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Alt 25.09.2006, 09:57
Nancy
 
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Standard Lebenshilfe fordert Lebensabend in Würde

Marburg/Lahn (kobinet) Die Lebenshilfe fordert auch für geistig behinderte Menschen einen Lebensabend in Würde.

Die Gesellschaft steht vor einer großen Herausforderung: Da nur wenige Menschen mit geistiger Behinderung die grauenhafte "Euthanasie" der Nazis überlebt hatten, wächst erst jetzt wieder eine ältere Generation geistig behinderter Menschen in Deutschland heran. Auf eine Milliarde Euro wird der damit verbundene Mehrbedarf an Eingliederungshilfe geschätzt. Darauf machte die Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung anlässlich ihrer Bundesversammlung am 22. und 23. September in der Marburger Stadthalle aufmerksam. Die 135.000 Mitglieder starke Vereinigung fordert die Politik auf, die notwendigen Mittel bereitzustellen und die Menschen in dieser besonderen Situation nicht im Stich zu lassen. Um die Kommunen als Kostenträger der Eingliederungshilfe zu entlasten, müsse der Gesetzgeber schnellstens handeln, am besten mit einem bedarfsgerechten Bundesbehindertengeld, so die Lebenshilfe.

Rund 400 Delegierte aus ganz Deutschland sind an die Lahn gereist, um Vorschläge zu erarbeiten, wie für geistig behinderte Menschen ein Lebensabend in Würde sichergestellt werden kann. In ihrem Grundsatzreferat wies Maren Müller-Erichsen, Vorsitzende der Lebenshilfe Gießen und stellvertretende Bundesvorsitzende, darauf hin, dass schon in zehn Jahren ein Drittel der heutigen behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Werkstätten der Lebenshilfe das Rentenalter erreichen werde. In Bayern zum Beispiel seien das mehr als 2700 Beschäftigte. Darüber hinaus lebten fast 60 Prozent aller Werkstattmitarbeiter noch bei ihren Eltern, von denen viele schon über 70 Jahre alt seien. "Für deren Söhne und Töchter, die bald selbst Senioren sein werden, müssen dringend Wohnangebote geschaffen werden", so Müller-Erichsen.

Großen Wert legt die Lebenshilfe in einer Pressemitteilung darauf, dass behinderte Menschen auch im Alter in ihren vertrauten Wohneinrichtungen bleiben können. Es müssten daher Begleitungs- und Unterstützungskonzepte entwickelt werden, die typische Altersleiden wie Demenz oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen und den damit erhöhten Pflegeaufwand berücksichtigen. Letztlich schließe dies auch eine umfassende Sterbebegleitung mit ein, für die genügend qualifiziertes Personal zur Verfügung stehen müsse. omp

Quelle: Rehacare
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