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  #1  
Alt 28.06.2006, 14:36
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard Muttersprache beeinflußt das Rechnen

Washington (ddp). Beim Lösen einer Rechenaufgabe werden die Zahlen je nach Muttersprache in verschiedenen Gehirnregionen verarbeitet. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam aus den USA und China nach einer Studie an 24 Probanden mit Chinesisch oder Englisch als Muttersprache. Während bei den englisch sprechenden Probanden beim Lösen der mathematischen Probleme eine für die Sprachverarbeitung zuständige Hirnregion aktiv war, benützten die chinesisch sprechenden Versuchspersonen einen Gehirnteil, in dem visuelle Informationen verarbeitet werden. Diese Beobachtung sei unter anderem auf die visuelle Erfahrung beim Lesen zurückzuführen, schreiben Yiyuan Tang von der University of Technology in Dalian und seine Kollegen in der Fachzeitschrift «PNAS» (Online-Vorabveröffentlichung, doi:10.1073/pnas.0604416103). Beinahe überall auf der Welt werden in der Mathematik arabische Zahlen benutzt. Ob sie jedoch in verschiedenen Kulturen auch gleich verarbeitet werden, war bisher nicht klar. Yiyuan Tang und sein Team haben nun mithilfe der so genannten funktionellen Magnetresonanztomographie untersucht, welche Hirnstrukturen aktiv sind, wenn englisch und chinesisch sprechende Personen mathematische Aufgaben lösen. Die Wissenschaftler stellten den Probanden dazu einfache Additions- oder Zahlenvergleichs-Aufgaben. Bei letzteren mussten die Testpersonen beispielsweise entscheiden, ob die letzte von drei in einer Reihe stehenden Ziffern die größte war. Das Ergebnis war eindeutig: Je nach Muttersprache waren beim Lösen der Aufgaben andere Hirnregionen aktiv. So wurde beim Lösen der Additions-Aufgabe bei den englisch sprechenden Probanden eine Hirnregion beansprucht, die normalerweise für die Sprachverarbeitung zuständig ist. Bei den chinesischen Versuchspersonen hingegen war eine Hirnregion aktiv, in der visuelle Informationen verarbeitet werden. Die Wissenschafter folgern aus ihrer Studie, dass arithmetische Berechnungen wie Additionen stärker von der Muttersprache abhängen als Zahlenvergleiche - und die Muttersprache bestimme denn auch, wie das Gehirn diese verschiedenen mathematischen Aufgaben verarbeite. Tang und seine Kollegen vermuten, die Unterschiede in der Verarbeitung von Zahlen könnten durch die visuelle Erfahrung beim Lesen während des Erlernens der Muttersprache zustande gekommen sein. So hat eine frühere Studie gezeigt, dass die Fähigkeit, chinesische Zeichen zu lesen, von der Schreibübung während des Erlernens der Muttersprache abhängt. Doch auch andere kulturelle Faktoren, die nicht von der Sprache abhängen - wie etwa unterschiedliche Lernstrategien in der Mathematik oder verschiedene Erziehungssysteme - könnten für die ungleiche Verarbeitung von Ziffern entscheidend sein, schreiben die Wissenschafter.


Quelle: Net Doctor
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  #2  
Alt 28.06.2006, 20:41
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 01.08.2005
Ort: ostsee
Beiträge: 24.215
Standard

vieleicht finden sie ja auch noch lösungen menschen die es nicht können durch forschung aufzuzeichen welche art von schrift sie lesen und schreiben könnten
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  #3  
Alt 28.06.2006, 21:18
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.995
Standard

... na, dadurch wird praktisch auch schon erklärt, warum die UK (Unterstützte Kommunikation) funktioniert. Wenn die Verarbeitung von Sprache schwer fällt, nutzt man durch die Bilder den Hirnteil für bildliche Verarbeitung ...

... somit könnte es für diese Betroffenen u. U. leichter sein, chinesische Schriftzeichen zu erlernen / zu unterscheiden, als Buchstaben richtig aneinanderzureihen ... oder habe ich jetzt einen Denkfehler?
__________________
... schön Dich zu lesen ...


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  #4  
Alt 28.06.2006, 21:20
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard

Zitat:
Zitat von Mary
... na, dadurch wird praktisch auch schon erklärt, warum die UK (Unterstützte Kommunikation) funktioniert. Wenn die Verarbeitung von Sprache schwer fällt, nutzt man durch die Bilder den Hirnteil für bildliche Verarbeitung ...

... somit könnte es für diese Betroffenen u. U. leichter sein, chinesische Schriftzeichen zu erlernen / zu unterscheiden, als Buchstaben richtig aneinanderzureihen ... oder habe ich jetzt einen Denkfehler?

Ne, das wäre eine schlußfolgernde Erklärung..gute Idee, wäre ich nicht drauf gekommen!

LG
Nancy
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  #5  
Alt 28.06.2006, 21:30
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.995
Standard

Mir ist noch etwas dazu eingefallen:

Muttersprache beeinflußt auch die Sprachbegabung also solche - also wie schwer oder wie leicht es ist, eine fremde Sprache zu erlernen.

Das hängt dann mit der Melodik der Muttersprache (= Sprache, die das Ungeborene von seiner Mutter hört) zusammen:

Englisch z. B. hat nur ein sehr kleines Spektrum der Möglichkeiten abgedeckt und daher ist es schwer, andere Sprachen zu erlernen.

Slavische Sprachen haben z. B. ein sehr breites Spektrum - die Kinder erlernen leichter fremde Sprachen.

Das nur mal so am Rande ...

LG

Mary
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  #6  
Alt 28.06.2006, 21:37
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard

Slavische Sprachen haben z. B. ein sehr breites Spektrum - die Kinder erlernen leichter fremde Sprachen.



--------

Wenn ich richtig überlege, lernen auch Erwachsene aus osteuropäischen Ländern schneller und besser andere Sprachen.

LG
Nancy
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  #7  
Alt 28.06.2006, 21:43
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.995
Standard

Zitat:
Zitat von Nancy
Slavische Sprachen haben z. B. ein sehr breites Spektrum - die Kinder erlernen leichter fremde Sprachen.



--------

Wenn ich richtig überlege, lernen auch Erwachsene aus osteuropäischen Ländern schneller und besser andere Sprachen.

LG
Nancy

Liebe Nancy,

das war jetzt mit "Kinder" von mir schlecht ausgedrückt. Du hast Recht: es ist nicht auf die Kindheit beschränkt.

Sollte heißen: die Kinder von Müttern, die slavische Sprachen sprechen (während der Schwangerschaft), haben es leichter, neue Sprachen zu erlernen.

Das liegt wie gesagt daran, dass die Melodik der slavischen Sprachen besonders breit ist.

LG

Mary
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  #8  
Alt 28.06.2006, 21:47
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard

Zitat:
Zitat von Mary
Liebe Nancy,

das war jetzt mit "Kinder" von mir schlecht ausgedrückt. Du hast Recht: es ist nicht auf die Kindheit beschränkt.

Sollte heißen: die Kinder von Müttern, die slavische Sprachen sprechen (während der Schwangerschaft), haben es leichter, neue Sprachen zu erlernen.

Das liegt wie gesagt daran, dass die Melodik der slavischen Sprachen besonders breit ist.

LG

Mary


..wieder was gelernt....nun weiß ich warum die Menschen aus den verschiedenen Ländern besser oder schlechter unsere Sprache lernen/sprechen.

LG
Nancy
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