Menschen mit schweren Behinderungen nicht ins Alten- oder Pflegeheim abschieben
Lebenshilfe appelliert an neue Bundesregierung, gesellschaftliche Teilhabe auch für Personen mit hohem Hilfebedarf sicherzustellen - Kongress "Wir gehören dazu!" in Magdeburg mit 600 Teilnehmern
(
Öffentlich)
von der Pressestelle, Bundesvereinigung Lebenshilfe
Magdeburg. Zum Auftakt ihres Kongresses "Wir gehören dazu!" appellierte die Bundesvereinigung Lebenshilfe an die zukünftige Bundesregierung, die gesellschaftliche Teilhabe von Personen mit hohem Hilfebedarf sicherzustellen. Noch bis zum 24. September werden im Magdeburger Maritim-Hotel 600 Fachleute aus dem gesamten Bundesgebiet darüber beraten und diskutieren, wie angesichts des enormen Kostendrucks auch Menschen mit schweren Behinderungen ein Leben in Würde führen können.
"Es darf nicht sein, dass schon ein 20-Jähriger mit hoher Pflegestufe Gefahr läuft, in ein Alten- oder Pflegeheime abgeschoben zu werden", so Robert Antretter, Bundesvorsitzender der Lebenshilfe. Auch für den Personenkreis der Menschen mit schweren Behinderungen gelte, dass die pädagogische Förderung Vorrang vor der reinen Pflege haben müsse.
Der Lebenshilfe-Vorsitzende machte deutlich, dass die Zahl der behinderten Menschen mit hohem Hilfebedarf in den nächsten Jahren noch steigen werde. Grund dafür sei zum einen die erste Generation behinderter Menschen, die nach der Verfolgung und Ermordung durch die Nazi-Euthanasie das Rentenalter erreicht. Zum anderen erhöhe der medizinische Fortschritt die Lebenschancen auch für Menschen mit schweren Behinderungen. Diese an sich begrüßenswerten Entwicklungen verursachten aber Zusatzkosten in Milliardenhöhe – eine Herausforderung, der sich die Politik stellen müsse.
Die Lebenshilfe fordert deshalb ein eigenes Leistungsgesetz für behinderte Menschen, das die vorhandenen Mittel bisher verschiedener Leistungsträger bündelt und effizienter einsetzt. Ein Leistungsgesetz müsse die bedarfsorientierte Eingliederungshilfe garantieren und die Kostenlast auf möglichst viele Schultern verteilen. Antretter: "Um die Kommunen zu entlasten, könnte ein erster Schritt ein aus Bundesmitteln finanziertes Teilhabe- oder Behindertengeld sein."
Gefördert wird der Kongress unter der Schirmherrschaft von Bundespräsidentengattin Eva Luise Köhler durch die Aktion Mensch und das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung.
2045 Zeichen – Abdruck – honorarfrei – Belegexemplar erbeten
Hinweis für die Redaktion:
Ein druckfähiges und honorarfreies Foto zum Thema Kongress können Sie :
hier herunterladen.
Quelle:Newsletter Lebenshilfe