Menschen mit Epilepsie weisen im Rahmen ihrer Erkrankung oftmals Verhaltens-, Aufmerksamkeits- oder auch Lern- und Leistungsstörungen auf. Diese auch kognitive Störungen genannten Probleme erschweren den Betroffenen, aber auch den Angehörigen häufig das Zurechtkommen im Alltag und Schul- oder Berufsleben. Umso wichtiger ist es, möglichst frühzeitig diese Probleme zu erkennen, um sie dann einer fachgerechten Behandlung zuführen zu können. Aus diesem Grunde haben Wissenschaftler der Klinik für Epileptologie, Universität Bonn, der St. Mauritius Therapieklinik, Meerbusch und des Ambulanten Neurologischen Rehabilitationszentrum Bad Neuenahr, Ahrweiler einen Elternfragebogen mit der Bezeichnung KOPKIJ (=Kognitive Probleme bei Kindern und Jugendlichen)entwickelt, der eine erste Einschätzung kognitiver Schwierigkeiten bei Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 16 Jahren ermöglicht. In einem ersten Schritt wurde zur Testsicherung ein Probedurchlauf an 352 gesunden Kontrollpersonen durchgeführt. Im Anschluss hieran untersuchten die Forscher 116 Kinder mit Epilepsie und deren Eltern mit dem KOPKIJ. Die Gesamtauswertung der Fragebögen ergab, dass der neue Test eine objektive, sichere und informative Untersuchungsmethode ist, um einen ersten Überblick über mögliche kognitive Probleme im Alltag und schulischen Bereich von Kindern und Jugendlichen mit Epilepsie geben zu können.
Abstract aus der Nervenarzt 2006, Online first, DOI: 10.1007/s00115-005-2050-2
Quelle: Epinews