Forum von Netzwerk behindertes Kind.de
Benutzerliste
Kalender
Hilfe
Heutige Beiträge
Forum von Netzwerk behindertes Kind.de
Nützliche Links
Unsortiertes (Behinderungen) Hier können Themen zur Rubrik gepostet werden, die sich nicht in die Unterforen einsortieren lassen.

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen Ansicht

  #1  
Alt 20.05.2005, 12:39
Benutzerbild von Flipy
Flipy Flipy ist offline
Teammitglied - Ansprechpartner für Fragen zum Sozialrecht
 
Registriert seit: 01.04.2005
Ort: Hamburg
Beiträge: 4.195
Standard Was ist erwachsen?

Was ist erwachsen?

Ich bin nun schon einige Jahre „erwachsen“. So nennt man das wohl, wenn man 26 Jahre alt ist. Selbst wenn ich die zehn Jahre vor meinem Unfall abziehe, bin ich schon 16 Jahre alt.
Mit 16 ist man ja auch schon groß, wenn auch noch nicht volljährig.
Worauf will ich hinaus?
Ich habe 10 Jahre Schule hinter mir. 4 Jahre vor und 6 Jahre nach meinem Unfall. Die 2 Jahre in der Krankenhausschule zähle ich hier nicht mit. Wo ich erst wieder schreiben lernte. Ich hatte ja fast alles vergessen. Das kam erst ganz allmählich wieder.
Ich habe eine lange Weile auf dem Niveau meines 4 Jahre jüngeren Bruder gespielt. Als ich mit 11 Jahren ins Reazentrum reiste, las ich die Micky Maus. Nach 14 Monaten dort las ich die Bravo.
In der Schule suchte ich sowohl den Kontakt zu den Schülern meiner alten Klassenstufe (jetzt 2 Jahre höher) wie auch zu den Klassen unter mir. Ich habe mit Junges aus meiner alten Klassenstufe Fußball gespielt. Ich war im Tor. Sie haben mit 3 oder 4 Bällen gleichzeitig auf mein Tor geschossen und waren erstaunt, wie viel ich davon halten konnte. Kaum fassbar, selbst für einen gesunden.
Dann hatte ich Kontakt zu Kindern, die in der vierten Klasse waren, als ich aus der Schule ging. Aber auch mit vielen in den Klassen zwischen der 4. und der 10. Klasse.
Ich weiß nicht, was der Grund war, und es fällt mir auch heute etwas schwer. Ich wurde gewissermaßen in ein Becken geschmissen, wo es hieß: „Schwimm doch, ich weiß, dass Du das kannst.“ Also habe ich meine Angst verdrängt und habe meine Züge gemacht.
Und wenn diese Angst kam, habe ich sie heruntergeschluckt. „Du hast andere Ziele. Lerne laufen, lerne mit der linken Hand umzugehen, lerne in der Schule. Tue dass, was Du kannst.“
Das hat mich einen weiten Weg gehen lassen. Einen großen Teil von mir zumindest. Ein anderer Teil, der „vergessen“ wurde, ist zurückgeblieben. Nicht bei 10 Jahren. Nein, bei 6. Und manchmal bricht dieses Kind aus mir heraus.
Ich habe mich gestern mit einem guten Freund unterhalten. Der ist 42 Jahre alt. Er sagte ebenfalls, dass ich in einigen Dingen noch weit zurück bin. Mir fehlt praktisch die gesamte Zeit der Pubertät. In anderen Dingen bin ich meinem Freund, so seine Worte, weit voraus bei bestimmten Ansichten und Erfahrungen. Dinge, die er noch nicht verstanden hat, beantworte ich mit einer Klarheit, dass es ihn erstaunt.
Für mich stellt sich die Frage, wie ich diese verlorenen Jahre nachholen kann. Sie sind ja nur ein kleiner Teil von mir, der mir fehlt.
Ich suche irgendwie nach einer Lösung, und vielleicht finde ich sie ja auch.

LG Flipi
__________________
Ich bin der Ansprechpartner für Fragen zum Sozialrecht. Ich kann Hinweise geben, aber für eine Rechtsberatung sucht bitte einen Anwalt Eures Vertrauens auf.

Hemingway hat einmal gesagt:"Es gibt kein Problem, dass man nicht mit einem doppelten Scotch lösen kann", und dann hat er sich erschossen. (DmVgGzP)
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 03.02.2006, 19:32
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 01.08.2005
Ort: ostsee
Beiträge: 24.215
Standard

Das hat mich einen weiten Weg gehen lassen. Einen großen Teil von mir zumindest. Ein anderer Teil, der „vergessen“ wurde, ist zurückgeblieben. Nicht bei 10 Jahren. Nein, bei 6. Und manchmal bricht dieses Kind aus mir heraus.
Ich habe mich gestern mit einem guten Freund unterhalten. Der ist 42 Jahre alt. Er sagte ebenfalls, dass ich in einigen Dingen noch weit zurück bin. Mir fehlt praktisch die gesamte Zeit der Pubertät. In anderen Dingen bin ich meinem Freund, so seine Worte, weit voraus bei bestimmten Ansichten und Erfahrungen. Dinge, die er noch nicht verstanden hat, beantworte ich mit einer Klarheit, dass es ihn erstaunt.
Für mich stellt sich die Frage, wie ich diese verlorenen Jahre nachholen kann. Sie sind ja nur ein kleiner Teil von mir, der mir fehlt.
Ich suche irgendwie nach einer Lösung, und vielleicht finde ich sie ja auch.


die lösung liegt in dir selbst.nimm es an das dir "nur"6 jahre fehlen.,bedenke auch in jeden manne steckt ein kind.dann sind es schon keine 6 jahre mehr.und bewahre dir den rest kind sein.bedenke aber auch du hast so viel erreicht wie kaum ein anderer und dieses wiegt die andere seite auf.alles liebe für dich

Mit Zitat antworten
Antwort


Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

vB Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.
Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 18:21 Uhr.
Powered by vBulletin Version 3.5.4 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2012, Jelsoft Enterprises Ltd.
Content Relevant URLs by vBSEO 2.4.0
Copyright 2005 - 2011 Netzwerk behindertes Kind.de ***** Sämtliche Inhalte dieses Forums erheben keinen journalistisch-redaktionellen Anspruch.