FAMOSES ist ein modulares Schulungsprogramm für epilepsiekranke Kinder und deren Eltern. Vorrangiges Ziel ist es dabei, Wissen über Epilepsie zu vermitteln und den Umgang mit der Erkrankung zu erlernen. Ärzte und Wissenschaftler aus dem Epilepsiebereich wollten nun, nachdem dieses Schulungsprogramm bereits einige Jahre lang durchgeführt wird, überprüfen, wie erfolgreich es ist. Dies wurde kürzlich in einem Projekt des Rehabilitationswissenschaftlichen Forschungsverbunds Niedersachsen/Bremen (RFNB) untersucht. Mitantragsteller war unter anderem auch Prof. Dr. Ulrich Stephani, Klinik für Neuropädiatrie an der Universität Kiel. Es wurden umfangreiche Untersuchungen und Befragungen bei einer ausgewählten Gruppe von Kindern mit Epilepsie und deren Eltern, die an FAMOSES-Kursen teilgenommen hatten, durchgeführt. Die Analysen ergaben bei den geschulten Kindern einen deutlichen Rückgang der Anfälle, der Schulfehlzeiten und eine geringere Einschränkung der Lebensqualität. Das Wissen über die Epilepsie selber hingegen verbesserte sich bei den untersuchten Kindern nicht wesentlich. Auch die Einstellung der Patienten bezüglich ihrer Erkrankung und ihre Ängste zeigten keine Veränderungstendenz. Bei den teilnehmenden Eltern wurde ein anderes Bild beobachtet: Sie erlangten durch die Schulung einen deutlichen Wissenszuwachs über Epilepsie und waren nach der Schulung der Krankheit gegenüber allgemein sehr viel positiver eingestellt. Auch ihre epilepsiespezifischen Ängste hatten die Eltern zu einem wesentlichen Teil verloren. Dies wiederum hatte zur Folge, dass sie auch schneller und vor allem fachgerechter als früher auf Anfälle ihrer Kinder reagieren konnten.
Abstract aus Rehabilitation 2006; 45: 27-39
Quelle: Epinews