| Unsortiertes (Behinderungen) Hier können Themen zur Rubrik gepostet werden, die sich nicht in die Unterforen einsortieren lassen. |

19.01.2007, 10:26
 |
Teammitglied - Entscheidungsträger
|
|
Registriert seit: 01.08.2005
|
|
Probleme beim Lernen
 Lernschwierigkeiten oder Probleme beim Lernen zu definieren, fällt nicht leicht. Man merkt das bereits an der Vielzahl der Definitionen, die sich um die Klärung des Begriffes bemühen. Probleme beim Lernen zeigen sich besonders im Rahmen des Erlernens des Lesens, Schreibens und Rechnens. Diese werden aufgrund ihrer Wichtigkeit als so genannte Kulturtechniken unserer Gesellschaft bezeichnet, wodurch Probleme in diesen Bereichen weitreichende Folgen haben können.
 Man bemerkt recht schnell, dass eine klare Definition dessen, was Probleme beim Lernen verursacht, nicht möglich ist. Dies liegt unter anderem daran, dass Probleme stets individueller Natur sind und somit im Hinblick auf Ursache, Ausbildung, Umgang mit der Problematik und eventueller Therapie ebenso individuell gehandelt werden sollten. Es gibt demnach kein “Allheilmittel”. Unsere Seiten stellen Ihnen über die Beschreibungen hinweg mögliche Therapieformen vor, damit Sie einen Überblick erhalten und die richtige Therapie finden.
|

19.01.2007, 10:28
 |
Teammitglied - Entscheidungsträger
|
|
Registriert seit: 01.08.2005
|
|

Lernen
 Lernen - eine kurze Definition
Um Kenntnisse erwerben, geistige und körperliche Fähig- und Fertigkeiten ausbauen zu können, muss der Mensch lernen.
Um lernen zu können ist die Fähigkeit zur Erinnerung, also das Gedächtnis, eine Grundvoraussetzung. Lernen impliziert jedoch mehr als reines Abspeichern von Informationen, insbesondere die Wahrnehmung der Umwelt und das Erkennen bestimmter Regelmäßigkeiten in Verbindung mit dem Deuten, dem Erkunden und dem Ordnen bestimmter Zusammenhänge spielen eine wichtige Rolle.
Da der Mensch sein ganzes Leben lang in irgendeiner Weise lernt ( “life-long-learning”) kann die Ausprägung einer individuellen Persönlichkeit als Ziel des Lernens angesehen werden.
Es gibt verschiedene wissenschaftliche Bereiche, die sich mit dem Begriff “Lernen” beschäftigen. Insbesondere wenn Probleme beim Lernen auftreten erscheint es wichtig, sich mit den unterschiedlichen Gebieten auseinander zu setzen. An dieser Stelle seien die wichtigsten wissenschaftlichen Zweige aufgelistet und kurz gedeutet, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Diese Bereiche haben für die unterschiedlichen Lernproblematiken (siehe Linkleiste) ihre jeweilige Bedeutung und werden in den einzelnen Bereichen in die ausführliche Diskussion miteinbezogen.
Neuro(bio)logie
Die Neurobiologie betrachtet die Beschaffenheit des Nervensystems im neuronalen und molekularen Bereich. Sie untersucht die Funktionsweise einzelner Nervenzellen aber auch deren Zusammenspiel und deren Auswikrungen. Im Hinblick auf den Bereich des Lernens bedeutet das, dass die beim Lernen im Gehirn ablaufenden Vorgänge genauer beobachtet und untersucht werden.
Lernpsychologie
Die Lernpsychologie beschäftigt sich mit den psychologischen Vorgängen und Grundlagen des Lernens.
Didaktik
Die Didaktik umfasst die Theorie und Praxis des Lernens und Lehrens.
Im Zentrum aller Lernschwierigkeiten stehen in der Regel Leistungsprobleme, die meist dann auffallen, wenn Kinder mit Gleichaltrigen in Kontakt treten. Hier wird die individuelle Leistung mit der Leistung anderer Kinder, in der Regel der Kindergartengruppe oder der Schulklasse verglichen. Man spricht von der sozialen Bezugsnorm.
Reicht diese Analyse aus um von einer Lernschwäche, von Problemen beim Lernen zu reden? Wenn Sie diese Frage mit JA beantworten, dann denken Sie kurz über folgenden Sachverhalt nach:
Grundschulklasse - Hier befinden sich Kinder (relativ) gleichen Alters mit einer Leistungsspanne, die mindestens vom potentiellen Gymnasiasten bis hin zum potentiellen Haupt- bzw. Sonderschüler reicht. Während nun einige Kinder im Bezug zur sozialen Norm in vielen Bereichen schwächer sind, gibt es jene, die von ihrer Leistungsfähigkeit in der Regel überdurchschnittlich sind, aber in bestimmten Teilbereichen auffällig werden.
Zur oben erwähnten sozialen Bezugsnorm muss also noch die individuelle Bezugsnorm hinzugefügt werden: Eigentlich ist Fritzchen (im Vergleich zu seiner Klasse = soziale Bezugsnorm) sehr gut, aber in der Rechtschreibung hat er große (individuelle) Probleme.
Besonders in der Schule werden Kinder im Bezug zu verbindlichen Lernzielen verglichen. Dabei wird der Schüler als Individuum gesehen und seine Leistung wird am Lernziel gemessen (sachliche Bezugsnorm).
Man erkennt bereits anhand der Abgrenzung, dass die einzelnen Bereiche ineinander fließen. Lassen Sie uns an dieser Stelle festhalten:
LEISTUNGSPROBLEME SOLLTEN AN VERSCHIEDENEN NORMEN:
1. der sozialen Bezugsnorm
2. der individuellen Bezugsnorm
3. der sachlichen Bezugsnorm
FESTGEMACHT WERDEN!
Sie werden darüber hinaus in der gängigen Literatur unterschiedliche Definitionen und Ergänzungen finden. An dieser Stelle soll auf die Bezugsnormen eingegangen werden, um ein vorschnelles Urteil, oder gar ein “Abstempeln” zu vermeiden. Die oben beschriebenen Beobachtungsschwerpunkte erheben daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Leistungsprobleme können unterschiedlichste Ursachen haben und sich ebenso unterschiedlich auf die Psyche des Kindes auswirken. Leistungsprobleme zu diagnostizieren, individuelle Ursachen herauszufinden und deren Folgen angemessen zu “behandeln”, ist häufig sehr schwer. Als begleitende Erwachsene sollten Sie sich daher immer vor Augen halten, dass es für Ihr Kind mit Sicherheit noch schwerer ist und umso schwerer wird, wenn es merkt, dass Sie Vorwürfe äußern und ungeduldig werden!
|

19.01.2007, 10:30
 |
Teammitglied - Entscheidungsträger
|
|
Registriert seit: 01.08.2005
|
|
Hochbegabung
 Synonyme im weiteren Sinne
Begabung, hohe Begabung, besondere Begabung, Genie, Sonderbegabung, hohe Intelligenz, hochintelligent, hochbegabt, Hochleistung, highly gifted, highly talented, endowment, giftedness.
Teilleistungsstörung, Dyskalkulie, Legasthenie.
Definition
Beim Definieren dessen, was Hochbegabung ist, beschränkt man sich sehr häufig alleine auf die Messung der Intelligenz. Hochbegabung ist allerdings mehr als ein Intelligenztest, der verspricht, die Intelligenz mittels eines Intelligenzquotienten zu ermitteln.
Weder Begabung noch Hochbegabung ist mit Leistung, bzw. Hochleistung gleichzusetzen. Das liegt darin begründet, dass Leistung auf verschiedenen Komponenten beruht und durch viele Aspekte, bzw. Begleiterscheinungen beeinflusst wird. Durch diese Beeinflussungen kann eine Hochbegabung durchaus unentdeckt bleiben. Insbesondere in Verbindung mit einem ADS oder ADHS, bzw. mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie bleibt eine Hochbegabung unter Umständen unerkannt.
In der Literatur findet man sehr passend ein Mehrfaktorenmodell der Hochbegabung, welches von Prof. Dr. Franz Mönks beschrieben und definiert wurde. Während er zum einen die individuellen Faktoren beschreibt, die von jedem selbst ausgehen, gibt er zusätzlich zu verstehen, dass auch die Außenfaktoren mitbeeinflussen.
Entwicklungsvorsprünge können sich auf verschiedenen Ebenen manifestieren. Denkbar sind Vorsprünge im geistig - intellektuellen Bereich, aber auch im musisch - ästhetischen, motivationalen oder sozialen Bereich. Umweltbedingungen, wie beispielsweise das familiäre Umfeld, Freunde, aber auch Kindergarten und Schule spielen als so genannte extrinisische (= von außen kommende) Faktoren eine teilweise recht erhebliche Rolle.
Hochbegabung alleine auf Basis des Intelligenzquotienten beurteilt, ist da weitaus einfacher zu definieren. Demnach spricht man von einer Hochbegabung, wenn der Intelligenzquotien (IQ) mit 130 oder höher bemessen wird.

 Von mir empfohlene Buchtipps:
Alle Bücher können direkt über Amazon.de erworben werden.
Titel:
Jenseits der Norm, hochbegabt und hoch sensibel
Autor:
Brackmann, Andrea
Preis:
22,00 €
mehr Infos[FONT='Times New Roman', serif] anschauen[/font]
Titel:
Hochbegabung - eine Chance
Autor:
Bergsmann, R. u.a.
Preis:
14,50 €
mehr Infos[FONT='Times New Roman', serif] anschauen[/font]
Titel:
Hochbegabte Kinder in der Grundschule
Autor:
Ey - Ehlers, C.
Preis:
24,90 €
mehr Infos[FONT='Times New Roman', serif] anschauen[/font]
Titel:
Hochbegabung, Hochleistung, Persönlichkeit
Autor:
Freund - Braier, I.
Preis:
25,50 €
mehr Infos[FONT='Times New Roman', serif] anschauen[/font]
Titel:
Schulische Intelligenz und Hochbegabung
Autor:
Tücke, M.
Preis:
14,90 €
mehr Infos[FONT='Times New Roman', serif] anschauen[/font]
Titel:
Hochbegabung
Autor:
Holling, H.
Preis:
26,95 €
mehr Infos[FONT='Times New Roman', serif] anschauen[/font]
Häufigkeit
Bezogen auf die Messung des Intelligenzquotienten mit entsprechenden Testverfahren, sind etwa 2 % der untersuchten Personen einer Vergleichsgruppe (= gleicher Test, gleiches Alter) im Bereich des IQs 130 und höher zu finden. Die 2 % beziehen sich auf die untersuchten Personen und nicht auf die Gesamtbevölkerung.
Grob geschätzt und statistisch gesehen geht man davon aus, dass etwa in jeder 2. Schulklasse der Grundschule ein hochbegabtes Kind vorzufinden ist.
Die Geschlechterverteilung im Bereich der Hochbegabung ist gleich. Mädchen sind genauso häufig hochbegabt wie Jungen.
Historie
Betrachtet man sich die Ahnenreihe genialer Persönlichkeiten, so fällt auf, dass es Menschen mit besonderen Begabungen mit Sicherheit schon genauso lange gibt wie Menschen mit Problemen im Bereich des Lernens.
Während man kaum anzweifeln kann, dass es seit Beginn der Menschheit auch besondere menschliche Begabungen gibt, stellt sich allerdings die Frage, worin die Fähigkeit zu besonderen Handlungen und Fähigkeiten begründet liegt.
Die ersten forschungsähnlichen Bemühungen im Hinblick auf Hochbegabung und Intelligenz findet man im Bereich der Philosophie. Schon hier erkannte man, dass Fähigkeiten zum einen im Kind selbst begründet liegen, dass aber nur durch zusätzliche Verstärkungen von außen die Förderung der bereits vorhandenen Komponenten erfolgen kann. Man ging darüber hinaus von einer Vererbung besonderer Fähigkeiten aus.
Von besonders großem Interesse war schon damals der Versuch, die Höhe der Intelligenz zu messen, allerdings war man dazu noch nicht in der Lage, so dass sich jegliche Versuche auf Beobachtungen und Familienerhebungen beschränkte.
Im 19. Jahrhundert forcierte Galton die Forschungen zur Messung der Intelligenz. Er ging zunächst davon aus, dass sich die Intelligenz aus der Summe der Empfindsamkeit der Sinnesorgane zusammensetzt, was sich aber nicht belegen ließ.
Alfred Binet griff Galtons Idee von der Messung der physikalischen Fähigkeiten eines Menschen weiter, erkannte aber, dass sich Intelligenz nicht auf die physikalischen Fähigkeiten reduzieren lässt. Er verlagerte seine Forschungen auf den physischen Bereich und führte schließlich den Begriff des Intelligenzalters auf der Basis seines Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten Tests ein.
Unter dem Intelligenzalter versteht man eine Form der Intelligenzstufe auf der sich das Kind befindet. Beantwortete beispielsweise ein 12 - jähriges Kind lediglich die Fragen, die für sechsjährige Kinder entwickelt wurden, so ging man von einem Intelligenzalter von 6 und einer recht wahrscheinlichen geistigen Retardierung (= verspätete Reifung) aus. Beantwortete hingegen ein sechsjähriges Kind die Fragen der Zwölfjährigen, ging man von einer Hochbegabung aus.
Da Binets Forschungen als rein empirisch eingestuft wurden und das Intelligenzalter alleine nichts über den intellektuelle Rückstand, bzw. Vorsprung aussagte, gab man sich mit dem Intelligenzalter als Einschätzung der Intelligenz nicht zufrieden.
Stern griff Binets Forschungsstand gedanklich auf und entwickelte ebenfalls Aufgaben für unterschiedliche Altersgruppen. Die zu testenden Kinder begannen mit den Fragen der untersten Altersstufe und beantworteten die Fragen der unterschiedlichen Altersgruppen bis sie nicht mehr zu antworten in der Lage waren. Der Endpunkt, an dem der Proband die Fragen nicht mehr beantworten konnte, verriet das Intelligenzalter. Den Intelligenzquotienten ermittelte er dann über folgende Formel:
Intelligenzalter * 100 = Intelligenzquotient
Lebensalter
Aufgrund der Tatsache, dass mit steigendem Alter auch der Leistungszuwachs abnimmt (niemals ist der Wissenszuwachs größer als in den Kindertagen), war diese Form der Intelligenzbestimmung für Erwachsene ungeeignet.
|

19.01.2007, 10:30
 |
Teammitglied - Entscheidungsträger
|
|
Registriert seit: 01.08.2005
|
|
Joe Renzulli prägte in den 70er Jahren den Begriff der Begabung neu, denn er ging - wie bereits Galton in den frühen Jahren - davon aus, dass mehrere Faktoren für die Ausbildung einer besonderen Begabung notwendig sind. Auf ihn geht das Drei - Ringe - Modell zurück:
 Anhand der Darstellung kann man erkennen, dass er Hochbegabung mit Talent gleichsetzt. Demnach ist das, was er als Talent bezeichnet die Schnittmenge aus überdurchschnittlicher Kreativität, Motivation durch die Umwelt und Begabung. Ausgehend von den Begleitfaktoren können außergewöhnliche Leistungen allerdings nur erbracht werden, wenn die zu bewältigende Aufgabe in besonderer Weise motiviert und ein kreativer und individueller Lösungsmechanismus vollzogen werden kann.
Kritisch anzumerken ist diesem Modell, dass zum einen der soziokulturelle Aspekt, der im Wesentlichen zur Persönlichkeitsentfaltung gehört unberücksichtigt bleibt und auch die Tatsache, dass durch dieses Modell die so genannten Underachiever (= Schüler mit nachgewiesener hoher Intelligenz aber geringer schulischer Leistung) völlig außer acht gelassen werden.
Auf der Ebene dieses Modells und seiner kritischen Anmerkungen entwickelte F.J. Mönks das so genannte “triadische Interdependenzmodell”.
[FONT='Times New Roman', serif]Anhand des Schaubildes erkennt man, dass neben den drei wichtigen äußeren Einflussfaktoren: Familie - Schule - Peergroup (= Entwicklungsgleiche, Freunde) auch innere Einflussfaktoren: hohe intellektuelle Fähigkeit, Motivation, Kreativität (vor allen Dingen im Hinblick auf die Lösungsfindung) eine sehr wichtige Rolle spielen.
Nur dann, wenn alle Faktoren in einem günstigen Bedingungsfeld miteinander stehen, ist die Möglichkeit zu einer Leistung möglich, die in besonderer Weise eine Hochbegabung sichtbar machen kann. [/font]
Was bedeutet das konkret?
Mönks Erklärungsversuch hätte zur Folge, dass hochbegabte Menschen nur dann eine Hochbegabung zeigen, wenn sie - <LI style="TEXT-ALIGN: justify">zum einen diese Leistung aufgrund der inneren Voraussetzungen erbringen können, sie also zu hochintellektuellen Leistungen motiviert sind und durch ihre Kreativität besondere Lösungen anstreben können.
- Zu solchen Leistungen sind sie aber nur dann fähig, wenn das Umfeld stimmt und in besonderer Weise die inneren Faktoren bestimmt.
Dies hat zur Folge, dass Störfaktoren sich negativ auf die Handlungsweisen auswirken können und unter Umständen auch verhindern können, dass hochbegabte Menschen zu ebensolchen Handlungen fähig sind.
Es bedeutet aber auch, dass je stärker die Interdependenz (die Abhängigkeit der Faktoren untereinander) stimmt, desto besser kann ein hochbegabter Mensch seine Fähigkeiten umsetzen und zeigen.
[FONT='Times New Roman', serif][/font]Heller & Hany gehen in ihrem so genannten “Münchner Begabungsmodell” noch einen Schritt weiter. In ihrem Begabungsmodell unterteilen sie die individuellen Fähigkeiten eines Menschen in kognitive und nicht-kognitive Persönlichkeitsmerkmale und verdeutlichen, was bereits im triadischen Interdependenzmodell angedacht wurde: Die Fähigkeit zur Hochbegabung - sofern nicht erkannt und nicht positiv beeinflusst - kann unter Umständen erst gar nicht erkannt werden oder aber sich zurück bilden.
Alle Erklärungsmodelle haben eins gemeinsam: Sie betonen, dass Intelligenz, bzw. die Fähigkeit zu intelligentem Handeln von mehreren Faktoren abhängt als dem gemessenen Intelligenzquotienten. Es erscheint demnach sinnvoll davor zu warnen, den IQ als absolutes Maß der Intelligenz anzuerkennen.
Prinzipiell beschreibt er nur den Stand der Intelligenz - so wie sie sich zum Zeitpunkt der Durchführung des Tests messen lässt. Da es verschiedene Intelligenztests gibt, kann die Intelligenz auch immer nur bezogen auf den jeweiligen Test gemessen werden und wenn man es recht betrachtet, kann ein Vergleich von Intelligenzen nur innerhalb einer Altersgruppe angedacht und durchgeführt werden. Nicht zuletzt deshalb beruht eine solide Diagnostik nicht nur einzig und allein auf der Intelligenzmessung sondern sollte immer auch eine Befragung aller an der Erziehung beteiligten (Eltern, LehrerInnen) und eine Beobachtung der Testsituation mit sich führen.
Der IQ als solches basiert auf der Überlegung, dass einem durchschnittlichen Schüler der IQ 100 zugewiesen wird. Das bedeutet, dass in seiner Vergleichsgruppe (= Gleichaltrige, mit gleichem Test getestet) etwa 50 % bessere Ergebnisse erzielen können. Neben dem IQ 100 wird ihm der Prozentrang (PR) 50 zugewiesen. Mittels Prozentrang kann demnach ermittelt werden, wie viele Kinder der Vergleichsgruppe schlechter abgeschnitten haben.
Die nachfolgende Tabelle soll verdeutlichen, inwiefern Intelligenzbereich und Prozentrang miteinander in Verbindung stehen.
Intelligenzquotient
IQ
Prozentrang
PR
< 70
< 2
70 - 79
2 - 8
80 - 89
9 - 23
90 - 109
25 - 73
110 - 119
75 - 90
120 - 129
91 - 97
> 129
> 97
Ursachen
Wie sich schon aus den verschiedenen Erklärungsmodellen (siehe oben) ableiten lässt, ist die intellektuelle Leistungsfähigkeit von mehreren Komponenten abhängig. Demzufolge ist die “Ursache” der Hochbegabung zwar in den Genen verankert, inwiefern allerdings in den Genen wurzelnde Fähigkeiten zur Ausprägung kommen unterliegt den äußeren Faktoren, der Umwelt, in dem das Individuum heranwächst und vor allen Dingen dem Charakter, den das Kind durch die Entwicklung hinweg herausbildet
Es lässt sich somit festhalten, dass gewisse Voraussetzungen in der genetischen Disposition vorhanden sein müssen, damit die Interaktion mit der Umwelt dieselben verstärken und somit die intellektuelle Leistungsfähigkeit gesteigert werden kann.
Eine gesteigerte intellektuelle Fähigkeit alleine reicht auch dann noch nicht aus, von Hochbegabung zu reden. Entsprechend der prozentualen Verteilung sind nur wenige Menschen zu solchen Leistungen fähig.
Symptome
 Schon anhand der verschiedenen Modelle, die sich um Klärung des Begriffes “Hochbegabung” und hochbegabtem Verhalten bemühen wird Wert auf die Unterscheidung zwischen inneren und äußeren Einflussfaktoren gelegt. Besonders Heller und Haney betonen, dass die Fähigkeit zu hochbegabten Leistungen unter Umständen sogar verkümmern kann, dass aber günstige Einflussfaktoren die Fähigkeit zu besonderen Leistungen durchaus auch verstärken können.
Es ist in besonderer Weise verständlich, dass Bedingungsfaktoren, die miteinander nicht harmonieren nicht nur die Fähigkeit zu besonderen Leistungen verkümmern lassen können. Menschen können nur selten akzeptieren, dass äußere Faktoren die Gesamtkonstellation negativ beeinflussen und somit den Menschen als solches hemmen. So kann eine “unterdrückte” Fähigkeit zu besonderen intellektuellen Leistungen sich auch negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken. Verhaltensauffälligkeiten (auch ADS bzw. ADHS - ähnliche Symptome) und sogar Lernschwierigikeiten sind in besonderer Weise denkbar.
Anzunehmen, dass hochbegabte Kinder in jedem Fall auch als solche auffallen, ist demnach nicht zwingend möglich. Hochbegabte Kinder können auffallen - in positiver wie in negativer Hinsicht.
Darüber hinaus kann das Auftreten einer Teilleistungsstörung, wie beispielsweise Legasthenie oder Dyskalkulie, nicht ausschließen, dass ein Kind hochbegabt ist. Im Gegensatz zur Annahme, dass hochbegabte Kinder nicht auch Probleme in bestimmten Bereichen haben steht gar die Definition der Teilleistungsschwächen, die ein Auftreten von Problemen in bestimmten Teilbereichen trotz normaler bis sogar überdurchschnittlicher Intelligenz erwähnen.
Nachfolgend finden sie eine Auflistung verschiedener Verhaltensweisen, die in verschiedenen Lebensabschnitten sichtbar werden können. Wenn bestimmte Verhaltensweisen oder aber Kombinationen von Verhaltensweisen auftreten, bedeutet es noch lange nicht, dass ein Kind hochbegabt ist. Es bedeutet auch nicht zwingend, dass ein hochbegabtes Kind diese Verhaltensweisen zeigen muss.
Hochbegabte Kinder erwecken aufgrund ihrer intellektuellen Fähigkeiten häufig den Anschein “kleine Erwachsene” zu sein und Gleichaltrigen zu überlegen. Problematisch ist aber, dass dies auf der Gefühlsebene in der Regel nicht zutrifft. Auf die sozialen Fähigkeiten eines hochbegabten Kindes ist somit sehr stark zu achten, da ansonsten die Tatsache als Außenseiter isoliert zu werden, sehr wahrscheinlich wird. Welche Auswirkungen die Tatsache fehlende oder fehlerhafte äußere Einflussfaktoren haben können, geht aus den verschiedenen Modellen (siehe oben) hervor.
Immer wieder kommt es zu subjektiven Fehleinschätzungen, insbesondere von Seiten der Eltern. Aufgrund der Tatsache, dass Bildung immer wichtiger zu werden scheint, ist der Wunsch nach besonderer Begabung, kombiniert mit dem Wunsch nach aktiver Förderung durchaus verständlich. Wie man allerdings schon anhand der prozentualen Verteilung erkennen kann, sind nur sehr wenige Kinder vermeintlich hochbegabt.
|

19.01.2007, 10:31
 |
Teammitglied - Entscheidungsträger
|
|
Registriert seit: 01.08.2005
|
|
Weshalb ist vor einer Fehleinschätzung (vermeintlichen Hochbegabung) zu warnen?
Wenn man annimmt, es sei besser einmal zu viel der Hochbegabung zu “verdächtigen” als eine Hochbegabung zu übersehen, vergisst man die Auswirkungen, die eine solche Verhaltensweise auf die Kinder haben kann. Wenn ein solcher Verdachtsmoment dem Kind gegenüber geäußert wird, impliziert das unter Umständen im Kind die Einstellung: “Ich bin etwas Besonderes”.
Dies alleine ist noch nicht unbedingt als negativ zu bewerten, allerdings ist es dann für das Kind schlimm, wenn es feststellen muss, dass seine Leistungen allenfalls im durchschnittlichen Bereich liegen und es den Erwartungshaltungen der Eltern, bzw. seinem neuen Selbstbild nicht gerecht werden kann.
Ähnlich verhält es sich mit Kindern, die in besonderer Weise schon vor Schuleintritt auf die Schule in Form vorzeitigen Lesens und Rechnens vorbereitet werden. Sie riskieren Langeweile und die Tatsache nach Abebben des Wissensvorsprunges das Gefühl einer Mittelmäßigkeit hervorzurufen.
Im Interesse des Kindes wird an dieser Stelle vor allzu euphorischer Fehleinschätzung, allzu euphorischen Wünschen und überaktiver Förderung gewarnt. Geben Sie Ihrem Kind die Gelegenheit und die Möglichkeit Kind zu sein !
Diagnose
Ausgehend vom Münchner Begabungsmodell sollte eine möglichst breit gefächerte Diagnose aller Einflussfaktoren stattfinden, um eine eventuelle Hochbegabung zu diagnostizieren.
Da insbesondere die äußeren Faktoren (= Umweltfaktoren) einer gewissen Subjektivität unterliegen, lassen sich gewisse Teilbereiche der Begabungsfaktoren (Prädiktoren) und Leistungsbereiche (Kriterien) mittels Intelligenztest nachweisen.
Auch einige Bereiche der nicht - kognitiven Persönlichkeitsmerkmale, wie beispielsweise die Stressbewältigung oder Arbeitsstrategien werden unter Umständen in der Testsituation visualisiert werden können.
Eine Diagnostik gehört in die Hände eines erfahrenen Psychologen, einer erfahrenen Psychologin. In Anbetracht des Erkenntnisstandes wird im Rahmen einer solchen Erhebung neben der eigentlichen Bestimmung des Intelligenzquotienten auch eine Befragung der Eltern und Lehrkräfte zur Abgrenzung und Einschätzung der Umweltfaktoren und der nicht - kognitiven Persönlichkeitsmerkmale stattfinden.
Auf eine Befragung der Klassenkameraden (= peergroup) wird hingegen verzichtet. Da es bereits Erwachsenen schwer fällt, solche Einschätzungen unabhängig von schulischen Noten zu treffen, zeigen sich insbesondere Kinder im Grundschulalter sehr unkritisch. Erhebungen konnten zeigen, dass die Sympathie aber auch die bereits erbrachten schulischen Leistungen (sofern bekannt) die Begabungseinschätzung in besonderer Weise beeinflussen.
Gutachten, die auf die Beurteilung einer Hochbegabung abzielen enthalten in der Regel neben den naheliegenden Informationen (Datum, Angaben zum Intelligenztest, Anamnese, Anlass der Untersuchung) vor allen Dingen auch Aussagen über das Verhalten des Kindes während der Testsituation und die eigentlichen Untersuchungsergebnisse. Gutachten schließen in der Regel mit der Stellungnahme des Psychologen hinsichtlich der Beurteilung der Begabung. Diese Stellungnahmen können zusätzlich Informationen aus der Befragung von Eltern und LehrerInnen enthalten. Diese Befragungen (siehe oben) können in besonderer Weise nützlich sein, da beide Gruppen das Kind bereits über einen längeren Zeitraum hinweg begleitet haben und es in verschiedenen Situationen kennen lernen konnten.
Welcher Test zur Messung der Intelligenz hinzugezogen wird, ist unterschiedlich. Da der Intelligenzquotient als solches kein allgemein gültiges Maß ist, sondern nur den augenblicklichen Stand der Intelligenz bezogen auf ein bestimmtes Testverfahren wiedergibt, muss in einem solchen Gutachten vermerkt werden, welche Verfahren verwendet wurden.
Da es sehr viele unterschiedliche Verfahren zur Bestimmung des Intelligenzquotienten und somit zur Messung von Intelligenz und dem individuellen Entwicklungsstand gibt, soll an dieser Stelle nur exemplarisch auf einige Testverfahren eingegangen werden. Dies ist zum einen aufgrund der recht häufigen Verwendung der HAWIK (Hamburger Wechsler Intelligenztest für Kinder), der CFT (Culture Fair Intelligence Test) und die Münchner Hochbegabungsbatterie, die in besonderer Weise die verschiedenen Aspekte entsprechend des Begabungsmodelles nach Heller und Hany (siehe oben) zu berücksichtigen versucht.
Der HAWIK testet über verschiedene Untertests, wie beispielsweise: Bildergänzungen, Allgemeinwissen, rechnerisches Denken usw. die praktische, verbale und allgemeine Intelligenz.
Der CFT misst die individuelle Fähigkeit eines Kindes zur Erkennung von Regeln und zur Identifikation bestimmter Merkmale. Er misst darüber hinaus, in welchem Maße das Kind zur nonverbalen Problemerfassung und -lösung fähig ist. Insgesamt besteht der Test aus fünf verschiedenen Untertests,
Ein Testverfahren, welches bereits eine Lehrerbefragung in Form einer Checkliste enthält, ist die Münchner Hochbegbungsbatterie von Heller und Perleth, die derzeit noch in der Entwicklung steckt.
Ausgehend vom Münchner Begabungsmodell werden die einzelnen Aspekte, welche die Ausbildung besonderer Begabungen mit bedingen, in die Untersuchung integriert. So geht es neben den allgemeinen Aspekten, die sich auf die kognitiven Fähigkeiten des Kindes beziehen auch um die Frage der sozialen Kompetenz, der Motivation, der eigenen Interessen und um das herrschende Schul- und Familienklima.
Dieses Testverfahren wird zunächst in zwei verschiedenen Auflagen erhältlich sein: als MHBT für die Grundschule und als MHBT für die Sekundarstufe.
Differential- diagnose
Um die Hochbegabung weder zu verkennen noch zu überfördern, ist eine möglichst genaue Diagnose unerlässlich. Beide Extreme können dem Kind schaden und seine intellektuelle Entwicklung gefährden.
Die Erstellung einer Differentialdiagnose hat zur Folge, dass verschiedene Auffälligkeiten hinsichtlich ihrer Ursache hin untersucht werden.
Im Hinblick auf die Hochbegabung bedeutet dies, dass man von den Begleiterscheinungen ausgeht und nach möglichen Ursachen für diese Begleiterscheinungen sucht. In der Tabelle oben sind verschiedene Symptome der Hochbegabung benannt worden.
Entsprechend der Symptome versucht man nun, die möglichen Ursachen herauszufinden.
Da eine Hochbegabung auch verschiedene Symptome aus dem Bereich des ADSoder ADHS mit sich führen kann, ist beispielsweise eine mögliche Differentialdiagnose, die es zu stellen gilt, die Diagnose von ADS, bzw. ADHS.
Auch das Auftreten von Lernproblemen im mathematischen und schriftsprachlichen Bereich können als Folge diverser Symptomatiken auftreten, sodass unter Umständen der Anschein einer Lese - Rechtschreibe - Schwäche und / oder Rechenschwäche erweckt werden kann. Dies bedeutet jedoch nicht, dass zwangsläufig eine Teilleistungsstörung im Sinne einer Legasthenie oder Dyskalkulie vorliegen muss.
Darüber hinaus kann es - je nach Symptomen notwendig werden folgende Syndrome abzugrenzen:
Asperger - Syndrom
Hierbei handelt es sich um ein Syndrom, das sich in der Regel im Schulalter - insbesondere bei Jungen - entwickelt und sich in Form von schweren Kontaktstörungen äußert.
Das Syndrom ist auf Hans Asperger, einen Pädagogen aus Wien zurückzuführen, der im Umgang mit Kindern in Einzelfällen von der Norm abweichendes Verhalten feststellte. Zu den Symptomen des Asperge - Syndromes gehören beispielsweise eine sehr “erwachsene”, teilweise “altklug” erscheinende Ausdrucksfähigkeit, motorische Defizite und eine von der Norm abweichende Gestik und Mimik. Kindern mit einem Asperger - Syndrom fällt es beispielsweise auch nicht leicht, mit anderen Personen Blickkontakt zu halten. Differentialdiagnostisch abzugrenzen ist das Asperger - Syndrom von der Hochbegabung häufig auch deshalb weil Kinder mit einem Asperger - Syndrom frühkindlich durch eine intellektuelle Frühreife auffallen können.
[FONT='Times New Roman', serif][/font] Borderline - Syndrom
Das Borderline - Syndrom umschreibt eine psychische Störung mit sich abwechselnden neurotischen und psychotischen Symptomen. Stimmungsschwankungen, instabile Beziehungen zu anderen Personen und zu sich selbst gehören genauso zum Erscheinungsbild wie die Sehnsucht nach einer zwischenmenschlichen Beziehung in Kombination mit Angst vor eben dieser uvm. Desinteresse - aufgrund von Langeweile
- aufgrund ständiger Unterforderung
- aufgrund von Ignoranz
sich in sich selbst zurückziehen - aufgrund von Langeweile
- aufgrund von ständiger Unterforderung
- aufgrund von Ignoranz
- aufgrund des Gefühls, anders zu sein und dadurch nicht akzeptiert zu werden.
- aufgrund unterschiedlicher Interessen, evtl. Interesse für Dinge, die ältere Kinder / Erwachsene interessieren.
Außenseiter- dasein
(innere Einkehr, Klassenclown spielen,
Streber, Besserwisser...) - weil es selbst merkt, dass es anders ist.
- weil andere Kinder merken, dass es anders ist.
- Interesse für Dinge, für die sich Gleichaltrige nicht interessieren.
- Bevorzugung geistiger anstelle von körperlicher Tätigkeit
- aufgrund von Langeweile
- aufgrund ständiger Unterforderung
schwache Leistungen - aufgrund von Langeweile
- aufgrund ständiger Unterforderung
- aufgrund von Ignoranz
- aufgrund innerer Unzufriedenheit (Gefühl des Andersseins, des Nicht-akzeptiert-Seins, ...)
- aufgrund andersartiger Lösungsmechanismen
Unzufriedenheit - weil es selbst merkt, dass es anders ist.
- weil andere Kinder merken, dass es anders ist.
- aufgrund ständiger Unterforderung
- aufgrund schwacher Leistungen und des Gefühls, eigentlich besser sein zu können.
Perfektionismus - aufgrund des Stellens hoher Anforderungen an sich selbst und an die Umwelt.
Förderung
An dieser Stelle finden Sie nun allgemeine Aussagen zur Förderung von Hochbegabung. Nähere Einzelheiten erhalten Sie auf der Unterseite: Förderung von Hochbegabung.
Im Rahmen der Förderung von Hochbegabung im Bereich der Schule unterscheidet man zwei Teilbereiche: - <LI style="FONT-FAMILY: Arial,sans-serif; LIST-STYLE-TYPE: none; TEXT-ALIGN: justify">1. die Akzeleration
- 2. das Enrichment
Unter einer Akzeleration versteht man die Beschleunigung des Durchlaufens der schulischen Laufbahn. Klassische Aspekte einer Akzeleration sind demzufolge:- die vorzeitige Einschulung
- das Überspringen von Klassenstufen
- der vorzeitige Übergang auf weiterführende Schulen, bzw. Institutionen.
Das Enrichment hingegen bezieht sich auf die Differenzierung von Unterricht und zielt darauf ab, den Unterricht für das hochbegabte Kind so anzureichern, dass es in entsprechender Weise gefördert wird. Es sind in dieser Hinsicht theoretisch viele Möglichkeiten denkbar: - Gruppenprojekte (zur Förderung der Selbstständigkeit, eventuell auf unterschiedlichem Niveau)
- Interessensgemeinschaften
- Unterschiedliche Anforderungsniveaus der Aufgabenstellung (z.B.: Werkstattunterricht, individuelle Tages- und Wochenpläne, ...)
- Arbeitsgemeinschaften
- Extra - Wahlfächer
- “Knobelkurse”
- ...
Wie man anhand der Beschreibung erkennen kann, sind die Maßnahmen des Enrichment in besonderer Weise vom Engagement der Lehrkraft, deren Arbeitsweise aber auch von den Möglichkeiten der Schule abhängig. So kann beispielsweise ein eher offen gestalteter Unterricht besser auf die individuellen Fähigkeiten eines Kindes eingehen und eine weniger starre Organisationsform der Schule mehr Fördermöglichkeiten bieten.
Offene Unterrichtsformen erfordern zum einen ein höheres Engagement der Lehrkraft, aber auch eine Vielfalt an Lehr- und Lernmaterialien und die Möglichkeit, den Unterricht nach außen zu öffnen.
Ein Enrichment im oben beschriebenen Sinne der Binnendifferenzierung bietet nicht nur die Möglichkeit, begabte Kinder zu fördern, sondern durch diese Form der Individualisierung des Unterrichts versucht man allen Kindern gerecht zu werden. Die Kinder dort abzuholen, wo sie entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit angesiedelt werden können, impliziert eine motivationale Anregung und eine individuelle Betreuung. Durch den veränderten Unterricht kann man in besonderer Weise die soziale Kompetenz eines Kindes / der Kinder untereinander steigern und verbessern.
|

19.01.2007, 10:33
 |
Teammitglied - Entscheidungsträger
|
|
Registriert seit: 01.08.2005
|
|
Konzentrationsschwäche
 Synonyme im weiteren Sinne
Konzentrationsschwäche, Unkonzentriertheit, Probleme sich zu konzentrieren, Gedächtnisschwäche, Vergesslichkeit, lack of concentration, Hyposthenurie, Ablenkbarkeit, Hirnleistungsschwäche, schnelle Ermüdung, Aufmerksamkeitsdefizit, Unaufmerksamkeit.
Definition
Um eine Konzentrationsschwäche definieren zu können, muss der Begriff “Konzentration” zunächst beschrieben werden. Unter Konzentration versteht man die Fähigkeit, die gesamte Aufmerksamkeit auf eine Person oder einen Gegenstand hin zu fokusieren.
Die Fähigkeit zur Konzentration ist nicht von Geburt an in einem gewissen Maße fest vorhanden, sondern stellt einen Reifungsprozess dar. Sich konzentrieren können muss sozusagen erlernt werden. Dies kann beim Spielen, im Kindergarten oder in der Schule geschehen. Dass sowohl die Dauer als auch die Intensität der Konzentrationsphasen gesteigert werden kann, spiegelt sich unter anderem darin wieder, dass beide Faktoren mit steigendem Alter ansteigen. Während ein etwa sechsjähriges Kind sich durchschnittlich nur über einen Zeitraum von 15 Minuten hinweg konzentriert arbeiten kann, gelingt dies einem 14 jährigen etwa doppelt so lange.
Symptome
Prinzipiell und rein vom Erscheinungsbild her gesehen, ist eine Konzentrationsschwäche nur schwer von einer Willensschwäche zu unterscheiden. Somit ist es auch leider immer noch häufig der Fall, dass einem konzentrationsschwachen Kind unterstellt wird: “Du willst es ja gar nicht!”
In beiden Fällen ist der innere Drang nach Abwechslung stärker als die Fähigkeit zur Ausdauer. Konzentrationsschwache Kinder benötigen im Prinzip ständige Kontrollinstanzen, die es zum Verweilen bei ein und derselben Tätigkeit bringen. Dies ist jedoch nicht mit permanentem Gängeln gleichzusetzen. Im Idealfall sollte das Kind selbst dazu gebracht werden, dies selbst zu erfüllen. Dies ist unter Umständen allerdings ein recht langer Weg, der darin resultieren sollte, dass ein Kind lernt, zum einen seine Gedanken auf eine Sache zu fokusieren und zum anderen sämtliche Außenreize, die diese Fokusierung stören könnten, nicht zu berücksichtigen.
Entsprechend der Ursachen kann man erkennen, dass dieses große Ziel zumindest in einigen Fällen unter Umständen sogar leicht erreicht werden kann.
Konzentrationsschwächen können ständig, bzw. phasenweise auftreten. - <LI style="TEXT-ALIGN: justify">ständige Konzentrationsschwäche:
Eine permanente Konzentrationsschwäche kann ursächlich darin begründet liegen, dass tiefgreifendere Probleme vorhanden sind , Funktionsschwächen im Gehirn vorhanden sind und beispielsweise ein ADS oder ADHS vorliegt. In diesen Fällen ist eine gesonderte Diagnose notwendig, die wiederum individuelle therapeutischen Maßnahmen nach sich zieht. Informationen hierzu finden Sie hier unter Therapie ADS.
Im Falle eines ADS mit oder ohne Hyperaktivität können nachfolgend genannte Symptome in Erscheinung treten. Dabei handelt es sich lediglich um eine Auflistung. Nicht alle Symptome müssen auftreten, unter Umständen sind einige ADS / ADHS - typischen Symptome nicht genannt.
Mögliche ADS und ADHS - typische Symptome:
- <LI style="TEXT-ALIGN: justify">kurze Phasen der Aufmerksamkeit und damit verbunden: schnelle Ablenkbarkeit, Vergesslichkeit und wechselhaftes Verhalten. <LI style="TEXT-ALIGN: justify">unter Umständen: Raumlagelabilität (Verwechseln der Seiten (rechts - links) und damit verbunden auch das Verwechseln von Buchstaben, ähnlich klingenden Lauten etc.) <LI style="TEXT-ALIGN: justify">Verkrampfte Stifthaltung <LI style="TEXT-ALIGN: justify">Probleme im feinmotorischen Bereich <LI style="TEXT-ALIGN: justify">Entwicklungsverzögerungen im Bereich der Bewegungsfähigkeit (spätes Erlernen des Krabbelns, Laufens, ...)
- Kontaktschwierigkeiten, bzw. unbeständige Freundschaften (Distanzlosigkeit, Isoliertheit, häufige Konflikte, ...)
- Probleme, alltägliche Handlungen in einer kontrollierten Abfolge zu tätigen,
Mögliche ADHS - typische Symptome:- <LI style="TEXT-ALIGN: justify">lange Schreiphasen im Säuglingsalter (auch: häufig schlechte Laune, Trotzphasen) <LI style="TEXT-ALIGN: justify">Schlafprobleme, Probleme beim Essen <LI style="TEXT-ALIGN: justify">sehr früher, bzw. recht später Erwerb der Sprache <LI style="TEXT-ALIGN: justify">Zappeln, nicht Abwarten können. <LI style="TEXT-ALIGN: justify">Aufgaben werden nicht beendet. Viele unberechenbare Handlungswechsel) <LI style="TEXT-ALIGN: justify">Unfähigkeit, auf einem Sitzplatz dauerhaft sitzen zu bleiben (ruheloses Verhalten) <LI style="TEXT-ALIGN: justify">Ablehnung von Körperkontakten <LI style="TEXT-ALIGN: justify">In der Regel: lautes Spielen <LI style="TEXT-ALIGN: justify">Reinreden <LI style="TEXT-ALIGN: justify">überhastetes Sprechen (“Poltern”) <LI style="TEXT-ALIGN: justify">Einhalten von (Spiel-)regeln fällt sehr schwer <LI style="TEXT-ALIGN: justify">Ungerechtigkeiten werden nur schwer ertragen (“Gerechtigkeitssinn”) <LI style="TEXT-ALIGN: justify">Ungeschicklichkeit <LI style="TEXT-ALIGN: justify">häufig: geringes Selbstwertgefühl. Teilweise können sich daraus im Erwachsenenalter Ängste und Depressionen entwickeln
- ...
Mögliche ADS - typische Symptome:- <LI style="TEXT-ALIGN: justify">Tagesträume <LI style="TEXT-ALIGN: justify">geistige Abwesenheit auch beim direkten Ansprechen <LI style="TEXT-ALIGN: justify">“Nicht-Zuhören” <LI style="TEXT-ALIGN: justify">Das Ausführen von Arbeiten in zeitlich angemessenem Rahmen fällt schwer. <LI style="TEXT-ALIGN: justify">Vergesslichkeit <LI style="TEXT-ALIGN: justify">Details werden nur unpräzise wahrgenommen. <LI style="TEXT-ALIGN: justify">Viele Flüchtigkeitsfehler <LI style="TEXT-ALIGN: justify">Vermeiden von anstrengenden (konzentrationsintensiven) Aufgaben <LI style="TEXT-ALIGN: justify">sehr ruhig, erweckt dadurch häufig auch den Anschein, dass “alles egal” ist.
- leichte Beeinflussbarkeit
- partielle Konzentrationsschwäche:
In der Regel tritt eine Konzentrationsschwäche “nur” partiell auf. Diese zeitweilige Konzentrationsschwäche kann sich zum einen in bestimmten Situationen immer wieder wiederholen, aber auch innerhalb des Tages- bzw. Wochenrhythmus immer wieder auftreten.
Die Aufmerksamkeit partiell konzentrationsschwacher Kinder ist darüber hinaus enorm von der Motivation abhängig. So fällt im Alltag beispielsweise auf, dass - sofern die Thematik und die Situation vom Kind als “interessant” eingestuft wird - das Kind durchaus in der Lage ist sich zu konzentrieren und darüber hinaus ausdauernd zuzuhören, bzw. mitzuarbeiten.
|

19.01.2007, 10:34
 |
Teammitglied - Entscheidungsträger
|
|
Registriert seit: 01.08.2005
|
|
Ursachen
Gemäß der Unterscheidung zwischen ständiger und partieller Konzentrationsschwäche (siehe Symptome), lassen sich aus dieser Unterscheidung heraus ebenso unterschiedliche Ursachen benennen.
Die permanente Konzentrationsschwäche ist in der Regel auf eine Funktionsschwäche im Gehirn und andere physische oder organische Ursachen zurückzuführen.
Permanent konzentrationsschwache Kinder leiden häufig unter einer Reizüberflutung, der sie sich selbstständig nicht entziehen können. Kurze Phasen der Aufmerksamkeit und eine damit verbundene schnelle Ablenkbarkeit, Vergesslichkeit und wechselhaftes Verhalten können die Folge sein.
Diese Symptome alleine sind noch kein Indiz für das Vorhandensein eines ADS / ADHS. Um weitere Informationen über diese beiden Syndrome zu erhalten Klicken Sie bitte HIER: ADS oder ADHS.
Die partielle Konzentrationsschwäche hingegen können verschiedenste Ursachen haben. Zu den möglichen Ursachen zählen:
Auch hier gilt wieder: Nicht zwingend ist eine Allergie Auslöser für eine Konzentrations- bzw. Aufmerksamkeitsschwäche. Dies wird unter anderem schon dadurch klar, dass nicht jeder Allergiker zwangsweise konzentrations- oder aufmerksamkeitsschwach ist. Nun gibt es aber zwei Möglichkeiten, die eine Allergie als Ursache möglich erscheinen lassen. - <LI style="TEXT-ALIGN: justify">Die Allergie löst eine dauerhafte Stresssituation aus, worauf der Körper, bzw. die Nebennierenrinde eine Adrenalinausschüttung veranlasst. Der Körper reagiert etwa eine halbe Stunde nach immenser Adrenalinausschüttung mit einer erhöhten Cortisolproduktion. Cortisol wiederum gehört zu der Gruppe der so genannten Glukokortikoide, deren zentrale Wirkung Einfluss auf das Gehirn und die Gedächtinsleistung, sowie auf eine Verhaltensmusteränderung nehmen kann.
- Infolge einer Allergie werden Medikamente zur Linderung der Symptomatik eingenommen, deren Nebenwirkungen darauf verweisen, dass unter Umständen die Wahrnehmung und Konzentrationsfähigkeit geschwächt werden kann.
Insofern wird auch immer wieder die Phosphatempfindlichkeit / Phosphatüberempfindlichkeit als mögliche Ursache für die Entstehung einer Konzentrationsschwäche, unter Umständen sogar eines Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms mit oder ohne Hyperaktivität in Betracht gezogen.
Phosphate sind Bestandteile in Wasch- und Düngemitteln, können sich aber auch in Fertigprodukten, Brausegetränken, Bier und Wein, sowie in Brot befinden.
Organische Phosphate befinden sich allerdings auch in Form von intrazellulären Elektrolyten (Kalziumphosphat) in gewisser Konzentration in unserem Körper. Unter anderem deshalb ist eine phosphatfreie Diät im Rahmen einer Therapie auch umstritten. - <LI style="LIST-STYLE-TYPE: none; TEXT-ALIGN: justify">
- Beginnende Erkrankungen
Hierunter ist das klassische “Ausbrüten” einer Krankheit zu verstehen. Ein Unwohlsein, bzw. Unwohlfühlen kann die Aufmerksamkeit schwächen oder trüben. Diese Symptomatik sollte allerdings schnell wieder verschwunden sein, sobald die Krankheit überwunden wurde.
Dabei müssen die Krankheiten nicht auf körperliche Erkrankungen beschränkt bleiben. Allzu häufig sind auch psychische Erkrankungen die Ursache für beginnende Konzentrationsschwächen. Bei Erwachsenen ist eine Konzentrationsschwäche beispielsweise in vielen Fällen ein Indiz für ein beginnendes Burn - out - Syndrom.
- Probleme, die die Gedanken des Kindes in Anspruch nehmen, z.B. familiäre Probleme, persönliche Probleme, besondere Ereignisse, ...
“Wo bist du bloß mit deinen Gedanken?” Wer hat diese Frage noch nicht gehört. Es gibt Probleme, die so gegenwärtig sind, dass man sie nur schwer aus dem Kopf verbannen kann. Es gibt Situationen, in denen es gelingt, dann wiederum ist man nicht dazu in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen. Hier nützen alle Therapievorschläge zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit nur geringfügig. Wichtig ist es, die Ursachen der Probleme in den Griff zu bekommen. Nicht immer können Probleme gelöst werden, in manchen Fällen muss man auch lernen, damit leben zu können. Dies gelingt häufig nur durch Hilfe von außen, die man in Anspruch nehmen sollte, sobald man merkt, dass man mit der Situation als solches überfordert ist.
Belastende, eventuell die Konzentration der Kinder beeinträchtigende Situationen sind beispielsweise: - <LI style="TEXT-ALIGN: justify">Trennung / Scheidung der Eltern
<LI style="TEXT-ALIGN: justify">Krankheit naher Angehöriger
<LI style="TEXT-ALIGN: justify">Trauer
<LI style="TEXT-ALIGN: justify">Streit
<LI style="TEXT-ALIGN: justify">das Gefühl, ungeliebt zu sein
<LI style="TEXT-ALIGN: justify">Einsamkeit
<LI style="TEXT-ALIGN: justify">Außenseitersituation
<LI style="TEXT-ALIGN: justify">Mobbing - ...
Nicht immer müssen die Gedanken ablenkenden Ereignisse negativer Art sein. So kann die Aufmerksamkeit auch durch große Freude auf ein bevorstehendes Ereignis die Konzentrationsfähigkeit (kurzfristig) beanspruchen und verringern.
- Druck, der von außen auf das Kind ausgeübt wird, z.B. übersteigerte Forderungen durch die Eltern
“Mein Kind soll es einmal besser haben”
Das ist noch häufig die Maxime, die in den Köpfen von Eltern herumschwirrt. Verständlich auf der einen Seite. Unverständlich, wenn das Kind darunter leidet.
Halten Sie sich immer vor Augen, dass das, was Ihr Kind bewältigen soll auch zu bewältigen ist. Handeln Sie nach der Devise: Weniger ist mehr, wenn es beispielsweise um die Freizeitaktivitäten (siehe unten) geht. Seien Sie geduldig und als Ansprechpartner immer da, auch und gerade wenn die schulischen Leistungen nicht Ihren Vorstellungen entsprechen.
Übersteigerte Forderungen - auch wenn Sie sie nicht direkt vor dem Kind äußern - manifestieren sich in Ihrem Verhalten und wirken sich direkt oder auch indirekt auf das Verhalten Ihres Kindes aus. Ihr Kind möchte Ihren Erwartungen entsprechen und ist um so frustrierter, wenn es ihm nicht gelingt. Frustration schafft Lernunlust oder ein ungeduldiges Streben nach Besserung. Beides ruft Probleme im Kind hervor und kindliche Probleme sind häufig die Ursache für Lernprobleme, allen voran die Unkonzentriertheit und das Streben nach Anerkennung.
|

19.01.2007, 10:35
 |
Teammitglied - Entscheidungsträger
|
|
Registriert seit: 01.08.2005
|
|
- Starker / überhöhter Zuckerkonsum
In den 90er Jahren belegten Studien, dass ein hoher Zuckerkonsum nicht nur Auswirkungen auf die Gesundheit der Zähne und das Gewicht hat, sondern dass durch einen überhöhten Süßigkeitenkonsum neben einem Vitaminmangel häufig auch Konzentrationsschwächen ausgelöst wurden.
- schlechte Lernsituation (kein eigener Arbeitsplatz zu Hause, keine Rückzugsmöglichkeit, keine Ruhe, ...)
Um arbeiten und somit sich konzentrieren zu können, benötigt man ein Lernumfeld, das Konzentration zulässt und wesentliche Faktoren, die ablenken können ausschließt.
Kinder und insbesondere Kinder mit Problemen im Bereich der Konzentrationsfähigkeit brauchen einen eigenen, ruhigen und spärlich eingerichteten Arbeitsplatz. Gegenstände, die zum Spielen verleiten, müssen entfernt werden. Dazu kann unter Umständen der Locher oder aber auch das Mäppchen gehören.
Ein spärlich eingerichteter Arbeitsplatz alleine impliziert keine Ungemütlichkeit. Sie müssen alle überflüssigen Materialien als Reize anerkennen, die bewusst oder unbewusst auf ihr Kind einprasseln. Während ein Kind ohne Konzentrationsschwäche bewusst oder unbewusst entscheiden kann: das interessiert mich nicht, erweckt jeder noch so unwichtige Gegenstand beim Kind mit Konzentrationsproblemen dessen Aufmerksamkeit.
Ein spärlich eingerichteter Arbeitsplatz kann also im erweiterten Sinne gleichzeitig auch als “therapeutische Maßnahme” angesehen werden.
Zu einer guten Lernsituation gehört neben dem Arbeitsplatz auch Ruhe. Dies impliziert, dass nicht gemeinsam mit den Geschwistern in einem Raum Hausaufgaben gemacht werden, sondern dass jedes Kind die Möglichkeit hat, sich zurückzuziehen. Rumtobende und redende Geschwister lenken die Aufmerksamkeit auf sich, bewirken eine Unaufmerksamkeit und eine verminderte Fähigkeit zur Konzentration.
Auch das berühmte “Hausaufgaben machen in der Küche” sollte insbesondere in solchen Fällen überdacht werden. Das klassische Desinteresse muss an dieser Stelle auch als auslösendes Moment für Unkonzentriertheit und Ablenkbarkeit genannt werden. Desinteresse ist allerdings nur dann ernst zu nehmen, wenn es sich nicht nur auf einen Themenbereich erstreckt, sondern sich durch das Leben hindurch zieht.
Gleichgültigkeit in vielen Bereichen kann diverse psychische Ursachen haben, beispielsweise: Depressionen, Minderwertigkeitsgefühle, etc.
Studien konnten nachweisen, dass Kinder, die einen erhöhten Fernsehkonsum aufweisen beim Lernen in der Schule schneller abschalten. Dies hängt in erster Linie damit zusammen, dass im Fernsehen ständig Reize auf das Kind einprasseln, während in schulischen Situationen genaues Beobachten und auch Zuhören gefordert wird. Entsprechend der “normalen” altersentsprechenden Konzentrationsfähigkeit finden Phasenwechsel in der Schule weniger häufig statt als im Fernsehen. Dies hat zur Folge, dass sich erhebliche Unterschiede in der Aufmerksamkeit der Kinder feststellen lassen. Während “normal häufige” Fernsehkinder bzw. Kinder mit einem sehr geringen Fernsehkonsum dem Unterricht aufmerksam folgen können, haben Kinder mit einem erhöhten, bzw. deutlich erhöhten Fernsehkonsum in dieser Hinsicht ein Problem. Die Folge ist ein Abschalten, ggf. auch ein Stören des Unterrichts. Insbesondere hier wird deutlich, wie schnell ein Kind mit einer Konzentrationsschwäche zu einem Kind mit Verdacht auf ADS, ADHS oder andere Lernprobleme, wie beispielsweise Legasthenie oder Dyskalkulie werden kann. An dieser Stelle sei noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen:
Kinder mit einer Konzentrationsschwäche leiden nicht zwangsläufig unter ADS, bzw. ADHS. Hingegen weisen Kinder mit einem nachgewiesenen ADS mit oder ohne Hyperaktivität eine Konzentrationsschwäche auf!
Hektik, Stress und Hetze von Termin zu Termin bestimmen oftmals den Alltag von Erwachsenen. Unbewusst übermitteln wir den Kindern damit, dass diese beherrschenden Faktoren zum Leben dazu gehören. Die Auswirkungen sind auch teilweise im kindlichen Alltag schon spürbar. So leiden schon Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter unter einem enormen Zeitdruck. Der pädagogische Fachausdruck hierfür ist Freizeitstress. Dieser wird ausgelöst durch die vielen Möglichkeiten, die den Kindern in Sachen Hobby zur Verfügung stehen. Während man früher sich mit Spielen auf der Straße vergnügte, sich mit Gleichaltrigen nach den Hausaufgaben zum Spielen auf dem Spielplatz verabredete, stehen den Kindern heute andere Tore offen. Dies ist zum einen gut, da es die individuellen Interessen und Fähigkeiten berücksichtigt, zum anderen aber auch negativ zu werten, da man sich häufig nicht für eine Sache entscheidet, der man sich mit ganzem Herzen widmet, sondern sich häufig in der Vielfalt verliert.
Besonders Kindern mit einer Neigung zur Konzentrationsschwäche sollte man diese Erfahrungen ersparen. Halbherzigkeit führt unter anderem auch dazu, dass man nichts richtig macht und dadurch unter Umständen auch keinen Erfolg verspürt.
Ein Kind, das an drei Tagen der Woche Fußball spielt wird mehr Erfolg haben als ein Kind, das dreimal in der Woche verschiedenen Hobbys nachgeht.
Nehmen Sie sich an dieser Stelle einen Augenblick Zeit und überdenken Sie den “Terminplan” ihres Kindes...
Die nachfolgend erwähnten Aspekte spiegeln auf anderem Niveau die berühmte Frage nach “der Henne und dem Ei” wieder. Beides ist denkbar, weicht aber in vielerlei wichtiger Hinsicht voneinander ab.
- Konzentrationsschwäche als Folge von Lernproblemen
Als Folge von Lernproblemen können sich auch bei noch so großer Motivation dieselben in irgendeiner Form zu überwinden Frustration und Unzufriedenheit beim Kind bemerkbar machen. Kinder fühlen sich dann häufig überfordert und aufgrund ständiger Misserfolge demotiviert. Die innere Einstellung ist dann häufig: “Das kann ich doch sowieso nicht.” Die Konsequenz daraus ist, dass sich häufig auch ganz unbewusst das Kind vom Unterricht und den zu bewältigenden Aufgaben abwendet. Dies ist im Prinzip mit einem inneren Aufbäumen gleichzusetzen. Problematisch ist allerdings, dass sich damit die Situation nur noch verschlimmern kann. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass einem Kind mit Lernproblemen Verständnis, Zuwendung und Hilfestellungen angeboten werden. Das Selbstwertgefühl zu stärken ist dabei sehr wichtig. Dies erreicht man vor allen Dingen nicht durch permanenten Tadel. Es erfordert vor allen Dingen von allen an der Erziehung beteiligten Erwachsenen ein Zusammenreißen - auch und gerade wenn das Nervenkostüm arg in Anspruch genommen wird!
- Konzentrationsschwäche als Ursache von Lernproblemen
Auftretende Konzentrationsschwächen sollten immer beobachtet werden und sobald man eine vorübergehende Ursache ausschließen kann, auf deren Ursache hin untersucht werden. Konzentrationsprobleme sind häufig Begleiterscheinungen von anderen Lernproblemen, wie beispielsweise ADS, ADHS, Legasthenie, Lese - Rechtschreibschwäche, Dyskalkulie oder Rechenschwäche etc. .
Diagnose
Es gibt spezifische standardisierte Testverfahren zur Testung der Konzentrationsfähigkeit. Zwei werden nachfolgend - ohne jegliche Erhebung eines Anspruches auf Vollständigkeit und ohne jegliche Form der Wertung - kurz vorgestellt.
TPK - Testreihe zur Prüfung der Konzentrationsfähigkeit bei Zweit- bis Sechstklässlern. Die TPK ist als Gruppentest im Rahmen einer Schulstunde durchführbar. Sie lässt Rückschlüsse auf die Leistungen zu , durch unterschiedliche Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit kann man allerdings auch erkennen, in welchen “kritischen Phasen” eine Konzentration schwer fällt.
Der KT 3 - 4 ist ein spezifischer Test zur Testung der Konzentrationsfähigkeit von Schülern des dritten und vierten Schuljahres, der weder schriftsprachliche noch rechnerische Fähigkeiten voraussetzt. Während des Testes wird über ein speziell integrierte Ergänzung in den Test, die Ablenkbarkeit der Probanden während der eigentlichen Testaufgabe auf die Probe gestellt. Dieser Aspekt fehlt in vielen Testverfahren.
Die Testung der Konzentrationsfähigkeit wird in der Regel von einem Psychologen / einer Psychologin durchgeführt. In einer psychologischen Praxis liegen stets Erfahrungswerte zu bestimmten Testverfahren zugrunde. Der Psychologe kann das individuell geeignete Testverfahren wählen und gibt im Vorgespräch Auskunft über die angewendete Methode.
Neben der Testung der Konzentrationsfähigkeit durch standardisierte Testverfahren steht immer auch das Gespräch mit den Eltern, ggf. auch die Kontaktaufnahme mit ErzieherInnen und LehrerInnen als aussagekräftiges Mittel zur Verfügung.
Wie bereits erwähnt soll an dieser Stelle eindringlich vor der zu schnellen Diagnose eines Aufmerksamkeitsdefizits gewarnt werden. Nicht jede Konzentrationsschwäche impliziert, dass ein solches Symptom vorliegt und es kann fatale Folgen haben, wenn eine solche Diagnose fälschlicherweise und verfrüht gestellt wird.
Aufgrund dessen sind genaue Beobachtungen im Vorfeld unerlässlich. Sie sollten sich stets auf alle Lebensbereiche (Kindergarten oder Schule, häusliche Umgebung, Freizeit) beziehen. So kann man beispielsweise eine Interessen gebundene Konzentrationsfähigkeit feststellen, bzw. bemerken, dass in bestimmten Situationen stets die Konzentration nachzulassen scheint, etc. [FONT='Times New Roman', serif][/font]
Differential - Diagnose
Eine Konzentrationsschwäche fällt in vielerlei Hinsicht, vielleicht sogar auch recht schnell auf. Allerdings ist es mit dem Auffallen und auch einer Diagnose: Konzentrationsschwäche alleine oftmals nicht getan.
Sofern die Konzentrationsschwäche nämlich immer wieder auftritt, muss man davon ausgehen, dass unter Umständen weitere Probleme vorhanden sind.
Eine differentialdiagnostische Abgrenzung der Symptome ist daher oftmals erforderlich. Bei ständigen, bzw. häufig auffallenden Konzentrationsschwächen kann eine Abgrenzung des Aufmerksamkeitsdefizits notwendig werden.
Darüber hinaus sollte die Hör- und Sehfähigkeit des Kindes überprüft werden und gegebenenfalls auch weitere klinische Untersuchungen durchgeführt werden.
Therapie
Therapien im Bereich der Lernprobleme - sei es im Rahmen der Therapie der Legasthenie, der Lese - Rechtschreibschwäche, der Dyskalkulie oder gar des ADS / ADHS haben immer eines gemeinsam: Sie müssen individuell auf das Kind und die jeweilige Situation zugeschnitten werden.
Im Hinblick auf die therapeutischen Maßnahmen im Bereich der Konzentrationsschwäche ist es besonders wichtig, zunächst einmal Situationen zu erheben, in denen die Konzentrationsschwäche in Erscheinung tritt, bzw. auslösende Momente auszumachen, die die Konzentrationsschwäche, bzw. eine fehlende Aufmerksamkeit auslösen.
 Dies kann sich oftmals als schwierig erweisen und häufig ist es auch eine Kombination an Erscheinungen, die auslösend wirken können. Die Problematik des Reizefilterns hinsichtlich wichtig / unwichtig ist dabei nur eine von vielen Möglichkeiten, die in Betracht gezogen werden muss.
Neben einer Vielzahl an therapeutischen Maßnahmen, die gesondert aufgeführt werden sollen, siehe: Therapie der Konzentrationsschwäche, sollen an dieser Stelle insbesondere Maßnahmen genannt werden, die zu Hause ergriffen werden können und als Begleitmaßnahmen und Hilfestellungen während tiefgreifenderer Therapien aufzufassen sind. Entsprechend der Vielzahl an Ursachen, die auslösend wirken können, kann man auch im häuslichen Umfeld reagieren.
Vermeiden Sie ...- <LI style="LIST-STYLE-TYPE: none; TEXT-ALIGN: justify">... Hektik und Unausgeglichenheit ihrerseits.
<LI style="LIST-STYLE-TYPE: none; TEXT-ALIGN: justify">... Freizeitstress des Kindes (weniger Hobbies, mehr Zeit zum
<LI style="LIST-STYLE-TYPE: none; TEXT-ALIGN: justify"> Spielen).
<LI style="LIST-STYLE-TYPE: none; TEXT-ALIGN: justify">... moralische Appelle und ausufernde Belehrungen.
<LI style="LIST-STYLE-TYPE: none; TEXT-ALIGN: justify">... überhöhten Fernsehkonsum.
... langes spielen am Computer.
<LI style="LIST-STYLE-TYPE: none; TEXT-ALIGN: justify">... Reizüberflutung.
<LI style="LIST-STYLE-TYPE: none; TEXT-ALIGN: justify">... zu viele Süßigkeiten.
<LI style="LIST-STYLE-TYPE: none; TEXT-ALIGN: justify">... Druck.
<LI style="LIST-STYLE-TYPE: none; TEXT-ALIGN: justify">... ständige ungeplante Ereignisse und zu viel Spontanität, denn
<LI style="LIST-STYLE-TYPE: none; TEXT-ALIGN: justify"> beides bewirkt, dass sich Ihr Kind ständig auf neue Situationen - einstellen muss.
Sorgen Sie ...- <LI style="LIST-STYLE-TYPE: none; TEXT-ALIGN: justify">... für einen Mittagsschlaf zum Abschalten und zum Regenerieren.
<LI style="LIST-STYLE-TYPE: none; TEXT-ALIGN: justify">... für Regelmäßigkeiten im Tagesablauf und planen Sie feste Zeiten für bestimmte Tätigkeiten (Mittagsschlaf, Hausaufgaben, ins Bett gehen, ...).
<LI style="LIST-STYLE-TYPE: none; TEXT-ALIGN: justify">... für Zuversicht.
<LI style="LIST-STYLE-TYPE: none; TEXT-ALIGN: justify">... für Ehrlichkeit. Loben und tadeln sie, wann immer sie es als notwendig erachten.
<LI style="LIST-STYLE-TYPE: none; TEXT-ALIGN: justify">... für konsequentes Einhalten von Regeln und Regularien.
<LI style="LIST-STYLE-TYPE: none; TEXT-ALIGN: justify">... für gegenseitiges Vertrauen. - ... für Ruhe.
Sie sollten stets daran denken, dass ein Kind gut und gerne am Vorbild lernt. Seien Sie selbst Vorbild und sorgen Sie dafür, dass auch alle an der Beziehung beteiligten möglichst vorbildlich handeln und aufgestellte Regeln nicht nur respektieren sondern insbesondere auch beachten.
Setzen Sie Ziele nach Möglichkeit gemeinsam und achten Sie darauf, dass es Ihrem Kind auch möglich ist, diese Ziele zu erreichen. Stellen Sie insbesondere anfänglich keine zu hohen, aber auch keine zu niedrigen Anforderungen an das Kind. Ziele müssen herausfordern. Es muss sich lohnen ein gestecktes Ziel zu erreichen. Dies impliziert Stolz, Selbstvertrauen und den Wunsch noch mehr erreichen “zu dürfen”.
Ein unerreichbares Ziel weckt keinen Ehrgeiz, ruft Frustration hervor und sorgt dafür, dass sich die Gedanken auf andere Dinge konzentrieren. Vermeiden Sie allerdings auch eine Unterforderung, denn auch das
|

19.01.2007, 10:36
 |
Teammitglied - Entscheidungsträger
|
|
Registriert seit: 01.08.2005
|
|
Denken Sie stets daran: Vieles kann man erlernen, nichts jedoch erzwingen!
In der psychologischen Praxis hat sich unter anderem das Das Marburger Konzentrationstraining für Schulkinder (MKT) als nützlich erwiesen. Es ist besonders für Kinder geeignet, deren Aufmerksamkeit sich infolge einer gesteigerten Ablenkbarkeit, sei es aufgrund von Impulsivität oder verlangsamter Arbeitshaltung immer wieder vom Gegenstand der Bearbeitung weg orientiert. Es eignet sich somit in besonderer Weise für Kinder mit einem ADS - auch mit Hyperaktivität.
Das Marburger Konzentrationstraining für Schulkinder basiert auf der Grundlage der sogenannten verbalen Selbstinstruktion, das bedeutet: Im Rahmen des Trainings findet nicht nur eine Testung der Konzentrationsfähigkeit statt, vielmehr kann durch das Konzentrationstraining und dessen Übungen zur Förderung der Wahrnehmung, der Merkfähigkeit, des logischen Denkvermögens und der Genauigkeit erreicht werden, indem das Kind lernt, sich selbst Anweisungen zur Lösung der Aufgabe zu geben.
Diese verbale Selbstinstruktion ist insbesondere ein Verfahren, welches im Rahmen der ADS und ADHS - Therapie häufig seine Verwendung findet.
Das Marburger Konzentrations- training (MKT)
Das Marburger Konzentrationstraining gibt es in zwei verschiedenen Varianten: - <LI style="TEXT-ALIGN: justify">Für Kindergarten- und Vorschulkinder
- Für Schulkinder
Es ist in besonderer Weise für aufmerksamkeitsdefizitäre Kinder geeignet, die sich nicht gezielt konzentrieren können und eine verlangsamte Arbeitsweise besitzen.
Das Konzept basiert auf Grundlage der verbalen Selbstinstruktion (siehe Ergotherapie), was bedeutet, dass während des Trainings nicht nur die Konzentrationsfähigkeit trainiert und beansprucht wird, sondern das Kind insbesondere durch die verbalen Selbstanweisungen lernt, die Wahrnehmung, die Merkfähigkeit, das logische Denkvermögen und die Genauigkeit zu fördern und sich Lösungsmechanismen selbstständig vor Augen zu halten.
|
| Themen-Optionen |
Thema durchsuchen |
|
|
|
| Ansicht |
Linear-Darstellung
|
Forumregeln
|
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.
HTML-Code ist Aus.
|
|
|
Powered by vBulletin Version 3.5.4 (Deutsch) Copyright ©2000 - 2012, Jelsoft Enterprises Ltd. Content Relevant URLs by vBSEO 2.4.0

Copyright 2005 - 2011 Netzwerk behindertes Kind.de
*****
Sämtliche Inhalte dieses Forums erheben keinen journalistisch-redaktionellen Anspruch.
|