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  #1  
Alt 04.10.2006, 19:29
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard BSE-Erreger: Verlauf der Rinderkrankheit entschlüsselt

Riems (ddp). Die zum so genannten Rinderwahnsinn führenden BSE-Erreger gelangen nach neuen Erkenntnissen vom Darm direkt über die Nervenbahnen in das Gehirn der Tiere. Bei einem vor drei Jahren gestarteten Test an infizierten Tieren im Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems seien keine veränderten Eiweiße im Blut oder in der Milch nachgewiesen worden, berichtet die Ostseezeitung (Mittwochausgabe). Nur in ganz kleinen Mengen seien die so genannten Prionen in der Nähe eines Nervenstranges im Muskelgewebe gefunden worden, sagte der Leiter des Instituts für neuartige Tierseuchenerreger, Martin Groschup. Für den Verbraucher bedeute dies, dass er nicht auf den Verzehr von Rinderfleisch verzichten müsse. Nur die bekannten Risikomaterialien wie Nerven- und Darmgewebe könnten Gefahren bergen. Auszuschließen sei auch, dass die Krankheit von der Kuh auf das Kalb übertragen werde. Die Riemser Forscher hatten vor drei Jahren 56 Rinder mit jeweils 100 Gramm infiziertem Rinderhirn aus Großbritannien gefüttert und anschließend in einem Hochsicherheitstrakt den Krankheitsverlauf in der Herde untersucht. Dabei wurden alle vier Monate jeweils vier Tiere getötet, seziert und deren Gewebe wurde genau untersucht. Vergleichbare Langzeitversuche gibt es nur noch in Großbritannien und Japan. Derzeit leben noch zwölf Testtiere. Der erste BSE-Nachweis war nach zwei Jahren im Hirn eines äußerlich gesunden Rindes entdeckt worden. Erste Auffälligkeiten im Verhalten hätten sich nach 32 Monaten gezeigt, sagte Groschup. Die Tiere seien schreckhafter und ängstlicher geworden und durch einen wackligen Gang aufgefallen. In einem Fall habe sich der Zustand eines Tieres so plötzlich verschlechtert, dass es innerhalb weniger Stunden nicht mehr aufstehen konnte und eingeschläfert werden musste. Insgesamt seien elf Rinder infiziert worden. Sieben von ihnen seien richtig erkrankt. Der Versuch soll 2007 abgeschlossen werden.

Quelle: Netdoctor
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  #2  
Alt 04.10.2006, 19:30
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard Glücksrausch Essen: Die dickmachende Droge

Washington (ddp). Essen ist für Übergewichtige das Gleiche wie das Einnehmen einer Droge für Süchtige: In beiden Fällen werden die Teile des Belohnungszentrums im Gehirn aktiviert, die das Verlangen steuern und die Erinnerungen an positive Erfahrungen verwalten. Das haben amerikanische Forscher in einer Studie mit sieben übergewichtigen Freiwilligen gezeigt, bei denen sie mithilfe elektrischer Impulse das Gefühl eines vollen Magens simulierten. Je stärker dabei die Aktivierung des Belohnungszentrums war, desto mehr nahm auch das Verlangen der Probanden ab, sich mit Essen zu trösten oder zu beruhigen. Diese Ergebnisse bestätigen die bereits früher vermutete Ähnlichkeit zwischen unkontrolliertem Essen und Drogenkonsum, schreiben Gene-Jack Wang vom Brookhaven National Laboratory in Upton und seine Kollegen in der Fachzeitschrift «PNAS» (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0601977103). Schon ein bis zwei Jahre vor Beginn der Studie war den stark übergewichtigen Probanden ein so genannter Magenschrittmacher eingesetzt worden. Dieses Gerät wird an der Magenwand im oberen Teil des Magens befestigt und bringt diese durch schwache elektrische Impulse dazu, sich auszudehnen - genauso, wie sie es nach einer ausgiebigen Mahlzeit tun würde. Durch diesen mechanischen Druck wird der so genannte Vagusnerv stimuliert, der viele der inneren Organe mit dem Gehirn verbindet. Die künstlichen Vagus-Signale gelangen dann ins Gehirn und tragen dort dazu bei, dass ein Sättigungsgefühl ausgelöst wird. Obwohl sich diese Strategie bereits in mehreren Studien zur Reduzierung von Übergewicht bewährt hat, ist immer noch nicht genau geklärt, was die künstliche Magendehnung im Gehirn bewirkt. Aus diesem Grund verglichen Wang und seine Kollegen, welche Regionen in den Gehirnen ihrer Probanden aktiv waren, wenn die Schrittmacher längere Zeit ständig an- oder ausgeschaltet waren. Das Ergebnis: Bei eingeschaltetem Magenschrittmacher war die Aktivität im rechten Hippocampus, dem rechten orbitofrontalen Cortex und dem rechten Striatum deutlich höher als bei ausgeschaltetem Gerät. Diese Hirnregionen verwalten unter anderem die Erinnerungen an mit dem Essen verbundene emotionale Erfahrungen und bewerten, wie appetitlich einzelne Nahrungsmittel sind. Die gleichen Hirnareale wurden bereits in früheren Studien mit Drogenkonsum in Verbindung gebracht, schreiben die Forscher. Diese Ähnlichkeit erkläre auch, warum es einige Medikamente gibt, die sowohl bei Drogenabhängigen als auch bei Übergewichtigen anschlagen. Die Wissenschaftler vermuten daher, dass die Stimulation des Vagusnervs nicht nur das Verlangen nach Essen dämpfen kann, sondern auch das nach Drogen.

Quelle: Netdoctor
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