09.09.2006
"Ein Vorbild für uns alle"
Walburga Pinter mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt
Waidhaus. (pk) "Wir alle sind stolz und dankbar, so außergewöhnliche Menschen wie Sie in unserer Mitte zu haben. Bürgerinnen und Bürger von Ihrem Format machen unsere Heimat lebenswert und liebenswert." Lobesworte von Europaministerin Emilia Müller für Walburga Pinter. Am Freitag erhielt die Hausfrau aus Waidhaus bei der Regierung der Oberpfalz das Bundesverdienstkreuz am Band.
Seit fast einem halben Jahrhundert pflegt Pinter ihre schwerstbehinderte Tochter. "Sie haben ihr in all den Jahren den Großteil Ihrer Lebensenergie geschenkt", anerkannte Ministerin Müller in ihrer Laudatio. Mit "unglaublicher Kraft" und unter enormer körperlicher und psychischer Belastung habe die Geehrte ihre Tochter liebevoll umsorgt und sie zu ihrem Lebensmittelpunkt gemacht. "Ihre bedingungslose Mutterliebe und Ihre unerschöpfliche Fürsorge waren der Antrieb für eine selbstlose und aufopferungsvolle Pflegetätigkeit, die Ihr Leben bis heute prägt."
Nachdem Walburga Pinter im Sommer 2002 selbst eine schwere Krankheit verkraften musste, habe sie ihre Tochter Monika schweren Herzens in eine Behinderteneinrichtung im Landkreis Neustadt gegeben. An den Wochenenden und in den Ferien kümmere sie sich aber nach wie vor allein um sie. Kaum jemand mache sich heute eine Vorstellung davon, was es bedeutet habe, vor rund 50 Jahren ein behindertes Kind groß zu ziehen, als man als Familie weitestgehend auf sich allein gestellt gewesen sei. Menschen wie Walburga Pinter seien deshalb "menschlich und moralisch ein Vorbild für uns alle".
Die Ministerin betonte auch die Bedeutung des 1951 von Bundespräsident Theodor Heuss ins Leben gerufenen Bundesverdienstordens, der höchsten Ehrung, die Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl verleiht. Müller schlug die Brücke vom bevorstehenden Besuch Papst Benedikt XVI. und seiner ersten Enzyklika "Deus caritas est" (Gott ist die Liebe) zur Notwendigkeit des Dienstes am Mitmenschen. "Bürgerinnen und Bürger wie Sie tragen das soziale Netz unserer Gesellschaft. Gerade Menschen mit Behinderungen brauchen Brücken der Solidarität und des Vertrauens."
(Quelle:
Oberpfalznetz)