Papst in Wien: Kritik an Abtreibung und Sterbehilfe
Papst in Wien: Kritik an Abtreibung und Sterbehilfe
Wien (ddp). Papst Benedikt XVI. hat die europäischen Länder eindringlich zum Einsatz gegen Abtreibung und aktive Sterbehilfe aufgerufen. «Das grundlegende Menschenrecht, die Voraussetzung für alle anderen Rechte, ist das Recht auf das Leben selbst. Das gilt für das Leben von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende», sagte der Papst am Freitagabend in der Hofburg. Zugleich mahnte er eine Rückbesinnung Europas auf seine christlichen Wurzeln an. Benedikt XVI. war offenbar gesundheitlich leicht angeschlagen, er sprach mit heiserer Stimme. Wegen strömenden Regens wurde er auf den Wiener Straßen von deutlich weniger Menschen begrüßt als erwartet. Der Papst betonte, Abtreibung könne kein Menschenrecht sein, sondern sei «das Gegenteil davon». Er appellierte an die politisch Verantwortlichen, nicht zuzulassen, «dass die in Ihrer Rechtsordnung festgelegte Qualifizierung der Abtreibung als ein Unrecht faktisch aufgehoben wird». Zugleich müsse alles für eine kinderfreundlichere Gesellschaft getan werden. «Große Sorge» äußerte der Papst auch über die Debatte über eine aktive Sterbehilfe. «Es ist zu befürchten, dass eines Tages ein unterschwelliger oder auch erklärter Druck auf schwerkranke und alte Menschen ausgeübt werden könnte, um den Tod zu bitten oder ihn sich selbst zu geben», warnte das Kirchenoberhaupt. Europa könne und dürfe seine christlichen Wurzeln nicht verleugnen. «Sie sind ein Ferment unserer Zivilisation auf dem Weg in das dritte Jahrtausend», sagte Benedikt XVI. Er rief die Europäische Union auf, eine Führungsrolle bei der Bekämpfung der Armut in der Welt und im Einsatz für den Frieden zu übernehmen. Anlass der siebten Auslandsreise des Papstes ist die 850-Jahr-Feier des steirischen Wallfahrtsorts Mariazell, in den er am Samstag pilgern will. Die Zufahrtsstraßen dorthin waren am Freitag nach Angaben des Bundespressedienstes Österreich zum Teil wegen Überschwemmungen gesperrt.
Quelle: Netdoktor
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