Essstörung bei Kindern: Ursachen nachgehen
Hamburg (ddp). Nicht immer will der Nachwuchs alles genüsslich verspeisen, was die Eltern auftischen. Häufig sind Trotzreaktionen die Gründe dafür, dass die Kleinen das Essen verschmähen. «Manchmal können aber auch Krankheiten hinter der Reaktion stecken. Besonders wenn das Kind schlecht aussieht oder inaktiv ist, sollten Eltern der Ursache nachgehen», sagt Kinder- und Jugendärztin Hannelore Heuchert aus Hamburg. So können beispielsweise Allergien gegen bestimmte Nahrungsmittel Durchfall auslösen und so zur Essensverweigerung führen. Aber auch Karies oder Zahnwachstum wirken manchmal als Appetitkiller. «Meist kann die Ursache vom Arzt eingegrenzt werden, wenn die Eltern über die genauen Essgewohnheiten des Kindes Tagebuch führen», erläutert Heuchert. Unverträglichkeiten gegen bestimmte Inhaltsstoffe lassen sich durch einen Bluttest herausfinden. Sind keine organischen Gründe für die Essstörung auszumachen, können bei Kleinkindern typische Machtspiele der Auslöser sein. Die Jüngsten wollen damit Druck auf die Eltern ausüben, um beispielsweise den Wunsch nach ihrer Lieblingsspeise erfüllt zu bekommen. «Wenn die Kinder dauernd nach etwas Neuem verlangen und damit die liebevoll kochende Mutter tyrannisieren, sollte man Grenzen setzen und den Tisch abräumen», rät Heuchert. Meist würden die Kinder dann zur Einsicht kommen. Allerdings müssten die Elter konsequent sein, und dem Nachwuchs nicht gleich wieder Süßigkeiten oder einen Pudding als Ersatz fürs Mittagessen anbieten. Mit Beginn der Kindergartenzeit würden diese Trotzreaktionen meist verschwinden.
Quelle: Netdoctor
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