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15.04.2006, 23:03
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Behinderung in der Gesellschaft der Neandertaler
Vor 150 Jahren wurden die Neandertaler entdeckt. Aber erst vor kurzem wurde auch darüber berichtet, dass einer der gefundenen Neandertaler über 20 Jahre lang nach einem Knochenbruch überlebt hatte.
Er war aufgrund dieses Knochenbruchs in seinen Bewegungen eingeschränkt und behindert.
Ohne die Fürsorge seiner Mit-Neandertaler, also seiner Mitmenschen, hätte er nicht diese lange Zeitspanne überleben können - er wäre verhungert oder wilde Tiere hätten ihn erlegt.
Dies zeigt, dass die Gesellschaft der Neandertaler sehr weit entwickelt war. Viel weiter, als ich das z. B. gedacht hätte ...
Zu dem 150 jährigen Jubiläum des Neandertaler-Fundes gibt es übrigens jetzt auch ein Sonderheft von National Geographic:
Zitat:
Hamburg (ots) - Hamburg, 3. April 2006. NATIONAL GEOGRAPHIC
DEUTSCHLAND präsentiert in einem neuen Sonderheft spannende
Reportagen über das Abenteuer unserer Menschwerdung. Das Heft "Wie
wir Menschen wurden" bietet zum 150. Jahrestag der Entdeckung des
Neandertalers umfassende Informationen zum aktuellen Wissensstand
über die menschliche Evolution - von den Anfängen vor etwa sieben
Millionen Jahren bis zum Aussterben des Neandertalers vor 27.000
Jahren. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den neuesten Methoden der
virtuellen Anthropologie: Eindrucksvolle Illustrationen und Fotos
zeigen Rekonstruktionen der Gesichter unserer Vorgänger, renommierte
Forscher geben Einblick in ihre paläontologischen Untersuchungen und
erklären die großen Entwicklungsschritte des Homo sapiens in der
letzten Eiszeit. Das Sonderheft aus der Reihe "Collector's Edition"
erscheint am 4. April, hat 160 Seiten und kostet 7,50 Euro.
Immer noch gibt es viele Rätsel um unsere Herkunft. So ist bis
heute unklar, ob sich die Gene des modernen Menschen mit denen des
Neandertalers vermischt haben. Beide Arten lebten etwa 10.000 Jahre
lang gemeinsam in Europa, aber der Neandertaler verschwand plötzlich.
Lange Zeit galt der Neandertaler als dumm und animalisch, neue Funde
zeigen aber, dass die Unterschiede zwischen ihm und dem modernen
Menschen nur gering waren: Sie hatten eine Sprache, haben sich um
behinderte Mitmenschen gekümmert, bestatteten ihre Toten und stellten
sich den Grundfragen menschlicher Existenz.
Neben dem Neandertaler bevölkerten auch andere Hominiden-Arten die
Erde. Paläontolo¬gen fanden bislang Knochenreste von bis zu sieben
Millionen Jahre alten Vorgängern des Menschen. Der wohl berühmteste
Fund ist das mehr als 3 Millionen Jahre alte Frauenskelett "Lucy",
das Donald C. Johanson 1974 in Äthiopien entdeckte. Im neuen
Sonderheft von NATIONAL GEOGRAPHIC berichtet er über diese Ausgrabung
und seine späteren Expeditionen nach Afrika. "Lucy" war nur etwa
einen Meter groß, aber sie ging bereits aufrecht auf zwei Beinen. Die
Diskussion um den ersten aufrechten Gang hält unter den
Wissenschaftlern bis heute an.
Auf der Insel Flores in Indonesien lebten noch bis vor etwa 12.000
Jahren die "Hobbits", Zwergmenschen. Ihr Gehirn war kleiner als das
eines heutigen Schimpansen, aber diese kleinwüchsigen Menschen
besaßen eine entwickelte Technologie. Wie diese Menschenart, die
vermutlich eine Entwicklungslinie des Homo erectus war, auf die Insel
gelangte, wie sie so lange überlebte und warum sie schließlich doch
ausstarb, ist noch ungeklärt. Wissenschaftler sind sich einig, dass
internationale Kooperationen der Schlüssel für die Zukunft der
Forschung über die Herkunft des Menschen sind. Ein Beispiel ist das
von der EU geförderte "TNT-Projekt" mit der webbasierten Datenbank
"Nespos": Wissenschaftler finden hier den Zugang zum weltweit größten
Datenpool mit digitalisierten und in 3D dargestellten Fossilien,
Werkzeugen und Fundorten des Neandertalers. NATIONAL GEOGRAPHIC
bietet darüber hinaus ein eigenes Internet-Portal zur Evolution des
Menschen an: Unter www.archchannel.de gibt es die neuesten
Erkenntnisse aus Forschung und Wissenschaft, aufbereitet mit vielen
animierten und interaktiven Elementen.
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Hier einmal die Textpassage zu der Behinderung:
Zitat:
Bei meinem Besuch reden wir über den Menschen, über einen Mann, der vor 40.000 Jahren im Neandertal lebte und dessen Knochen der Paläopathologe untersucht hat. Dieser Neandertaler hatte sich einmal den linken Arm gebrochen, dicht unter dem Ellbogen. "Der Bruch verheilte zwar, aber der Arm ist nie wieder voll funktionsfähig geworden", sagt Schultz. Das hat die mikroskopische Untersuchung einer Knochenprobe aus der Elle ergeben. Die erzwungene Schonhaltung verursachte dann eine Osteoporose.
"Und trotzdem ist der Mann 40, vielleicht 45 Jahre alt geworden", weiß Schultz. Diese Erkenntnis räumt mit einem Vorurteil auf: "30 Jahre, hört man oft, sei die Lebenserwartung der Menschen damals gewesen. Aber wer von Krankheiten und Jagdunfällen verschont blieb und immer genug zu essen hatte, der konnte schon in der Eiszeit 60 werden. Er musste nicht einmal in der Lage sein, sich selber zu versorgen. So wie unser Neandertaler. Sein Skelett verrät uns, dass er mit seinem Handicap Jahrzehnte lebte. Also hat er in einem Clan gelebt, der ihn pflegte. Das ist der erste nachgewiesene Fall von sozialer Fürsorge."
(Quelle: Späte Diagnose - archchannel)
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Ich bin tief beeindruckt von unseren Vorfahren ... das ist ein spannendes Thema ...
LG
Mary
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... schön Dich zu lesen  ...
Hiermit untersage ich ausdrücklich aus datenschutzrechtlichen Gründen, mich als Kontakt in Netzwerken wie Facebook anzugeben! Bitte wahrt meine Persönlichkeitsrechte und die Bestimmungen des deutschen Datenschutzrechts. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, dem empfehle ich z. B. den Artikel "Krake Facebook"
Und wen Öko-Themen interessieren, hier meine neue Lieblingsseite - ganz frisch auf'm Markt: SymBioZone
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15.04.2006, 23:31
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Liebe Mary,
das erstaunt mich richtig!
Sehr interessant, daß sich in diesem Zeitalter die
Menschen gegenseitig unterstützten.
LG
Nancy
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