Ungetrübte Badefreuden: Trotz Hitze gute Wasserqualität
Berlin (ddp). Trotz der wochenlangen Hitze bleiben die Badefreuden in Deutschland ungetrübt. An fast allen als öffentliche Badestellen ausgewiesenen Seen hat die Wasserqualität unter den anhaltend heißen Temperaturen kaum gelitten. Es seien keine Verunreinigungen festgestellt worden, die die zulässigen Grenzwerte überschritten. Mitarbeiter der Gesundheitsämter kontrollieren regelmäßig die Gewässer und entnehmen Wasserproben, um insbesondere die bakterielle Belastung zu ermitteln. Die Temperaturen der Seen liegen zum Teil bereits über 25 Grad Celsius. Nur in vielen Binnengewässern im östlichen Schleswig-Holstein trüben Saugwurmlarven derzeit den Badespaß. Diese Larven, so genannte Zerkarien, könnten in die Haut der Badenden eindringen und juckende, aber prinzipiell ungefährliche Pusteln auslösen, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Kiel. Betroffen seien vor allem flache Uferzonen. Zur Vorsicht beim Baden mahnen die Behörden auch bei einigen Flüssen, beispielsweise in Bayern. Die Wasserqualität sei dort sehr schwankend, da durch Regen Krankheitserreger von landwirtschaftlichen Flächen am Ufer und aus Kläranlagen eingeschwemmt werden könnten. Das hochsommerliche Wetter beschert Wasserratten in den 14 Hamburger Badegewässern einen ungetrübten Spaß im kühlen Nass. Dieses Jahr habe es noch keine Grenzwertüberschreitungen gegeben, sagte Hydrobiologe Robert Dannenberg vom Institut für Hygiene und Umwelt. Bei einem hohen Andrang von Badenden am Wochenende könne sich der Zustand allerdings verschlechtern, wenn Sedimente in starkem Maße aufgewirbelt würden. Auch in den über 300 kontrollierten Seen in Niedersachsen und Bremen gebe es keine Verunreinigungen, die die Grenzwerte überschritten, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Auch an der Nordseeküste und in den Flüssen könne ohne Bedenken gebadet werden. In Bremen werden sogar wöchentlich Proben in den zehn Seen und in der Weser genommen. Geprüft werde insbesondere auf fäkale Verunreinigungen und Blaualgen. In Bayern hat nur eines der 228 offiziellen EU-Badegewässer im Freistaat bei der jüngsten Routinekontrolle die Grenzwerte für Krankheitserreger überschritten - der Thyrnausee nahe Passau. Das Wasser sei deshalb Ende Juni zur Reinigung abgelassen worden, erklärte das Gesundheitsamt des Landkreises Passau. Die Wasserqualität der rheinland-pfälzischen Badeseen litt ebenfalls kaum unter der Sommerhitze. Von den 73 Badeseen im Land sei derzeit nur einer für Badegäste geschlossen, sagte ein Sprecher im Umweltministerium in Mainz. Das Badeverbot für den südwestpfälzischen Badesee Seehof in Erlenbach gelte seit Donnerstag vergangener Woche. Die Qualität der nordrhein-westfälischen Badegewässer ist nach Angaben des Landesumweltministeriums stetig besser geworden. In der aktuellen Badegewässerkarte werden 69 von 88 Badestellen an 72 Seen und Talsperren als «sehr gut» geeignet zum Baden eingestuft, wie eine Sprecherin sagte. In der Saison würden alle Gewässer in einem zweiwöchigen Rhythmus von den Gesundheitsämtern überprüft. Deshalb wurde in der vergangenen Woche in zwei Krefelder Badeseen ein verstärkter Befall von Würmer-Larven festgestellt. Auch in den über 230 Badegewässern in Brandenburg kann bedenkenlos Abkühlung gesucht werden. Die Wasserqualität bereite derzeit «überhaupt kein Problem», sagte eine Mitarbeiterin des Umweltministeriums. Die Badegewässer hätten in den meisten Fällen eine gute bis sehr gute Wasserqualität. Allerdings rechnet das Ministerium damit, dass Algen bei längerer Hitze vor allem in den nährstoffhaltigen Gewässern massenhaft auftreten. Sorgen bei der insgesamt guten Wasserqualität in Sachsen-Anhalt bereit den Behörden der Arendsee im Norden des Landes, der von Blaualgen geplagt werde. Es bestehe jedoch kein Badeverbot, sagte Christiane Ansorge vom Landesamt für Verbraucherschutz. Kleine Kinder und Allergiker sollten jedoch auf jeden Fall das Wasser meiden.
Quelle: Netdoktor
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