Kleinwüchsige wurden im alten Ägypten hoch geachtet
Soziale Integration von Menschen mit Behinderung ist keine moderne Idee. Schon die alten Ägypter erkannten die Verschiedenheit der Menschen an – und verschafften Kleinwüchsigen hoch dotierte Posten. Sogar in der Götterwelt waren die „Zwerge“ vertreten.
Die alten Ägypter waren sehr sorgfältig, was die schriftliche Dokumentation ihrer Kultur betraf. Tausende von Papyri, Inschriften oder beschrifteten Gebrauchsgegenständen zeugen noch heute vom Leben und Arbeiten im antiken Ägypten. Auch die Toten sind dank des trockenen Klimas und der Kunstfertigkeit der damaligen Balsamierer häufig noch in bestem Zustand. So konnten im Laufe der Zeit zahlreiche Skelette geborgen werden. Einige auch von kleinwüchsigen Menschen.
Diese Skelette haben Chahira Kozma fasziniert. Und so forschte die Wissenschaftlerin der Georgetown Universitätsklinik weiter – und entdeckte eine Normalität im Umgang mit Kleinwüchsigen, an denen sich noch heute ein Vorbild genommen werden könnte.
Die ältesten Funde von „Zwergen“-Skeletten datieren auf etwa 4500 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Auch aus der Zeit zwischen 2700 und 2190 vor Christus sind zahlreiche Knochen von kleinwüchsigen Ägyptern erhalten. Dass diese nicht ausgegrenzt wurden, sondern akzeptierter Teil der Gesellschaft waren, belegen zahlreiche Dokumente und künstlerische Artefakte.
So sind auf vielen Malereien in Grüften und auf Vasen kleinwüchsige Menschen abgebildet. Auch Statuen von „Zwergen“ gibt es. Kozma recherchierte zudem, dass viele Kleinwüchsige gut bezahlte Arbeit hatten – als persönliche Assistenten, Behördenangestellte, Tierverkäufer, Juweliere oder als Tänzer und Entertainer. Einige von ihnen waren so angesehen, dass sie in den königlichen Begräbnisstätten nahe von Pyramiden beerdigt wurden.
Vielleicht erlangten die Kleinwüchsigen einen Teil ihres Ansehens auch durch den Glauben der Ägypter. Schließlich gab es zahlreiche Gottheiten, die selbst kleinwüchsig waren. Die bekanntesten etwa waren mit magischen Praktiken vertraut, welche die Lebenden und die Toten beschützen sollten.
Georgetown-Universität
(Quelle:
PM)