Forum von Netzwerk behindertes Kind.de
Benutzerliste
Kalender
Hilfe
Heutige Beiträge
Forum von Netzwerk behindertes Kind.de
Nützliche Links
Unsortiertes (Hilfsmittel, Pflegegeld & Co.) Hier können Themen zur Rubrik gepostet werden, die sich nicht in die Unterforen einsortieren lassen.

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen Ansicht

  #1  
Alt 11.01.2008, 21:34
Benutzerbild von angelika
angelika angelika ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 08.02.2006
Ort: rotterdam und wien
Beiträge: 7.502
Standard Trotz Stimmverlust mit eigener Stimme sprechen

Trotz Stimmverlust mit eigener Stimme sprechen


Mit einem Softwareprogramm können kehlkopf- und stimmgeschädigte Patienten über den Computer sprechen – mit ihrer eigenen Stimme.

Das Verfahren des Oldenburger Wissenschaftlers Dr. Eduardo Mendel funktioniert so: Am Anfang steht die Sprachaufnahme bei Patienten, bei denen ein Stimmverlust droht. Mendel: „Es ist äußerst wichtig, dass die Patienten von dieser Möglichkeit früh erfahren, damit ihre Stimme noch gut klingt."

Hauptsächlich handelt es sich um Menschen, die an Kehlkopfkrebs oder der neurologischen Krankheit ALS erkrankt sind. Die Patienten müssen eine Wortliste vorlesen, die mehrere tausend Silben und alle Phoneme beinhaltet, was rund drei Stunden dauert. Sobald der Patient seine digital gespeicherte Stimme benötigt, wird das "Sprachmaterial" von Mendel und seinen Mitarbeitern ins individuelle Sprechprogramm "Meine-eigene-Stimme" integriert und dem Patienten zugeschickt. Diese zweite Phase nimmt 60 bis 70 Arbeitsstunden in Anspruch.

Nach der Installation des Programms auf seinem Computer kann dann der von Stimmverlust betroffene Patient Sätze eingeben, die anschließend von seiner "eigenen Stimme" gesprochen werden. Zwar ist die Sprache aus dem Computer nicht völlig identisch mit der "lebendigen" Sprache, da das Programm nicht ganze Satzmelodien nachbilden kann, allerdings ist der Klang völlig natürlich und in seiner Individualität eindeutig erkennbar.

Inzwischen haben Mendel und seine Mitarbeiter für rund 50 Patienten ein angepasstes Softwareprogramm erstellt. In diesem Jahr ist das Verfahren in das Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen aufgenommen worden. "Das ist natürlich ein großer Erfolg", so Mendel, "andererseits ist die Bewilligungspraxis der einzelnen Kassen sehr unterschiedlich, und manchmal entscheidet sogar dieselbe Kasse von Fall zu Fall unterschiedlich." Dass das Programm, das 3.200 Euro kostet, abgelehnt wird, weil es teurer als die Sprechprogramme mit unpersönlichen Stimmen ist, mag Mendel nicht gelten lassen: "Gerade die eigene Stimme gehört zu den zentralen Dimensionen unserer Persönlichkeit.“

REHACARE.de; Quelle: Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg
__________________
Der Weg von Mensch zu Mensch,
ist oft weiter und schwieriger,

als der Weg von der Erde zum Mond.
angie
Mit Zitat antworten
Antwort


Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

vB Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.
Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Erstellt von Forum Antworten Letzter Beitrag
Kehlkopfkrebs: Software «rettet» die Stimme Nancy Infos aus anderen Fachbereichen 1 02.12.2007 17:28


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 18:45 Uhr.
Powered by vBulletin Version 3.5.4 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2012, Jelsoft Enterprises Ltd.
Content Relevant URLs by vBSEO 2.4.0
Copyright 2005 - 2011 Netzwerk behindertes Kind.de ***** Sämtliche Inhalte dieses Forums erheben keinen journalistisch-redaktionellen Anspruch.