Keine Lobby: Mütter werden in Deutschland diskriminiert
Hannover (ddp). Mütter und Kinder haben nach Expertenansicht in Deutschland keine Lobby. Dies habe eine Analyse des Forschungsverbundes Prävention und Rehabilitation für Mütter und Kinder der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ergeben, teilte ein Sprecher am Mittwoch mit. Dabei habe sich gezeigt, dass Mütter- sowie Mutter-Kind-Maßnahmen der Vorsorge und Rehabilitation zwar sehr effektiv seien, die Krankenkassen im vergangenen Jahr aber jeden zweiten Antrag abgelehnt hätten, obwohl medizinische und psychosoziale Indikationen vorlagen. «Das ist charakteristisch für die Diskriminierung mütterlicher Familienarbeit und die Verkennung der spezifischen Behandlungsbedürftigkeit von Müttern und ihren Familien», sagte der Wissenschaftliche Leiter des Forschungsverbundes, Jürgen Collatz. In der Sonderveröffentlichung «Effektivität familienmedizinischer Rehabilitation» wird das Dilemma den Angaben zufolge beleuchtet. Während Mütter immer höheren Belastungen und größerer Unsicherheit ausgesetzt seien, würden Erschöpfungssituationen - etwa bei Frauen mit chronisch kranken Kindern - kaum als Zustände angesehen, bei denen Rehabilitationen hilfreich seien. Der Forschungsverbund Prävention und Rehabilitation für Mütter und Kinder besteht seit mehr zehn Jahren als Zusammenschluss von Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen für Mütter und ihre Kinder und einem interdisziplinären wissenschaftlichen Team. Der Forschungsverbund ist im Arbeitsbereich Medizinische Soziologie der MHH angesiedelt. Er verfolgt das Ziel, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen für Mütter und ihre Kinder in der Entwicklung von Qualitätsstandards und Qualitätssicherung vorausschauend zu beraten und in der gesundheitspolitischen Diskussion den Stellenwert der Mütter- und Kindergesundheit zu stärken. Internet: forschungsverbund-mhh.de
Quelle: Netdoctor
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