Behindert und selbstbewusst in Ägypten
Cuxhaven / Kairo (kobinet) Geplant hatte Claudia Ehlers lediglich, Urlaub in Ägypten zu machen und die Pyramiden zu besuchen. Daraus geworden ist soziales Engagement für Menschen mit Behinderungen in dem nordafrikanischen Land.
Ihre Urlaubserlebnisse schildert die in Cuxhaven lebende Rollstuhlfahrerin auf
ihrer Homepage. Doch beim Urlaub allein ist es nicht geblieben.
Während mehrerer Aufenthalte in Ägypten hat sie sich etliche Behinderteneinrichtungen angesehen. Ehlers: "Da ich selbst schwer behindert und E-Rollstuhlfahrerin bin, ist es mein Ziel, auch in Ägypten den Betroffenen selbst, ihren Familien und der Gesellschaft zu vermitteln, dass Menschen mit Behinderungen Experten in eigener Sache sind. Mein Ziel ist es, innerhalb eines Projektes Familienarbeit zu leisten. Denn in Ägypten prägen viele Tabus den Umgang und die Akzeptanz behinderter Menschen. Um diese Tabus aufzubrechen, ist es notwendig, aufzuklären und zu sensibilisieren. Gerade innerhalb von Familien mit behinderten Angehörigen".
Und hier will Claudia Ehlers ansetzen, denn die Familien würden ihre behinderten Angehörigen entweder in eine Einrichtung abschieben oder sie verstecken. "Als gleichwertige Menschen werden sie nahezu nie angesehen. Dies will ich ändern. Sowohl in direkter Kontaktaufnahme zu Menschen mit Behinderungen, um Eigeninitiative und Selbstwertgefühl zu fördern und zu stärken, als auch zu Familienangehörigen und Öffentlichkeit, um das Bewusstsein zu sensibilisieren".
Während einem ihrer Aufenthalte hat den Leiter des SETI Centres (Caritas Egypt), Franciss, kennen gelernt. Außerdem traf sie sich mit einem Zusammenschluss von hauptsächlich Rechtsanwälten, die sich um Behindertenrechte kümmern. "Angesehen habe ich mir auch eine Schule für behinderte Kinder. Der Initiator dieser Schule ist Prof. Elsarnagawy. Gemeinsam, auch mit einem ägyptischen Reiseunternehmen, das sich auf behinderte Reisende spezialisiert hat, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir in intensiver Zusammenarbeit 4-5 Events veranstalten. Dort möchten wir den Betroffenen mit ihren Familienangehörigen und allen sonstigen Interessierten, vermitteln, dass auch Menschen mit Behinderung etwas schaffen können, wenn sie ein wenig (und auch mehr) Rückhalt und Unterstützung bekommen".
Wie sie sich ihre Unterstützung vorstellt, hat Ehlers, die sich derzeit wieder in Ägypten aufhält in einem
Konzept festgehalten. "Wer weiß, vielleicht gelingt es mir ja, auch andere zu motivieren, dass sie sich für die Verbesserung der Lebenssituation behinderter Menschen in Ägypten einsetzen", hofft Ehlers. elba
siehe auch Egypt for all