Dicke Kinder: Sozialer Status beeinflusst Essverhalten
Berlin (ddp). Kinder aus sozial benachteiligten Schichten leiden häufiger an Übergewicht und Fettleibigkeit als ihre Altersgefährten aus sozial besser gestellten Familien. Das geht aus der bundesweiten Kinder- und Jugendgesundheitsstudie (KiGGS) des Robert Koch Instituts (RKI) hervor, deren erste Ergebnisse am Montag in Berlin vorgestellt wurden. Daran nahmen rund 18 000 Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 17 Jahren teil. Insgesamt seien 15 Prozent der Befragten übergewichtig. Rund sechs Prozent litten unter Fettleibigkeit, sagte Studienleiterin Bärbel-Maria Kurth. Der Anteil von Jugendlichen mit Essstörungen aus Familien mit einem niedrigen sozialen Status sei mit 27,6 Prozent fast doppelt so hoch wie bei Heranwachsenden aus oberen sozialen Schichten (15,5 Prozent). Insgesamt 21,9 Prozent aller 11- bis 17-Jährigen wiesen Auffälligkeiten beim Essverhalten auf. Die bisher vorliegenden Daten der europaweit einmaligen Studie seien nur die «Spitze des Eisberges», sagte Kurth. Sie seien als Frühwarnsystem zu werten. Die noch laufende Datenauswertung solle wichtige Erkenntnisse für gesundheitspolitisches Handeln geben. Bei der repräsentativen Studie wurden auch Daten zu allergischen Erkrankungen sowie Sport und Beweglichkeit ermittelt. So leiden 16,7 Prozent aller Kids im Alter bis zu 17 Jahren unter Allergien. Bei einer Rumpfbeuge erreichten 43 Prozent aller 4- bis 17-Jährigen nicht das Fußsohlenniveau. Die Kosten der von den Ministerien für Gesundheit und für Bildung in Auftrag gegebenen Untersuchung beliefen sich auf rund 13 Millionen Euro. (kiggs.de)
Quelle: Netdoctor
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