| Unsortiertes (Kiga, Schule u. Beruf) Hier können Themen zur Rubrik gepostet werden, die sich nicht in die Unterforen einsortieren lassen. |

13.12.2006, 13:05
 |
Teammitglied - Entscheidungsträger
|
|
Registriert seit: 01.08.2005
|
|
Ein bisschen Dreck ist gesund
Gute Nachricht für „kleine Dreckspatzen“: Mediziner haben herausgefunden, dass in Pfützen zu patschen, Erde zu schaufeln und Baggermatsch zu verkosten durchaus gesund ist. Und nicht nur das, übertriebene Hygiene kann sogar krank machen, zu Asthma und Allergien führen.
Das klingt seltsam. Wie kann Dreck vor Allergien schützen? Müssen nicht gerade Allergiker peinlich darauf achten, dass sie keinem Tierhaar, keinem Staubkorn und keiner zarten Blütenpolle zu nahe kommen? „Keine Angst“, meint Professor Dr. Theodor Zimmermann, Arzt an der Poliklinik für Kinder und Jugendliche der Uni Erlangen. „Gerade im ersten Lebensjahr braucht ein Baby die Konfrontation mit Bakterien und auch Viren. Das stärkt das Immunsystem und schützt damit vor Allergien.“
Britische Wissenschaftler haben hierfür die Probe gemacht. Sie untersuchten 2653 Menschen im ärmsten Land Europas, in Albanien, auf Allergiehäufigkeit. Ergebnis: Infektionskrankheiten sind dort zwar viel häufiger als hier. Heuschnupfen und Asthma gibt es jedoch wesentlich seltener als in jedem anderen europäischen Land. Und das, obwohl die Toiletten im Arbeiterviertel von Tirana nie mit Desinfektionsmittel behandelt werden, Kinder oft im Abfallhaufen wühlen und Duschen reiner Luxus ist.
Auch Studie aus aus Österreich, Holland, Schweden, Frankreich oder Australien kommen zum Ergebnis: Dreck macht unsere Kinder fit. So wurden über 1200 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren im Auftrag des bayerischen Umweltministeriums untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass Stadtkinder 15-mal häufiger an Allergien leiden als ihre Altersgenossen, die auf Bauernhöfen aufwachsen. Je intensiver dabei der Stallaufenthalt war, desto ausgeprägter war der Schutz vor Asthma und Allergien.
Keime scheinen besonders gut vor Allergien zu schützen
Der englische Biowissenschaftler Matt Ridley gab dafür eine einleuchtende Erklärung: „In der Steinzeit hatte das Immunsystem reichlich zu tun: Spulwürmer, Bandwürmer, Hakenwürmer und Leberegel mussten bekämpft werden. Die Abwehrzellen hatten keine Zeit, sich um Katzenhaare oder um Milben zu kümmern. Heute langweilen sie sich oft. Und deshalb treibt das Immunsystem Unfug und fährt schwere Geschütze gegen harmlose Dinge wie Katzenhaare auf.“
Lässt sich also mit einer gehörigen Portion Schmutz verhindern, dass aus einem Kind ein Allergiker wird? „Hierfür gibt es keine Garantie“, sagt der Epidemiologe Erich Wichmann. „Denn die erbliche Veranlagung spielt eine wichtige Rolle.“ Ohne familiäre Belastung entwickeln bis zu 15 Prozent aller Kinder eine Allergie. Ist ein Elternteil Allergiker, steigt das Risiko bereits auf 30 Prozent. Sind beide Eltern belastet, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass auch das Kind eine Allergie bekommt, bei 80 Prozent. „Allerdings ist die Neigung zur Allergie das eine. Ob sie zum Ausbruch kommt, hängt durchaus auch vom Verhalten der Eltern ab“, so Wichmann.
Für Sauberkeit und Hygiene gelten weiter Regeln
Nach wie vor gilt: Vor dem Essen Hände waschen! Und das Kinderzimmer wird auch in Zukunft nicht zur Müllhalde mutieren, nur weil zu viel Hygiene Allergien provozieren könnte. „Es kommt auf die richtige Prise an Keimen an“, so Kinderärztin Dr. Susanne Berger. Doch wie viel Dreck braucht ein Kind?
quelle familie.de
|

13.12.2006, 13:06
 |
Teammitglied - Entscheidungsträger
|
|
Registriert seit: 01.08.2005
|
|
Welcher Dreck ist ungesund?
Sandkasten oder Ostseestrand?
Es ist ein Unterschied, ob der Einjährige den Sand auf dem Spielplatz im Hamburger Szeneviertel schluckt oder ob sich die Zweijährige den beinahe unberührten Strandsand auf einer Mittelmeerinsel in den Mund stopft. Verschmutzungen wie Hundekot machen aus harmlosem Spielplatzsand oft ein gefährliches Gemisch. Hier wird beispielsweise der Fuchsbandwurm übertragen, dessen Larven die Leber befallen. Ein paar Muschelreste im Mittelmeersand dagegen nützen eher als dass sie schaden.
Keine Schutzglocke für Einzelkinder!
Eben noch hat die kleine Anna am Löffel gesabbert, da greift ihn sich schon Julian und schleckt die letzten Breireste ab. Unhygienisch? Nicht unbedingt. Untersuchungen des GSF-Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg bei München haben ergeben, dass Säuglinge, die schon früh Krippen besuchen, die geringste Neigung zu allergischen Reaktionen haben. Wenn sie nämlich gemeinsam mit zwölf Altersgenossen am Krippen-Tisch sitzen, ist die Chance, den Löffel vom Nachbarn zu erwischen, ziemlich groß.
Mit dem Breirest wandern auch die Schnupfen-Bakterien zum anderen, und genau das bringt den gewünschten Allergie-Schutz. Die Erkältungsbakterien, so eine mögliche Erklärungstheorie, aktivieren bestimmte Zellen des Immunsystems, die Th1-Zellen. Fehlt diese Anregung des Immunsystems, bilden sich mehr von den Schwesternzellen Th2. Diese sind wichtig, wenn sich der Körper gegen Parasiten zur Wehr setzen muss. Wenn es keine Parasiten gibt, greift die Überzahl an Th2-Zellen eben harmlose Allergene an.
Vieles deutet darauf hin, dass vor allem im ersten Lebensjahr des Kindes das Immunsystem trainiert werden muss. Die GSF-Untersuchung ergab nämlich auch, dass wer zwischen dem ersten und dem zweiten Geburtstag in die Krippe gekommen war, bereits ein doppelt so hohes Allergie-Risiko trug. Wer erst mit zwei Jahren oder später zur Tagesstätte kam, hatte bereits ein drei Mal so hohes Risiko.
Bei Kindern mit Geschwistern stellten die Forscher keinen derartigen Zusammenhang fest. Das heißt andersrum: Was die Krippe kann, schafft auch die Großfamilie. Es ist übrigens nichts dagegen einzuwenden, dass der beste Freund zum Spielen kommt, wenn er Schnupfen hat. „Gewöhnliche Erkältungen schaden nicht, sie stärken viel mehr die Abwehr“, betont Professor Wichmann, Leiter der GSF-Untersuchung.
Mit Dreck impfen lassen?
Ärzte am General Hospital im englischen Southampton haben es getan: Sie verabreichten ihren Patienten eine Bakterie, die Faulschlamm frisst. Sie steckt in ganz gewöhnlichem Dreck. Die asthmageplagten Patienten sollen daraufhin wesentlich besser Luft bekommen haben. Impfung mit Dreck wird trotzdem mit Sicherheit auch künftig nicht auf dem deutschen Impfplan für Kinder stehen.
„Die Routineimpfungen gegen Kinderkrankheiten stimulieren ebenfalls das Immunsystem und geben darüber hinaus einen wichtigen Schutz gegen gefährliche Erkrankungen wie Diphtherie, Wundstarrkrampf, Hirnhautentzündung, Kinderlähmung und Keuchhusten“, sagt Professor Zimmermann. „Es gibt außerdem Hinweise, dass Kinder nach einer Tuberkulose-Schutzimpfung weniger zu Allergien neigen.“
Also: Impfen ja, aber nicht mit Dreck. Stattdessen unser Tipp für den nächsten Familienausflug: Buddeln Sie mit Ihren Kindern im Sand, laufen Sie nach dem Regen gemeinsam barfuß durch den Matsch oder machen Sie mal eine richtige Schlammschlacht.
|

13.12.2006, 13:07
 |
Teammitglied - Entscheidungsträger
|
|
Registriert seit: 01.08.2005
|
|
Sauber ja – aber bitte nicht steril
Weißer als weiß, reiner als rein sollen in deutschen Haushalten Wäsche und Böden sein. So zumindest propagiert es die Werbung. Epidemiologen jedoch warnen vor übertriebener Hygiene.
„Kinderzimmer müssen weder desinfiziert noch mit antibakteriellen Reinigungsmitteln behandelt werden“, rät Professor Theodor Zimmermann. „Wäsche, auch für Babys, muss nicht gekocht werden. Höchstens dann, wenn vorher ein krankes Kind gepflegt wurde.“
Desinfektionsmittel können sogar gefährlich werden. Denn sie bringen oft nur harmlose, nützliche Keime zur Strecke. Den wirklich gefährlichen können sie dagegen nur wenig anhaben. Sind die guten Bakterien aber tot, haben die Superbazillen keine Konkurrenz mehr zu befürchten und schlagen nun mit geballter Macht auf das wenig trainierte Immunsystem ein. Deshalb: Wischen mit seifenartigen Materialien reicht meist völlig aus.
Waschlappen contra Dusche
Freitags wird gebadet. Das kenne ich noch von meiner Oma. Bevor sie damals ihre sieben Enkel in der Wanne schrubben konnte, musste sie erst den großen Ofen im Bad anheizen, um genügend warmes Wasser zum Waschen zu haben. Das war viel Arbeit. Wohl deshalb war der Freitag für uns Kinder immer wie ein kleiner Festtag. Heute verschwinden die Kleinen fast täglich im Badeschaum. Egal ob sie schmutzig sind oder nicht. Mit viel Wasser wird dabei nicht nur der Schutzmantel der Haut aufgeweicht, sondern mit wohlriechenden und schäumenden Zusätzen auch zerstört. Oft ist Neurodermitis die Folge. „Wir waschen unsere Kinder krank“, warnen Hautärzte. Ein Mal in der Woche zu baden genügt völlig.
Ansonsten sollte der gute alte Waschlappen regieren. Sinnvoll sind zwei Lappen: einer „für oben“ und einer „für unten“. Wichtig ist, sich nach der Toilettenbenutzung die Hände zu waschen. Das machen selbst unter den Erwachsenen die wenigsten. Stichproben von Biologen ergaben, dass nur jeder dritte Mann und jede zweite Frau nach dem stillen Örtchen zur Seife greifen.
|

13.12.2006, 13:10
 |
Teammitglied - Entscheidungsträger
|
|
Registriert seit: 01.08.2005
|
|
Sauber ja – aber bitte nicht steril
Weißer als weiß, reiner als rein sollen in deutschen Haushalten Wäsche und Böden sein. So zumindest propagiert es die Werbung. Epidemiologen jedoch warnen vor übertriebener Hygiene.
„Kinderzimmer müssen weder desinfiziert noch mit antibakteriellen Reinigungsmitteln behandelt werden“, rät Professor Theodor Zimmermann. „Wäsche, auch für Babys, muss nicht gekocht werden. Höchstens dann, wenn vorher ein krankes Kind gepflegt wurde.“
Desinfektionsmittel können sogar gefährlich werden. Denn sie bringen oft nur harmlose, nützliche Keime zur Strecke. Den wirklich gefährlichen können sie dagegen nur wenig anhaben. Sind die guten Bakterien aber tot, haben die Superbazillen keine Konkurrenz mehr zu befürchten und schlagen nun mit geballter Macht auf das wenig trainierte Immunsystem ein. Deshalb: Wischen mit seifenartigen Materialien reicht meist völlig aus.
Waschlappen contra Dusche
Freitags wird gebadet. Das kenne ich noch von meiner Oma. Bevor sie damals ihre sieben Enkel in der Wanne schrubben konnte, musste sie erst den großen Ofen im Bad anheizen, um genügend warmes Wasser zum Waschen zu haben. Das war viel Arbeit. Wohl deshalb war der Freitag für uns Kinder immer wie ein kleiner Festtag. Heute verschwinden die Kleinen fast täglich im Badeschaum. Egal ob sie schmutzig sind oder nicht. Mit viel Wasser wird dabei nicht nur der Schutzmantel der Haut aufgeweicht, sondern mit wohlriechenden und schäumenden Zusätzen auch zerstört. Oft ist Neurodermitis die Folge. „Wir waschen unsere Kinder krank“, warnen Hautärzte. Ein Mal in der Woche zu baden genügt völlig.
Ansonsten sollte der gute alte Waschlappen regieren. Sinnvoll sind zwei Lappen: einer „für oben“ und einer „für unten“. Wichtig ist, sich nach der Toilettenbenutzung die Hände zu waschen. Das machen selbst unter den Erwachsenen die wenigsten. Stichproben von Biologen ergaben, dass nur jeder dritte Mann und jede zweite Frau nach dem stillen Örtchen zur Seife greifen.
|

13.12.2006, 13:12
 |
Teammitglied - Entscheidungsträger
|
|
Registriert seit: 01.08.2005
|
|
Was ist das Immunsystem?
Was ist das Immunsystem?
Ununterbrochen versuchen Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten in unseren Körper einzudringen. Manche davon können lebensgefährliche Infektionen hervorrufen. Um solche Infekte zu verhindern, besitzt der Körper eine Immunabwehr. Sie besteht aus einem System von ineinander greifenden Mechanismen, das sich aus Abwehrzellen der weißen Blutkörperchen, den Leukozyten, aus löslichen Proteinen und aus Organen zusammensetzt.
Antigene sind dabei jene Substanzen, die eine Bildung von Antikörpern hervorrufen.
Antikörper sind Eiweißstoffe, die vom Immunsystem gebildet werden. Wird ein Antigen als fremd erkannt, produzieren die Immunzellen Antikörper, die genau zu diesem Antigen passen.
|

13.12.2006, 13:23
|
|
Zitat:
|
Sandkasten oder Ostseestrand?
|
Ostseestrand bitte
---
Aber vielen Dank für diese wichtigen ausführlichen Informationen.
LG
Nancy
|

13.12.2006, 13:37
 |
Teammitglied - Entscheidungsträger
|
|
Registriert seit: 01.08.2005
|
|
das waren halt themen liebe nancy die hier unbedingt rein mußten um alle bereiche nach und nach abzudecken.
ostseestrand würde ich auch immer vorziehen
|

13.12.2006, 13:41
|
|
Ich finde diese medizinischen und praktischen Artikel immer sehr professionell. So ist wirklich alles abgedeckt und es klingt nicht nur einseitige, eigene Erfahrung heraus.
LG
Nancy
|
| Themen-Optionen |
Thema durchsuchen |
|
|
|
| Ansicht |
Linear-Darstellung
|
Forumregeln
|
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.
HTML-Code ist Aus.
|
|
|
Powered by vBulletin Version 3.5.4 (Deutsch) Copyright ©2000 - 2012, Jelsoft Enterprises Ltd. Content Relevant URLs by vBSEO 2.4.0
Copyright 2005 - 2011 Netzwerk behindertes Kind.de
*****
Sämtliche Inhalte dieses Forums erheben keinen journalistisch-redaktionellen Anspruch.
|