Ich gebe euch jetzt mal ein paar Gedanken aus unserem Team (Heilpädagogischer Kiga) wieder, die vielleicht ein paar neue Blickwinkel eröffnen:
1. Am Anfang bekommt man lauter Kinder (oder Betreute), die man noch nicht wirklich kennt. Im Laufe der Zeit kann es dann sein dass man feststellt: die 'Zusammenstellung' der Betreuten ist doch unglücklich. Manchmal beeinflussen sie sich gegenseitig nicht so positiv und es geht einzelnen nicht gut mit anderen... Dann entscheiden wir uns manchmal für einen Wechsel 'zum Wohle' jedes Betreuten...
2. Ob wir es nun wollen oder nicht und so sehr wir uns auch bemühen:
Nicht jeder Mitarbeiter kommt mit jedem Betreuten (oder auch mit jedem Behinderungsbild) gleich gut klar. Manche Mitarbeiter haben mehr Erfahrungen in bestimmten Bereichen oder haben sich spezialisiert. Es gehört auch zur Professionalität, seine eigenen Grenzen zu kennen! Auch in solchen Fällen kann es sein, dass ein Wechsel für alle Beteiligten ehrlicher und letztendlich auch besser ist...
3. In diesem Beruf ist der Krankenstand (verständlicherweise!?) recht hoch. Außerdem ist es durch Tarifvereinbarungen und die Gesetzgebung nicht immer leicht, einen Festvertrag zu bekommen. Die hohe Rate (junger) Frauen bringt es mit sich, dass manche durch Familienplanung ausfallen. Alle diese Punkte führen zwangsläufig zu mehr Wechsel, als es den 'verbleibenden' Mitarbeitern lieb ist... (Wenn in meiner Gruppe ein Mitarbeiter krank ist find ich es auch nicht so toll, wenn ich jeden Tag eine andere Vertretung bekomme...

)
4. Aus Erfahrung kann ich sagen:
Zur Förderung eines Betreuten kann ein Wechsel nach spätestens 2 Jahren oft von Vorteil sein. Trotz aller Bemühungen kann es passieren, dass sich in der Beziehung von Betreuten und Mitarbeitern immer mal wieder 'Verhaltensmuster' und festgefahrene Strukturen und Sichtweisen (und 'Rituale') einschleichen, die eine Förderung zum Stillstand bringen können. Es gehört Mut und Erfahrung dazu, sowas zu erkennen und ggf. durch einen Wechsel dagegen zu steuern. Oft habe ich nach einem Wechsel schon neue Entwicklungsschritte beobachtet...
Natürlich habt ihr auch Recht
und nicht jeder Wechsel ist von Vorteil!
Aber ich würde mich freuen, wenn ihr die hier aufgeführten Punkte mit berücksichtigt...
Ansonsten kann ich nur raten:
Wenn ihr merkt, dass zuviel Wechsel stattfindet, der euren Kindern nicht gut tut,
dann wehrt euch dagegen.
Eure Kinder und ihr seid die "Kunden", also die "Könige"
In den meisten Einrichtungen sollte es ein Konzept und "Qualitätsmanagement" geben.
Schaut euch das Konzept an!
Achtet auf das "Menschenbild" (sollte in jedem Konzept formuliert sein!)
Manchmal kann man das der Leitung unter die Nase halten, wenn es drauf ankommt