Pilotprojekt: Blinde Frauen ertasten Brustkrebs
Düsseldorf (ddp). In einem Modellprojekt soll in Nordrhein-Westfalen die besondere Tastfähigkeit Blinder für die Früherkennung von Brustkrebs genutzt werden. Zugleich sei die Entwicklung ein neues Berufsfeldes für blinde Frauen geplant, teilte der Landschaftsverband Rheinland (LVR) mit, der das Projekt «Discovering Hands» (Erkennende Hände) mit 200 000 Euro fördert. Brustkrebs sei die häufigste tödliche Krebserkrankung bei Frauen, erläuterte der Projektleiter und Initiator Frank Hoffmann. Während in Deutschland in den vergangenen Jahren viel für die Verbesserung der Behandlung getan worden sei, würden die Rahmenbedingungen für eine Früherkennung eher schlechter. Wenn man die Sterblichkeit aber senken und die Heilungschancen erhöhen wolle, komme es darauf an, Brustkrebs schon im Frühstadium zu erkennen. Deshalb sei der Ansatz des Projektes, die Tastuntersuchungsmethoden so zu verbessern, dass schon kleinstmögliche Tumore entdeckt werden könnten. Dazu entwickeln die Projektpartner, darunter die Universitätsfrauenklinik Essen, den Angaben zufolge in einem Pilotkurs das medizinisch-fachliche Curriculum inklusive anerkannter Prüfungsordnung sowie die entsprechenden blindengerechten Lehr- und Lernmittel. Danach schließe sich ein erster, regulärer und achtmonatiger Ausbildungskurs an. Wenn die Ärztekammer Nordrhein die Medizinischen Tastuntersucherin als ärztlichen Hilfsberuf anerkannt habe, solle der Ausbildungsgang in das reguläre Angebot aufgenommen werden. Derzeit befinde sich das Projekt noch in der Entwicklungsphase. Die drei Teilnehmerinnen des ersten Pilotkurses würden ausgewählt, parallel laufe die Arbeit an den medizinisch-fachlichen Kursinhalten. Der Start der konkreten Ausbildungsarbeit sei dann für Frühjahr 2007 geplant.
Quelle: Netdoctor
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