Forum von Netzwerk behindertes Kind.de
Benutzerliste
Kalender
Hilfe
Heutige Beiträge
Forum von Netzwerk behindertes Kind.de
Nützliche Links
Unsortiertes (Behinderungen) Hier können Themen zur Rubrik gepostet werden, die sich nicht in die Unterforen einsortieren lassen.

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen Ansicht

  #1  
Alt 28.12.2006, 13:30
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 01.08.2005
Ort: ostsee
Beiträge: 24.215
Standard ADHS: Die Ursachen

Dr. med. Katharina Larisch


Gene beteiligt

ADHS: Informationen im Kopf falsch verarbeitetWarum manche Kinder an ADHS erkranken und andere nicht, ist bislang nicht genau geklärt. Forscher vermuten aber, dass die Gene eine wichtige Rolle spielen. Der Grund: In vielen Fällen leiden Eltern, Geschwister oder andere Verwandte ebenfalls an ADHS. Auf 20 bis 30 Prozent schätzt der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) das Risiko, an ADHS zu erkranken, wenn ein Elternteil an der Störung leidet. Als weitere Ursachen werden unter anderem Umweltgifte oder Nahrungsmittelallergien diskutiert. Nikotin, Alkohol und Drogen während der Schwangerschaft sowie ein Sauerstoffmangel bei der Geburt erhöhen das Risiko, an ADHS zu erkranken.


Signalstörung im Kopf

Wissenschaftler gehen davon aus, dass bei ADHS-Kindern die Informationsverarbeitung zwischen verschiedenen Abschnitten im Gehirn nicht richtig funktioniert. Ursache dafür sind Störungen im Stoffwechsel der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin. Beide sind wichtig für Aufmerksamkeit, Antrieb und Motivation. Bei ADHS-Kindern übertragen diese Neurotransmitter die Informationen zwischen den Gehirnzellen nur noch eingeschränkt. Betroffen sind die Stammganglien und das Frontalhirn - Gehirnabschnitte, die für Aufmerksamkeit, Ausführung und Planung, Konzentration und Wahrnehmung verantwortlich sind.


Fehlende Filter

Weiter lesen ...

--> Was ist ADHS?
--> ADHS: Symptome
--> ADHS: Diagnose
--> ADHS: Therapie
--> ADHS: Tipps für Eltern


ADHS-Kinder können sich deshalb schwer konzentrieren und Wichtiges nicht von Unwichtigem unterscheiden, sie sind vergesslich, aggressiv und unruhig. "Da alle Eindrücke ungefiltert auf sie einstürzen, stehen sie ständig unter großer Anspannung", erklärt der Verband. Bei einem Drittel tritt keine Hyperaktivität auf, sie sind ruhig und verträumt.

Eine Rolle spielen - wenngleich nicht als Krankheitsursache - die äußeren Umstände wie beengte Wohnverhältnisse, wenig emotionale Zuwendung, das Erziehungsverhalten der Eltern, hektische Umwelt (Lärm, fehlende oder nicht durchschaubare Strukturen), Bewegungsmangel, Zeitdruck, hoher Fernseh- und Computerkonsum. Schlechte Erziehung oder negative Kindheitserfahrungen seien als eigentliche Ursachen auszuschließen, so der BVKJ.
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 28.12.2006, 13:31
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 01.08.2005
Ort: ostsee
Beiträge: 24.215
Standard

Anzeichen unterschiedlich

ADHS gilt als angeborene Störung, die sich schon vor dem sechsten Lebensjahr bemerkbar macht. Die Erkrankung kommt in allen Altersgruppen vor, allerdings zeigt sie sich bei Säuglingen anders als bei Kleinkindern, Jugendlichen oder Erwachsenen.

Säuglingsalter
  • langdauernde Schreiphasen
  • motorische Unruhe
  • Ess- und Schlafprobleme
  • Ablehnung von Körperkontakt
  • Misslaunigkeit
  • Kleinkindalter (einschließlich Kindergarten)
    • plan- und rastlose Aktivität
    • schnelle, häufige und unvorhersagbare Handlungswechsel
    • geringe Ausdauer bei Einzel- und Gruppenspiel
    • ausgeprägte Trotzreaktionen
    • unberechenbares Sozialverhalten
    • Teilleistungsschwächen beim Hören, Sehen, Fein- und Grobmotorik
    • vermehrte Unfallgefahr
    • auffallend früher Spracherwerb oder auch verzögerte Sprachentwicklung
    • keine beständigen Freundschaften
    Grundschulalter

    Weiter lesen ...

    --> Was ist ADHS?
    --> ADHS: Ursachen
    --> ADHS: Diagnose
    --> ADHS: Therapie
    --> ADHS: Tipps für Eltern

    • Regeln in Familie, Spielgruppe und Klassengemeinschaft werden nicht akzeptiert
    • Stören im Unterricht, wenig Ausdauer, starke Ablenkbarkeit, emotionale Instabilität, geringe Frustrationstoleranz, Wutanfälle, aggressives Verhalten, schlechte Schrift, chaotisches Ordnungsverhalten
    • andauerndes Reden, Geräuscheproduktion, überhastetes Sprechen (Poltern)
    • unpassende Mimik, Gestik und Körpersprache
    • Ungeschicklichkeit, häufige Unfälle
    • Lese-Rechtschreib-Schwäche, Rechenschwäche, Lernleistungsprobleme mit Klassenwiederholungen, keine dauerhaften sozialen Bindungen, Außenseitertum
    • niedriges Selbstbewusstsein
    Adoleszenz
    • Unaufmerksamkeit
    • Null-Bock-Mentalität, Leistungsverweigerung
    • oppositionell-aggressives Verhalten
    • stark vermindertes Selbstwertgefühl, Ängste, Depressionen
    • Kontakte zu sozialen Randgruppen
    • häufiger Verkehrsunfälle
    • Neigung zu Delinquenz, Alkohol, Drogen
    Erwachsenenalter
    • Schusseligkeit, Vergesslichkeit
    • Mühe, Aufgaben zu planen und zu Ende zu bringen
    • Unbeständigkeit von beruflichen und sozialen Bindungen
    • Ängste, Depression, Jähzorn, Neigung zu Delinquenz, Alkohol, Drogen
    Positive Eigenschaften
    • Ideenreichtum
    • künstlerische Kreativität
    • Begeisterungsfähigkeit
    • Hilfsbereitschaft
    • Gerechtigkeitssinn
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 21.04.2007, 15:00
vienetta vienetta ist offline
Gast
 
Registriert seit: 04.08.2006
Beiträge: 3.585
Standard

Gendefekt begünstigt ADHS

Wissenschaftler des Nationalen Genomforschungsnetzes haben drei genetische Varianten identifiziert, die an der Entwicklung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) beteiligt sind. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift "Molecular Psychiatry".

12.04.07 - Die Arbeitsgruppe um Professor Johannes Hebebrand von der Universität Duisburg-Essen untersuchte zusammen mit Forschern aus Marburg, Aachen, Berlin, Homburg und Würzburg 329 Familien, in denen mindestens ein Kind von der ADHS betroffen war. Dabei ermittelte das Team eine Kombination von drei Gen-Veränderungen, die eng mit diesem Syndrom verbunden ist. Sie betreffen alle das Gen, das für den Dopamintransporter codiert.

"Personen, die diese Kombination in beiden Kopien des Gens besitzen, haben ein 2,5-fach erhöhtes Risiko, an ADHS zu erkranken. Bei Personen, die diese Variante nur einmal besitzen, ist das Risiko noch knapp 2-fach erhöht", erläutert Hebebrand die Ergebnisse der Studie. "Das heißt natürlich nicht, dass jeder, der diese genetischen Varianten trägt, automatisch ADHS bekommt", so Hebebrand. "Wir finden diese Varianten bei circa 70 Prozent aller Betroffenen. Auch bei Gesunden kommen diese Veränderungen im Dopamintransporter-Gen vor. Man geht heute davon aus, dass noch mehr Gen-Veränderungen zusammen kommen müssen, damit ADHS entsteht."

Verschiedene Untersuchungen wiesen bereits darauf hin, dass der Dopaminstoffwechsel und möglicherweise auch die Funktion des Dopamintransporters bei ADHS-Patienten verändert sind. Methylphenidat, der am häufigsten verschriebene Wirkstoff bei der ADHS, blockiert den Dopamin-Transporter, der genaue Wirkmechanismus ist allerdings noch nicht geklärt.
Mit Zitat antworten
Antwort


Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

vB Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.
Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Erstellt von Forum Antworten Letzter Beitrag
ADHS Mary Formen der Behinderungen 27 14.05.2007 06:37
Klinik in Würzburg sucht Kinder und Erwachsene Zur Forschung (ADHS) vienetta Unsortiertes (Behinderungen) 24 01.02.2007 22:45
Aktivitäts- und Aufmerksamkeitstörungen (ADS, ADHS, HKS) evma Unsortiertes (Behinderungen) 1 04.11.2006 20:23
Ursachen der Absence-Epilepsie erforscht Nancy Medizinische Infos 0 06.06.2006 18:23


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 18:02 Uhr.
Powered by vBulletin Version 3.5.4 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2012, Jelsoft Enterprises Ltd.
Content Relevant URLs by vBSEO 2.4.0
Copyright 2005 - 2011 Netzwerk behindertes Kind.de ***** Sämtliche Inhalte dieses Forums erheben keinen journalistisch-redaktionellen Anspruch.