Hallo,
dazu möchte ich mich selbst auch gerne zu Wort melden.
Unsere Tochter ist schwerbehindert. Wäre sie es nicht, würde ich vermutlich Vollzeit arbeiten. Ich hätte mir auch keine Babypause (Erziehungsurlaub) gegönnt ...
Meine Planung - sehr naiv, wie ich heute weiß -:
Mutterschutz hätte am 15. Januar 2000 begonnen
Prima: am 15. Jan war Erscheinungstermin einer Zeitung, für die ich zuständig war (1/4-jährlich) ... wir hatten einen kleinen Verlag zu der Zeit ...
Ich würde also die Ausgabe herausbringen können (ich hatte alles gemacht ... also Redaktion, Layout, Druckaufträge, Versand ... alles ...) und dann mal 6 Wochen schwanger sein ... in dieser Zeit mal eben diese Kurse besuchen ... (man muss sich ja vorbereiten, gell?) ...
Die nächste Ausgabe wäre am 15. April fällig ... aber: das ist doch kein Problem ... mal so 2 Wochen zum "einspielen" zu Hause ... und dann Ärmel hochgekrempelt und die Zeitung fertig machen (Säuglinge schlafen ja meist ...)
... und so weiter ...
Unsere Tochter zwang mich also dazu, Mutter zu sein, Mutter zu leben ... eine Chance, die ich ohne ihre Erkrankung / Behinderung nie gehabt hätte (ich selbst kenne das nicht, das die Mutter zu Hause ist aus meiner Kindheit. Mütter arbeiten und das sehr viel - Kinderbetreuung wird "übertragen" ... oder wie es heute heißt "outgesourct")
Es ist nicht so, dass ich mich über die Behinderung freue - aber ich habe mich versöhnen können mit dieser Tatsache und auch begriffen, dass es für mich und meine Tochter auch eine Chance bedeutet ...
Just gestern hörte ich übrigens eine Radiosendung - auch dort ging es um eine andere Betrachtungsweise von Krankheit.
Vielleicht hilft es dem Einen oder Anderen zu sich selbst zu finden, zu reflektieren:
(Quelle:
WDR)
LG
Mary