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Alt 25.07.2007, 12:07
Nancy
 
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Standard Blinde Frau kämpft in Bayern um Referendariat

Blinde Frau kämpft in Bayern um Referendariat



München (kobinet) Dass die Diskriminierung behinderter Menschen in Deutschland noch längst nicht Geschichte ist, sondern die Gegenwart dominiert, erlebt derzeit eine blinde Frau, die in München dafür streitet, ihr Referendariat als Lehrerin an einem Gymnasium absolvieren zu dürfen. Dies wird ihr vom Freistaat Bayern verwehrt.

Wie der Münchner Merkur in seiner gestrigen Online-Ausgabe berichtet, verwehrt der Freistaat Bayern einer jungen Frau den Vorbereitungsdienst an Gymnasien. Der Grund sei: "Blinde könnten diesen Beruf nicht meistern." Die 31 Jahre alte blinde Münchnerin Bettina Koletnig klagt dem Bericht zufolge vor dem Verwaltungsgericht darum, als Lehramtsreferendarin an Gymnasien zugelassen zu werden. Bis jetzt habe die junge Frau ihr Studium erfolgreich absolviert. Doch um es abschließen zu können, brauche sie den Vorbereitungsdienst.

Der Auffassung des Freistaats, dass eine Blinde mit diesem Beruf überfordert sei, trat das Gericht gestern entgegen und kündigte an, die Münchnerin zum Referendariat zuzulassen. Immerhin könne man nicht ausschließen, dass sie dieses mit Erfolg bestehe. Der Freistaat wird wohl in Berufung gehen und den Fall in der nächsten Instanz noch einmal prüfen lassen, schreibt der Münchner Merkur.

Vonseiten des Netzwerk Artikel 3 hagelte es angesichts des Verhaltens des Freistaates Bayern heftige Kritik. "Es darf doch nicht wahr sein, dass wir wieder ins Mittelalter der Behindertenpolitik zurückfallen", erklärte Ottmar Miles-Paul vom Netzwerk Artikel 3. "Der Freistaat Bayern verhält sich hier so als gäbe es kein Gleichstellungsgesetz oder ein Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz. Das ist schlichtweg eine Schande, geschweige denn die Signalwirkung, die das Land damit ausstrahlt. Blinde Menschen könnten sehr wohl ein Lehramt ausüben und die Zeit, dass dies lediglich aufgrund einer Blindheit ständig nachgewiesen werden muss, ist vorbei", so Ottmar Miles-Paul.
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