht
Gießen (ddp-hes). Am Uni-Klinikum in Gießen ist am Mittwoch nach knapp einjähriger Bauzeit ein neues Herztransplantationszentrum für Kinder eingeweiht worden. Laut der hessischen Landesregierung ist es das bundesweit erste seiner Art. Kinderherzchirurgen, Anästhesisten und Kardiologen sollen sich dort künftig mit Hilfe modernster Technik um herzkranke Kinder und Jugendliche kümmern. In den Bau und die Ausstattung des Transplantationszentrums, das Teil des bereits bestehenden Kinderherzzentrums ist, flossen rund 15 Millionen Euro. Das Transplantationszentrum verfügt auf 3200 Quadratmetern Fläche über zwei Operationssäle, eine Abteilung mit neuesten Narkosetechniken, eine interdisziplinäre Intensivstation mit 20 Behandlungsplätzen sowie eine kinderkardiologische Station mit 26 Betten. Aufgenommen werden können Kinder und Jugendliche aller Altersklassen, einschließlich der Eltern und Angehörigen. Die ersten Patienten sind bereits seit Ende Juli in Behandlung, Operationen in dem Neubau fanden erstmals am vergangenen Montag statt. Pro Jahr werden in Gießen etwa 380 Operationen an Kinderherzen vorgenommen. Die offizielle Einweihung erfolgte im Beisein von Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und den Chefs des Uni-Klinik-Betreibers, der Rhön-Klinikum AG, Wolfgang Pföhler und Gerald Meder. Koch lobte in seiner Rede das Engagement der Rhön-Klinikum AG, die Anfang des Jahres das privatisierte Uni-Klinikum Gießen und Marburg übernommen hatte. Koch betonte, bisher habe Rhön-Klinikum alle Erwartungen erfüllt. Das Transplantationszentrum werde das jetzt schon vorhandene, hohe nationale und internationale Ansehen des Gießener Herzzentrums weiter festigen. In Gießen entstehe «ein in Europa einmaliges Exzellenzzentrum mit einem weit über die Landesgrenzen hinausgehenden Einzugsgebiet», sagte Koch, dessen Rede allerdings von demonstrierenden Studenten erheblich gestört wurde. Mehrere Dutzend von ihnen hatten sich bei der Einweihungsfeier auf dem Klinikgelände eingefunden, um gegen die von der Landesregierung beschlossenen Studiengebühren zu protestieren.
Quelle: Netdoctor
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