25.06.2006
Kassel/Marburg (kobinet) Dieser Grundsatz ist nicht für alle selbstverständlich, denn gerade bei Menschen mit Lernschwierigkeiten schwingt bei Freizeitangeboten oft das Schwert der Pädagogik mit. Die AG Freizeit in Marburg geht da einen anderen Weg.
Dies machte Inge Hoffmann, Geschäftsführerin der AG Freizeit für Behinderte und Nichtbehinderte in Marburg bei ihrem Vortrag über Möglichkeiten der Freizeitgestaltung für Menschen mit Lernschwierigkeiten am Donnerstagabend beim Kasseler Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab) deutlich. Der Verein hatte die Vertreterin aus Marburg eingeladen, um Ideen für die Konzipierung eigener Freizeitaktivitäten für behinderte Menschen zu sammeln.
"Freizeit muss Spaß machen", machte Inge Hoffmann bereits zu Beginn ihres Vortrages deutlich. "Wir wollen die Menschen, die bei uns ihre Freizeit verbringen nicht pädagogisieren, sondern für sie interessante Angebote machen. Dass diese dabei oft viel lernen, wie alle anderen Menschen in ihrer Freizeit meist auch, steht auf einem anderen Blatt", so Inge Hoffmann. Denn gerade für Menschen mit Lernschwierigkeiten würden oft überpädagogisierte Freizeitangebote konzipiert, um an Gelder zu kommen. Es müsse jedoch eine klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit geben, so wie dies Nichtbehinderte für sich auch selbstverständlich in Anspruch nehmen.
Die AG Freizeit macht seit über 25 Jahren in Marburg umfassende Angebote im Freizeitbereich für behinderte und nichtbehinderte Menschen. "Dabei ist uns wichtig, dass jede/r zu uns kommen kann und sich bei uns aufgehoben fühlen soll. Wir setzen zwar klare Regeln, doch diese haben sich bewährt", so Inge Hoffmann. Die Angebote reichen vom Nachmittagskaffee mit vielfältigen Angeboten, über Reisen, Theaterangebote und Ausflüge und werden rege angenommen.
Quelle: Rehacare