Trotz des Zusammenhangs zwischen Armut und Behinderung, bleiben die Bedürfnisse von behinderten Menschen im Konzept der Armutsbekämpfungsstrategien, besser bekannt als Poverty Reduction Strategy Paper (RPSP), unberücksichtigt.
Leider haben behinderte Menschen und ihre Organisationen selten die Möglichkeit, bei der Gestaltung und Umsetzung der PRSPs mitzuwirken.
Um diesen Mängeln in PRSP-Prozessen entgegenzuwirken haben Handicap International und die Christoffel-Blindenmission im vergangenen Jahr ein Projekt durchgeführt. Das Projekt wurde von der Weltbank initiiert und durch einen deutschen Treuhänderfonds (aus Mitteln von BMZ und GTZ) finanziert. Schon im September 2005 fand ein Workshop in Tansania statt, bei dem Vertreter von Behindertenorganisationen, der Regierung und anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen, Lösungen diskutierten.
Als Ergebnis des Projekts ist nun ein Handbuch verfügbar: "Making PRSP Inclusive". Es gibt eine grundlegende Einführung in den Themenbereich PRSP und Behinderung, aber vermittelt auch Fähigkeiten wie Projektplanung und Lobbyarbeit, die in diesem Kontext wichtig sind. Außerdem wurden die gemachten Erfahrungen aus Tansania und auch aus Honduras, Bangladesch und Sierra Leone zusammengefasst.
Für 2006/07 sind weitere Aktivitäten in PRSP-Ländern geplant, um die gemachten Erfahrungen an dortige Behindertenorganisationen weiterzugeben, aber auch, um neue Praxiserfahrungen zu sammeln.
Die Weltbank und der Internationale Währungsfond (IWF) haben RPSP 1999 vorgestellt.
Eine der Grundideen des Konzepts ist, dass hoch verschuldete Entwicklungsländer ihre eigene nationale Strategie entwerfen, wie die Armut im betroffenen Land reduziert werden kann.
REHACARE.de; Quelle: Handicap International
Information zu Handicap International und dem Handbuch unter: www.handicap-international.de