Tag der Immunologie am 29. April 2006: Angeborene Immundefekte - Früherkennung rettet Leben /
100.000 Betroffene - nur 700 diagnostiziert /
Häufige Warnhinweise /
Veranstaltungen in Hannover und Düsseldorf
27.04.2006 - 12:48 Uhr,
Dt. Selbsthilfe Angeborene Immundefekte
Schnaitsee (ots) - Typisch Aprilwetter: Vom Sonnenschein in den
Regen. Jetzt ist wieder die Zeit, in der man sich leicht eine
Erkältungen einfängt. "Doch hinter den ständig wiederkehrenden
Erkältungs- und Grippesymptomen kann sich ein angeborener Immundefekt
verbergen", warnt Gabriele Gründl, Bundesvorsitzende der Deutschen
Selbsthilfe Angeborene Immundefekte. Um über die Krankheit, ihre
Symptome und Therapiemöglichkeiten aufzuklären, ruft die europäische
Föderation der Immunologischen Gesellschaften am 29. April 2006
erneut zum Europäischen Tag der Immunologie auf. In Deutschland wird
die Deutsche Selbsthilfe Angeborene Immundefekte (DSAI) maßgeblich
den Tag der Immunologie gestalten.
Rund 100.000 Menschen - darunter viele Kinder - leiden in
Deutschland an einem angeborenen Immundefekt. Allerdings sind nur 700
der Patienten diagnostiziert, denn der Defekt wird von Ärzten und
Eltern häufig nicht erkannt. Eine späte Diagnose kann im schlimmsten
Fall tödliche Folgen haben. Dabei könnten viele der kleinen Patienten
durch die regelmäßige Behandlung mit Immunglobulinen aus dem
Blutplasma gesunder Menschen ein nahezu normales Leben führen.
"Deswegen lautet unser oberstes Ziel: Aufklärung. Ärzte müssen den
Immundefekt viel schneller erkennen", sagt Gabriele Gründl.
In einer Umfrage unter 1.700 Ärzten gaben 45 Prozent an, einen
angeborenen Immundefekt an mehr als zwei schweren
Nasennebenhöhlen-Entzündungen im Jahr zu erkennen. Als zweit
häufigstes erkanntes Symptom gaben die Befragten "Wiederkehrende
tiefe Haut- oder Organabszesse" an. Ähnlich viele Ärzte
identifizierten die Immundefekte an mehr als zwei Lungenentzündungen
pro Jahr.
Bereits seit 15 Jahren engagiert sich die Deutsche Selbsthilfe
Angeborene Immundefekte für die Aufklärung im Bereich angeborene
Immundefekte. Um die Diagnoserate - und damit die Chancen der
Patienten - zu verbessern, startete die DSAI am 6. April in Berlin
die breit angelegte Aufklärungskampagne "Seltene Krankheiten - Gar
nicht so selten. Frühe Diagnose rettet Leben und senkt
Behandlungskosten". Ziel der Kampagne ist, die politische und
öffentliche Aufmerksamkeit über Seltene Erkrankungen am Beispiel der
Primären Immundefekte (PID) zu erhöhen.
Anlässlich des Tages der Immunologie findet am Freitag, 28. April
2006, an der Medizinischen Hochschule Hannover, von 13 bis 15 Uhr
eine Informationsveranstaltungen für Schüler (Hörsaal F) sowie Laien
und Interessierte (Hörsaal M) zum Thema "Starke Abwehr" statt. In
Düsseldorf findet am Freitag, 5. Mai 2006, in der Kinderklinik
Schlossmannhaus, Seminarraum 3, eine Veranstaltung statt, bei der
Mitglieder der DSAI, Betroffene sowie Spezialisten Vorträge halten
werden.
Weitere Informationen unter
www.dsai.de.