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  #1  
Alt 20.02.2006, 10:44
robi robi ist offline
Grünschnabel
 
Registriert seit: 21.08.2005
Beiträge: 12
Standard be-hinderung ?? oder ent-inderung??

es sagte mal ein bekannter von mir:
werfe der den ersten stein der keine be-hinderung hat.
ja man soll sich eigenlich mal im klaren sein was ist normal? = norm? = genormt ? wer nicht in der norm ist = ver-rückt = aus der mitte der norm??

nein ich bin stolz nicht der norm zu entsprechen! = be-hindert? oder was hinter mich motzart zu sein?? (hochmut?)

nein die gesellschaft siebt aus.(die gründen? wie auch immer!) die nicht so super leistungsfähig sind. = also wer be-hindert wen?

ok ich kann was, was andere nicht können! soll ich dann hochmütig sein ? oder soll ich dem der es nicht so gut kann helfen?? und bekomme ich dann nicht viel mehr zurück??

in der ev.fachhochschule für sozialarbeit in ludwigsburg spricht man nicht mehr von be-hinderung sonder von ent-hinderung. das hat mir zum nachdenken gepracht.
Denkmal
es wird zeit das die gesellschaft trotz leistungs-gesellschaft aufhört zu be-hindern und menschen hilft, was im grundges. steht.
" die würde des menschen ist un-an-tastbar "

ausgrenzung die man nicht selbst möchte, ist das menschenwürdig??


so soviel meine geanken
mfg
robi
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  #2  
Alt 20.02.2006, 10:57
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 01.08.2005
Ort: ostsee
Beiträge: 24.215
Standard

vielen dank für deine gedanken.ich gebe dir recht das man sich klar werden soll was die norm ist,aber anderseits weicht jeder in irgendein teil von der norm ab.egal wie es gibt keinen norm menschen auf jeden fall wirst du keinen finden.und das ist gut so wie unsere kinder alle verschieden selbst eineiige zwillinge sind im wesen nicht 100%gleich. man könnte sich eher die frage stellen was ist eine behinderung oder was behindert einen.ein hochbegabtes kind kann die ganze klasse behindern weil es unterfordert ist und deswegen den unterricht stört kann aber auch eine bereichherung sein weil es durch die hochbegabung wichtige sachen in den stoff einfliesen läst.egal wie auch immer jeder mensch ist liebenswert und sollte in seiner art angenommen werden.durch seine einmailigkeit durch sein wesen wird schon wieder eine andere norm geschaffen
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  #3  
Alt 20.02.2006, 11:23
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo robi,

schön geschrieben von Dir, da glaube ich sind hoffentlich viele Deiner Meinung

LGengel2!
und Nancy

Geändert von Nancy (16.05.2006 um 21:08 Uhr).
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  #4  
Alt 20.02.2006, 17:41
Conny Conny ist offline
Forenhexe
 
Registriert seit: 07.02.2006
Ort: Wilhelmshaven
Beiträge: 2.501
Standard

Hi robi!

Offiziell bin ich ganz normal
Aber...
Ich habe eine Behinderung (z.b. bin ich kurzsichtig und trage Kontaktlinsen)
Ich bin behindert (z.b. durch Ängste)
Ich werde behindert (z.b. durch Situationen, andere Menschen und manchmal behindere ich mich auch selbst )

Was ist schon 'normal'?

In meiner Ausbildung haben wir mal einen Artikel über 'die Pathologie der Normalität' bekommen - das war echt interessant.

Das Ganze ist ein unendliches und immer wieder schwieriges Thema.

Andererseits kann ich als Mensch, der mit beeinträchtigten Menschen arbeitet sagen:
Ich brauche so etwas wie die 'Normalität' als Vergleichs- oder Richtwert,
um anderen helfen zu können!

Ich arbeite jetzt schon so lange in diesem Bereich, dass mir vieles, was mir begegnet inzwischen ganz normal vorkommt. Dann kann es passieren, dass ich in einigen Entwicklungsbereichen keinen Förderbedarf mehr erkennen kann, weil ich denke: Hey - das Kind macht es doch richtig gut, da brauchen wir nichts weiter tun...

Ich schau mich lieber immer mal wieder im 'Regelbereich' unter den 'Normalen' um,
damit ich die Verhältnisse nicht aus den Augen verliere - sonst kann ich meine Arbeit nicht mehr gut genug machen.

Ansonsten gilt für mich:

Es ist normal anders zu sein.

Dieser Spruch kommt aus der Integrationspädagogik und trifft meine Einstellung ganz gut.

Ich denke, es geht weniger darum genau zu definieren, was 'normal' oder was 'behindert' ist. Das klappt sowieso nicht, sonst gäbe es solche Definitionen schon. Es macht auch keinen Sinn, weil man so nur 'Schubladen' baut, in die eh nicht alle reinpassen.

Es wurde auch immer wieder versucht Begriffe oder Bezeichnungen zu finden, die weniger wertend oder verletzend sein könnten. Auch das hat bisher nicht wirklich geholfen. Sobald man nämlich einen vermeindlich besseren Ausdruck gefunden hat, verselbstständigt sich das Ganze und dieser Ausdruck bekommt nach einiger Zeit eine ebenso negative Einfärbung, wie alle anderen vor ihm...

Es geht wohl eher um folgendes:

Welche Einstellung habe ich mir selbst gegenüber
und
welche Einstellung habe ich zu dem Menschen, der mir gerade gegenüber steht.

Ich befürchte, alles andere behindert uns nur in unserem miteinander, oder?

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  #5  
Alt 18.04.2006, 21:56
rednosed rednosed ist offline
Forenfrischling
 
Registriert seit: 10.03.2006
Beiträge: 62
Standard N

Hi robi!
Ich sehe das genau wie Du.

Normal?
--------------------------------------------------------------
Der Mann der aus seinem Porsche Targa aussteigt hangelt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an seiner Autotür hoch. Dabei schaut er sich angstvoll um. Haben das die anderen mitbekommen? Hoffentlich nicht!
Sein Rücken schmerzt er hat einen Bandscheibenvorfall.
Er ist behindert. - Nicht Normal!
Und das möchte er verstecken.
Damit fängt es schon an...

Depression, Migräne, Farbenblindheit, Klaustrophobie, etc...
JEDER Mensch auf dieser Welt ist irgendwie behindert!
Also nicht normal!
Wer oder was ist überhaupt normal?
Normal ist ein Begriff, der ursprünglich alles Unbekannte, Geheimnisvolle und Unverständliche ausklammert.
Früher wurden rothaarige Frauen als Hexen auf dem Scheiterhaufen verbrannt oder Epileptikern der Teufel ausgetrieben weil sie nicht der Norm entsprachen.
In der heutigen Zeit prägt unsere Medienwelt immer stärker eine vorsuggerierte, äußerliche Norm. Schauen wir uns nur mal die vielen Schönheits-Operationen an.
Aber da ist auch der Drang nach immer neuen Sensationen, die Schlagzeilen bringen. Das „Anormale“!
Und in unserer Gier nach dem Außergewöhnlichen, nicht Alltäglichen, Unbekannten, ich möchte fast sagen „verrückten“, strebt die Gesellschaft immer mehr nach dem anormalen Menschen:
Nehmen wir nur mal ein Mann seine Zungenspitze künstlich spalten lässt, weil er das Abartige liebt.
Wir sind alle von außen beeinflusst. Kaum jemand kann von sich behaupten, völlig unvoreingenommen und ohne Vorurteile, einen anderen Menschen zu beurteilen, geschweige denn eine Norm zu definieren.
Also: Wer oder was ist überhaupt normal?
Ich bin es nicht.
Und ich bin, im Gegensatz zu vielen anderen Menschen, stolz darauf!
-------------------------------------------------
Nicht normal?
-------------------------------------------------
Nun liege ich hier und starr an die Decke,
es ist so still in meinem Krankenhaus-Bette.
Die Sicherungsseiten sind hochgeklappt,
mein Teddybär allein hält bei mir wacht.

Die Krankenschwester brachte vorhin die Tabletten.
Jetzt fühle ich mich einsam hier, neben fremden Betten.
Eine Träne läuft entlang an meiner Wange.
Mein Kopfkissen bald nass, denn ich bin bange.

Ich bin nicht normal, bin geistig verwirrt.
Nur meine Mum weiß, was mein Inneres birgt.

Ich kann mich an Kleinigkeiten erfreuen,
die Blumen in der Sonne stundenlang bestaunen.
Ach,... und ich liebe es Menschen anzusehen,
besonders die, die pikiert ihre Blicke zur Seite richten.

Und kann ich auch nicht so gut reden wie die anderen,
ich kann herzhaft lachen oder ... sehr traurig blicken.
Denn auch ich spüre den Schmerz in meiner Seele,
und jede Nadel die da sticht in meine Vene.

Ihr seht ich bin doch eigentlich ganz normal,
denn auch ich habe Gefühle, empfinde Schmerz und Qual.
Sicher, ich bin anders als die anderen.
Aber ich bin... und ich lebe mein Leben!
...
Oh, meine Mum setzt sich an mein Bette,
und streichelt zärtlich über meine Wange.
Die Welt, sie ist so wunderschön,
darf ich in ihre Augen sehen...
----------------------------------------------------------
Dieses Gedicht habe ich 1990 für meine kleine Freundin “Pepsi” geschrieben. Sie war 9 Jahre alt hatte 30 Krampfanfälle am Tag und hat mir gezeigt, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Sie sieht Dinge, die wir längst nicht mehr wahrnehmen, weil sie uns "zu normal" geworden sind.
Z.B. Die Schönheit eines Schmetterlings auf einer Blume, etc...
Dinge, die uns viel wichtiger sein sollten als die Frage:
Was ist überhaupt normal?
...

Geändert von rednosed (18.04.2006 um 22:02 Uhr).
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  #6  
Alt 18.04.2006, 22:16
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo rednosed,

wieder einmal ein wunderschöner, gänsehaut-fabrizierender Beitrag von Dir.


LG
Nancy
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  #7  
Alt 18.04.2006, 22:20
rednosed rednosed ist offline
Forenfrischling
 
Registriert seit: 10.03.2006
Beiträge: 62
Lächeln

Danke,
Also NICHT NORMAL! :-))
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  #8  
Alt 18.04.2006, 22:24
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard

GERNE....aber im angenehmen und positiven Sinne
NICHT normal

LG
Nancy
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  #9  
Alt 18.04.2006, 23:33
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 01.08.2005
Ort: ostsee
Beiträge: 24.215
Standard

klasse ,und ich bin stolz darauf nicht normal zu sein.oder ist das nicht normale schon wieder normal.egal wie auch immer jeder ist einmalig und jeder ist lebenswert und liebenswert.jeder in seiner unnormalen normalität die schon wieder normal ist.normal ist die norm und wer gibt die norm vor.für mich sind unsere kinder normal und die anderen normalen sind für mich manchmal arm dran.sie können vieles nicht also wer ist normal.du und ich er und sie.wir alle egal wer auch immer jeder ist in seiner art normal.wer sagt uns das die norm richtig ist wer macht die norm.ich nicht und du auch nicht.warum also nach der norm richten.für mich ist die norm mein gegenüber.egal welche norm er entspricht es ist seine einmaligen normalität die in einmalig macht.
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  #10  
Alt 04.10.2007, 12:32
Caro Caro ist offline
Inaktiver Benutzer
 
Registriert seit: 13.12.2006
Beiträge: 6.413
Standard

Hallo,

bin über die Forensuche nach etwas ganz anderem hier gelandet.

Auch wenn der Beitrag hier schon älter ist, hat er mich sehr zum Nachdenken angeregt und ich fand es sehr interessant die Gedanken zu dem Thema hier zu lesen.

LG Caro
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