Gefährlicher Sport: Vor allem junge Männer verletzten sich
Heidelberg (ddp). Hauptsächlich jüngere, sportlich aktive Männer ziehen sich Verletzungen beim Sport zu. Frauen und Seniorensportler sind dagegen kaum betroffen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Studie des Universitätsklinikums Heidelberg. Ein Forscherteam hatte dazu nach eigenen Angaben Daten des Nationalen Gesundheits-Survey des Robert-Koch-Instituts in Berlin ausgewertet, an dem rund 7100 Männer und Frauen im Alter von 18 bis 79 Jahren teilgenommen haben. Die Untersuchung kommt zu dem Fazit, dass vorbeugende Maßnahmen gegen Verletzungen sich auf die besonders gefährdete Gruppe der jungen Sportler konzentrieren sollten. «Junge Männer betreiben vor allem aggressive Ball- oder Kampfsportarten, in denen man sich im Zweikampf besonders leicht verletzt. Jeder sechste jüngere Sportler zieht sich einmal im Jahr eine Sportverletzung zu, dagegen sind es nur fünf Prozent bei den über Fünfzigjährigen», sagt Sven Schneider, Medizinsoziologe an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. Frauen aller Altersgruppen hätten im Vergleich dazu ein um 75 Prozent geringeres Risiko. Zudem räumt die Studie mit einem Vorurteil auf, dass Menschen, die nur gelegentlich Sport treiben oder damit neu beginnen, ein besonders hohes Verletzungsrisiko haben. «Je mehr Sport getrieben wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, sich eine Verletzung zuzuziehen», betont Schneider. «Die Angst, dass man sich als Untrainierter eher verletzen kann, ist nach den Erkenntnissen unserer Studie nicht begründet. Es spricht also nichts gegen einen Einstieg im höheren Alter.» Die Wissenschaftler stellten außerdem fest, dass Sportverletzungen zwar häufig sind, aber im Vergleich zu Unfällen bei der Arbeit und im Straßenverkehr weniger gravierende Folgen haben. Etwa 62 Prozent aller behandlungsbedürftigen Sportverletzungen führen zur Arbeitsunfähigkeit - allerdings würde diese nur in zwei von zehn Fällen länger als zwei Wochen andauern, heißt es weiter. Bei 60 Prozent der Sportverletzungen handele es sich um Verstauchungen, Auskugeln der Gelenke oder Bänderrisse, die in der Regel gut zu behandeln seien und schnell abheilen würden, sagt Holger Schmitt, Leiter der Sportorthopädischen Ambulanz an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. Die zweithäufigste Verletzungsart durch Sport seien mit 18 Prozent Knochenbrüche.
Quelle: Netdoctor
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