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Alt 04.09.2006, 10:03
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evma evma ist offline
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Registriert seit: 01.08.2005
Ort: ostsee
Beiträge: 24.215
Standard Haarzyklus - Wachsen, ruhen, ausfallen

Kleine Hornfabrik

Der Motor für das Wachstum der Haare liegt in der Haarzwiebel. Der Kern der Zwiebel ist die Haarpapille - eine regelrechte "Hornfabrik". Kleinste Blutgefäße versorgen sie mit Nährstoffen, welche die Haare sprießen lassen. Haare wachsen nicht kontinuierlich, sondern in jedem Follikel wechseln sich Phasen von Wachstum, Ruhe und Rückbildung ab. Diesen Haarzyklus steuern unter anderem Hormone, Wachstumsfaktoren und Gene.

Jeder Follikel folgt einem ganz eigenen Haarzyklus, der gegenüber jenen der benachbarten Follikel zeitlich versetzt abläuft. Das eine Haar wächst, das andere ruht, während das nächste sich auf den Ausfall vorbereitet. Dieses asynchrone Wachstum sorgt dafür, dass ein Mensch immer genug Haare auf dem Kopf hat - es sei denn, er ist von Haarausfall betroffen.


Zyklische Haaruhr

Der Haarzyklus verläuft in drei Phasen, die sich ständig wiederholen:

Wachstum (Anagenphase): Die Haarwurzel ernährt die Haare und sie wachsen. Die Zellen teilen sich extrem schnell, etwa fünfmal so schnell wie normale Hautzellen. Der Zellnachschub ist wichtig, damit die Haarsubstanz (Keratin) ständig neu gebildet wird.

Rund 85 bis 90 Prozent der Haare befinden sich in diesem aktiven Zustand, der etwa drei bis sieben Jahre dauert. Wieviele Jahre ein Haar wächst, ist erblich festgelegt. Für Augenbrauen gilt beispielsweise nur ein Zeitraum von vier Monaten.

Wie produktiv die Zellen tatsächlich sind, zeigt folgende Rechnung: Bei 0,4 Millimeter Wachstum pro Tag und durchschnittlich 100.000 Kopfhaaren liegt die Produktionsleistung bei etwa 40 Meter Haar täglich. Im Monat wären das rund 1200 Meter neues Haar.

Haare können trotzdem niemals endlos lang werden, wie folgendes Rechenbeispiel zeigt: Bei einem Zentimeter Wachstum pro Tag und einer (erblich festgelegten) Wachstumsdauer zwischen drei und sieben Jahren würde ein Haar zwischen 36 und 84 Zentimetern lang werden. Natürlich kann es auch länger werden, aber nicht endlos...

Übergang (Katagenphase): In der Haarwurzel finden Umbauvorgänge statt und die Haare werden nicht mehr mit Nährstoffen versorgt. Etwa ein bis drei Prozent der Haare stecken in diesem Stadium, das drei bis vier Wochen andauert. Die Haarwurzel verhornt nach und nach.

Ruhe und Abstoßung (Telogenphase): Die Verankerung des Haares wird immer lockerer. Schon leichte mechanische Beanspruchung wie Kämmen, Bürsten, Haarwäsche oder der Schub des nachwachsenden Haares reichen, um das Haar ausfallen zu lassen. Die Phase dauert zwei bis vier Monate, dann ist das Haar von der Wurzel getrennt. In dieser Abstoßungsphase befinden sich 12 bis 15 Prozent der Haare. An der Struktur der Haarwurzel lässt sich also erkennen, in welcher Phase des Haarzyklus sich das betreffende Haar gerade befindet.

So lässt sich ein Haarzyklus, der mit normaler Geschwindigkeit abläuft, von einem krankhaft beschleunigten unterscheiden. Beim Haarausfall spielt das beispielsweise eine Rolle.
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