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  #1  
Alt 06.02.2007, 11:21
vienetta vienetta ist offline
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Registriert seit: 04.08.2006
Beiträge: 3.585
Standard Snoezelen

Eine Einführung in das Konzept

Das aus den Niederlanden stammende Konzept des Snoezelen wurde Ende der 70er Jahre entwickelt, um Menschen mit sensorischen Störungen und schwersten Behinderungen adäquate Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten zu bieten.

Das Kunstwort Snoezelen setzt sich aus den beiden niederländischen Verben „snuffelen“ und „doezelen“ zusammen. „Snuffelen“ steht für das Prinzip der freien Entscheidung und „doezelen“ für Zuwendung und Geborgenheit (vgl. Brehmer 1994).



Das ursprünglich für schwerstbehinderte Menschen entstandene Konzept wurde in den letzten Jahren auf andere Adressatenkreise ausgedehnt.

Immer mehr soziale Einrichtungen verfügen heute über Snoezelen-Möglichkeiten und verbinden mit dem Einsatz sehr unterschiedliche Ziele:

Snoezelen wird als Freizeitangebot, multisensorische Reizeinwirkung, Anregung der Sinne, gezielte Förderung, strukturierte Therapie, pädagogische Intervention oder als Milieu für verschiedene Methoden der Physio- bzw. Psychotherapie genutzt.

Snoezelen ist heute auf dem Weg, ein fester Bestandteil pädagogischer und therapeutischer Einflussnahme für Menschen mit den verschiedensten Auffälligkeiten und Störungen zu werden.

Die vielfältigen, positiven Wirkungsweisen des Snoezelens werden immer wieder durch Beobachtungen, Erfahrungsberichte und einige Untersuchungen bestäigt

Arbeitsdefinition der Deutschen Snoezelen-Stiftung

Snoezelen ist eine ausgewogen gestaltete Räumlichkeit, in der durch harmonisch aufeinander abgestimmte multisensorische Reize Wohlbefinden und Selbstregulationsprozesse bei den Anwesenden ausgelöst werden.



Durch die speziell auf die Nutzer hin orientierte Raumgestaltung werden sowohl therapeutische und pädagogische Interventionen als auch die Beziehung zwischen Anleiter und Nutzer gefördert.

Snoezelen kann im Kranken-, Behinderten- und Nichtbehindertenbereich wirksam angewendet werden.“
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  #2  
Alt 06.02.2007, 11:22
vienetta vienetta ist offline
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Registriert seit: 04.08.2006
Beiträge: 3.585
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Einsatzgebiete des Snoezelen in Deutschland

Einrichtungen:
  • Kindergärten und Schulen
  • Reha-Einrichtungen und Krankenhäuser
  • freien Praxen
  • Kinderheime, Altenheime und Pflegeheime
  • Wohneinrichtungen
  • Ausbildungsstätten
  • Firmen
  • Freizeiteinrichtungen
  • Psychiatrieeinrichtungen
  • Hospize
  • Werkstätten für Behinderte

Milieu für Konzepte:
  • Physiotherapie und Ergotherapie
  • Psychotherapie, Musiktherapie und Gestalttherapie
  • Basale Stimulation
  • Sensorische Integration
  • Entspannungstechniken
  • Krisenintervention
  • Teambesprechungen
  • Supervision
  • Psychomotorik

Ausbildungsbereiche:
  • Erzieher/- innen
  • Altenpfleger/-innen
  • Heilerziehungspfleger/-innen
  • Heilerziehungspflegehelfer/-innen
  • Heilpädagogen/-innen
  • Motopäden/-innen
  • Geronto-psychiatrische Pflegekraft
  • SNOEZELEN-Pädagogen/-innen SNP® (DSLA)
  • SNOEZELEN-Therapeuth/-innen SNT® (DSLA)
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  #3  
Alt 06.02.2007, 11:23
vienetta vienetta ist offline
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Registriert seit: 04.08.2006
Beiträge: 3.585
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Risiken und Grenzbereiche

Snoezelen soll durch eine gestaltete Umgebung subjektives Wohlbefinden auslösen. Beobachtungen, Erfahrungsberichte und einige Untersuchungen bestätigen die positiven Einwirkungen immer wieder.

Da das Snoezelen so universell angewendet werden kann und aus fast jedem Therapie- oder Förderbereich positive Rückmeldungen kommen, liegt die Versuchung nahe, überall zu snoezelen.

Wird Snoezelen ausschließlich als Freizeitkonzept genutzt, ist das Risiko einer falschen Anwendung gering. Sollen jedoch therapeutische oder pädagogische Interventionen mit einem bestimmten, oft abhängigen Klientel im Mittelpunkt stehen und wird Snoezelen zum Erreichen bestimmter Ziele eingesetzt, steigt das Risiko eines fehlerhaften Einsatzes. Um Snoezelen für alle zu einem positiven und nachhaltigen Erlebnis werden zu lassen, bedarf es einer professionellen theoretischen und praktischen Einweisung in das Konzept.



Freizeit vs. pädagogisch therapeutische Intervention
Das ursprünglich als Freizeitgestaltung für schwerstbehinderte Menschen entstandene Modell wurde in den letzten Jahren auf andere Adressatenkreise ausgedehnt. Einrichtungen, die über Snoezelen-Möglichkeiten verfügen, verbinden heute mit dem Einsatz sehr unterschiedliche Ziele.

Zur Zeit jedoch nur sehr wenige wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse zum Snoezelen vor, so dass die positiven Wirkungen zwar erspürt oder vermutet, jedoch selten bewiesen werden können.

Wird Snoezelen als Freizeitkonzept genutzt, ist das Risiko einer falschen Anwendung gering. Stehen jedoch therapeutische oder pädagogische Interventionen im Mittelpunkt und wird Snoezelen zum Erreichen bestimmter Ziele eingesetzt, steigt das Risiko eines fehlerhaften Einsatzes.



Fundament
Trotz der inzwischen umfangreichen Praxis- und Anwendungsfelder stehen immer noch viele ungeklärte Fragen im Raum, wie z.B. spezielle Wirkweisen einzelner Materialien, besondere Effekte bei einigen Krankheitsbildern oder entstehende Tiefenwirkungen mit nachfolgenden, nur schwer zu bewertenden Verhaltensweisen.

Snoezelen scheint nicht für alle Menschen mit positiven Effekten einsetzbar. Außer wenigen Erfahrungsberichten liegen zu diesem Thema jedoch keine Ausführungen vor. Ein wissenschaftliches Fundament für das Snoezelen und eine generalisierbare Ableitbarkeit der Wirkungen ist bisher nur an wenigen Stellen gegeben.

Schon aus diesem Grund ist es für Snoezelen-Anwender unerlässlich, das eigene Vorgehen und entstehende Wirkungen möglichst genau zu beobachten und zu dokumentieren.



Verwässerung des Konzeptes
Die Ausbreitung des Snoezelens trägt einerseits zur beabsichtigten und notwendigen Weiterentwicklung bei, kann jedoch auch zu einer „Verwässerung" des Konzeptes führen. Solange keine „Standards" bestehen, wird es nur schwer möglich sein, das heraus zu filtern, was das Snoezelen von anderen, z.B. die Sinne anregenden oder entspannend wirkenden Vorgehensweisen unterscheidet.

Ziel der Deutschen Snoezelen-Stiftung ist es daher, mit Blick auf die zukünftige Entwicklung des Snoezelens Standards zu schaffen, die das in sich bewegliche Konzept beschreiben und gleichzeitig von anderen Modellen abgrenzen können.
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  #4  
Alt 06.02.2007, 11:24
vienetta vienetta ist offline
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Registriert seit: 04.08.2006
Beiträge: 3.585
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Die Deutsche Snoezelen-Stiftung bietet in speziellen Seminaren und über individuelle Beratung, jeweils bezogen auf den zu betreuenden Personenkreis, technische und raumplanerische Hilfen zur Einrichtung von Snoezelen-Räumen und -Zentren an.
Auf der Basis von individuellen Raumskizzen und Angaben über die Nutzer werden Ausstattungsvorschläge erarbeitet.

Im Folgenden sollen Vorschläge zur Planung und Gestaltung eines „Weißen Raumes“ gegeben werden:

Ein Snoezelen-Raum sollte möglichst nicht von nur einer einzigen Person geplant und eingerichtet werden. Persönliche Präferenzen könnten sich hier negativ auswirken. Es plant sich besser im Team als allein. Setzen Sie sich ein gemeinsames Ziel - einen Snoezelen-Raum, der von allen Beteiligten gleichermaßen angenommen wird.

Der erste Schritt besteht in der Auswahl eines geeigneten Raumes. Sicher - es stehen nicht immer mehrere Räume für die Einrichtung zur Auswahl. In der Regel muß der Raum irgendwo „abgezwackt“ werden.

Um vernünftig snoezelen zu können gibt es jedoch einige wichtige Grundregeln:


  • der Raum muß unbedingt gut belüftet sein
  • er sollte nicht in unmittelbarer Nähe von Lärmquellen liegen
    (z.B. Werkstätten, Reinigungsräumen, in Richtung von Hauptverkehrsstraßen etc.)
  • da i.d.R. viele elektrische Geräte angeschlossen werden, muß eine ausreichende Versorgung mit Elektroanschlüssen gegeben sein
  • der Raum muß gut zugänglich sein
  • er muß den allgemeinen Sicherheitsvorschriften genügen (z.B. Brandschutzbestimmungen)
Ist ein geeigneter Raum gefunden, kann die Planung der Einrichtung beginnen. Neben den „natürlichen“ finanziellen Grenzen muß dabei grundsätzlich auf die jeweilige Bedürfnislage der zukünftigen Benutzer geachtet werden. Oft wird der Fehler gemacht, einen Snoezelen-Raum mit viel zu vielen Materialien förmlich zu überladen. Damit ist aber niemandem gedient. Es ist vielmehr sinnvoll, den Raum mit den wichtigen Basiselementen auszustatten. Weitere Materialien können, wenn der Bedarf entsteht, später hinzukommen oder als mobiles Angebot in einem Nebenraum gelagert werden.



Vor der Anschaffung von oftmals teuren Spezialgeräten sollten Sie sich grundlegend über deren Beschaffenheit und Funktion informieren. Achten Sie auch hier auf die individuellen Bedürfnisse der Menschen, die den Snoezelen-Raum nutzen. Wenn Sie sich bei der Anschaffung eines neuen Gerätes nicht ganz sicher sind, hilft Ihnen die Deutsche Snoezelen-Stiftung gern mit fachspezifischen Informationen weiter.

Wenn Ihr Raum endlich fertig eingerichtet ist, können Sie ihm Ihre individuelle „persönliche Note“ geben. Selbstgemachte Mobiles, bunte Seidentücher, natürliche Materialien der Jahreszeit entsprechend und vieles mehr geben Ihrem Raum den letzten Schliff. Die Dekoration kann immer wieder wechseln - so wird der Raum nie langweilig.



Leider kommt es immer wieder vor, dass Snoezelen-Räume nach einer Weile „verwaisen“. Dies liegt oftmals daran, dass es im Vorfeld keine Einteilung von Verantwortlichen für den Raum gegeben hat. Erstellen Sie unbedingt einen Aufgabenverteilungsplan. Wer ist für die technische Wartung zuständig? Wer übernimmt die Planung der Nutzungszeiten? Wer ist für die Reinigung zuständig? Wer führt Besuchergruppen ... usw.

Die hier aufgeführten Tipps und Anregungen resultieren aus den (oftmals bitteren) Erfahrungen vieler Anwender, die mit viel Engagement ihre Räume eingerichtet haben. Die Deutsche Snoezelen-Stiftung möchte diese Erfahrungen gern weitergeben.
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  #5  
Alt 06.02.2007, 11:25
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evma evma ist offline
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ich finde solche räume schön und man kann toll entspannen
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  #6  
Alt 06.02.2007, 11:28
vienetta vienetta ist offline
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Registriert seit: 04.08.2006
Beiträge: 3.585
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hm ich finde das auch total schön und es hilft wirklich etwas selbst bei sehr unruhigen kinder wie meinem wirbelwind er kommt dort total zur ruhe.......habe tims bett voe einiger zeit zu einem snoezele bett umgerüstet ...und wir snoezeln jeden abend ne viertel stunde zusammen ......
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  #7  
Alt 06.02.2007, 11:30
vienetta vienetta ist offline
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Snoezelen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Snoezelen (sprich snuseln) ist ein Kunstwort aus dem Niederländischen (von snuffelen (riechen, Schnüffeln) und doezelen (ruhen, dösen)) und bezeichnet eine Technik aus der Sonder- und Heilpädagogik die Mitte der 70er Jahre von Jan Hulsegge und Ad Verheul (zwei Zivildienstleistenden in einer holländischen Einrichtung für Menschen mit einer Behinderung) entwickelt wurde.
Snoezelen verbindet Entspannung mit sensorischen Reizen (Lichter, Töne, und taktile Reize), um der angenommenen Deprivation des Patienten zu begegnen. Unter Snoezelen wird eine gestaltete Umgebung verstanden, in der durch steuerbare multisensorische Reize Wohlbefinden ausgelöst werden soll (Deutsche Snoezelen-Stiftung, Königslutter).
Schwerstbehinderte sollen beim Snoezelen einzelne Sinneswahrnehmungen in einer ruhigen, ansonsten reizarmen Umgebung erleben. Abseits vom Alltag mit seinen vielfältigen, in die Breite gehenden Sinneseindrücken, wird beim Snoezelen ein einzelner Sinn (z.B. der Tastsinn) stimuliert. Die Einzelsitzungen in speziell eingerichteten Räumen dauern 30 - 60 min.
Wissenschaftliche Studien wurden an dementen Personen mit mäßigem Erfolg durchgeführt. Heute stellt Snoezelen eher eine Freizeitangebot für Behinderte als eine gesicherte Therapie dar. Zu den Zielen gehören Kommunikations- und Kontaktbereitschaft, Vertrauen, emotionale Öffnung, bessere Wahrnehmung, Abbau aggressiver Verhaltensweisen.

Verfahren und Prinzipien [Bearbeiten]

Der Snoezelraum sollte von den störenden Umwelteinflüssen abgetrennt sein, er sollte hell und freundlich und vor allem ohne Kanten eingerichtet sein. Mit Hilfe von Lichteffekten, Geräuschen und Musik, Gerüchen, fühl- und tastbaren Materialien, Farben und ähnlichen anregenden Materialien wird Menschen im Snoezle-Raum die Möglichkeit gegeben, die eigene Sinneswahrnehmung zu erleben, und zwar in einer ruhigen Atmosphäre ohne Ablenkung durch die Reizüberflutung des Alltags.

Literatur [Bearbeiten]
  • Jan Hulsegge, Ad Verheul: Snoezelen - eine andere Welt, Lebenshilfe-Verlag
  • Deutsche Snoezelen-Stiftung (Hrsg.): "SNOEZELEN in Deutschland" ISBN 3-980-4474-6-4
  • Dittmar, Sonja: "Mit allen Sinnen - SNOEZELEN für Menschen mit Demenz" ISBN 3-980-8694-1-5
  • Mertens, Krista: "Snoezelen - Eine Einführung in die Praxis", verlag modernes lernen, Dortmund ISBN 3-8080-0562-9
  • Mertens, Krista (unter Mitarbeit von Ad Verheul, Sandra Köstler, Ulrich Merz): "Snoezelen - Anwendungsfelder in der Praxis", verlag modernes lernen, Dortmund ISBN 3-8080-0577-7
  • Günther, Sybille: "Snoezelen - Traumstunden für Kinder", Ökotopia-Verlag ISBN 3-931902-94-3
  • Dalferth, Matthias: "Snoezelen - Mehr Lebensqualität im Altenpflegeheim", BRK Regensburg ISBN 3000117113
  • Schwanecke, Friedrich: "Snoezelen - Möglichkeiten und Grenzen in verschiedenen Anwendungsbereichen", Lebenshilfe-Verlag, ISBN 3-88617-310-0
  • Reuschenbach, Bernd & Mallau, A. (2005). "Snoezelen bei Demenz. Disco im Altenheim oder sinnvolles therapeutisches Angebot". Pflegezeitschrift, 58, 304-307.

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  #8  
Alt 06.02.2007, 11:35
vienetta vienetta ist offline
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Du machst es dir bequem. Du fühlst deinen Körper ganz bewusst. Du bist jetzt ganz ruhig. Deine Hände und Arme sind ganz schwer. Dein Nacken und deine Schultern sind ganz schwer. Deine Füße und Beine sind ganz schwer. Dein ganzer Körper ist angenehm warm. Deine Atmung ist ruhig und gleichmäßig. Dein Gesicht ist ganz entspannt und gelöst. Dein Kopf ist frei und leicht. Du lässt los. Du gibst alle Spannungen ab. Du bist ganz ruhig und entspannt.
Stell dir vor, du gehst einen langen, weichen Strand entlang. Du spürst jedes einzelnes Sandkorn an deinen Füßen. Du spürst die warmen Sonnenstrahlen an deinen Körper. Du siehst das weite, blaue Meer. Das Meer rauscht. Wellen kommen vorsichtig und sanft auf dich zu. In der Ferne siehst du zwei kleine Delfine schwimmen. Die Delfine schwimmen direkt auf dich zu. Sie wollen dich auf eine Reise über das Meer einladen. Du nimmst diese Einladung an. Du gehst langsam zu den Delfinen hin. Du spürst das warme Wasser an deinen Füßen. Du gehst direkt auf die Delfine zu und hältst dich an ihren Flossen fest. Die Delfine schwimmen mit dir auf das Meer hinaus. Du spürst das angenehm warme Wasser um dich herum. In der Ferne beobachtest du Vögel, wie diese sanft am Himmel gleiten. Du schaust ihnen eine Weile zu. Dann fällt dein Blick auf lustige, kleine Fische. In Schwärmen schwimmen die bunten Fische an dir vorbei. Du schaust ihnen noch so lange nach, bis du andere Delfine im Meer entdeckst. Die Delfine werden von dir gestreichelt. Du genießt die Zeit mit den Delfinen. Langsam wird es Zeit zurückzukehren. Die Delfine bringen dich wieder an das Land zurück. Auf dem Weg zum Strand begegnen dir Wasserschildkröten. Die Schildkröten begleiten dich ein Stück. Dann müssen sie sich von dir verabschieden. Du schwimmst alleine mit den Delfinen weiter. Am Strand angekommen, lösen sich deine Hände von den Flossen. Du verabschiedest dich von den Delfinen. Du siehst noch eine Weile auf das weite, blaue Meer hinaus und träumst vor dich hin.
Du atmest nun tief durch. Du reckst die Arme. Du streckst und räkelst dich wie eine Katze. Du öffnest langsam die Augen. Du gewöhnst dich an das helle Licht und findest dich wieder im Raum zurecht.
geschrieben von Lena Hogrefe

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  #9  
Alt 06.02.2007, 11:36
vienetta vienetta ist offline
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Auszug aus dem Buch "Snoezelen - Traumstunden für Kinder" mit freundlicher Genehmigung des Ökotopia-Verlages.
Praxishandbuch zur Entspannung und Entfaltung der Sinne
Die Atmosphäre des weißen Raumes, seine bequeme Liegelandschaft, die Lichtpunkte der Spiegelkugel, die sternengleich den Raum erhellen, die bunten Luftbläschen der Blubbersäulen und leise Entspannungsmusik laden Besucher von Snoezelenräumen ein, die Seele baumeln zu lassen und mit den Sinnen spazieren zu gehen. Snoezelen, als Freizeitaktivität für Menschen mit geistiger Behinderung in Holland entwickelt, gewinnt wegen seiner entspannenden Wirkung zunehmend an Bedeutung in der Pädagogik. Kein Wunder, denn nicht nur Menschen mit Behinderungen leiden unter Reizüberflutung. Schon Kinder reagieren mit Nervosität und Konzentrationsschwäche auf eine Welt, die so wenig Zeit für Mußestunden hat. Das Buch vermittelt erstmalig umfassend Kompetenz zum Snoezelen: Wissenswertes über Raumgestaltung, Zielsetzung und Methodik, Grundlagen zur Entspannung und Wahrnehmung, Informationen über die Wirkung von Farben, Düften und Musik, fantasievolle Entspannungsgeschichten und neue Spiele und Materialen für alle Sinne. Snoezelen ist ein Begriff, der im therapeutischen Bereich längst ein Synonym für entspannte Sinneswahrnehmung in entspannter Atmosphäre ist. Snoezelen ist eine Wortspielerei, ein Kunstwort. Snoezelen – gesprochen Snuselen – ist eine Kombination der holländischen Wörter „doezelen“ (dösen) und „snuffelen“ (schnuppern oder schnüffeln). Unter dem Begriff „doezelen“ ist Entspannung zu verstehen, mit dem Begriff „snuffelen“ ist nicht nur schnuppern, sondern sind alle Wahrnehmungsbereiche wie Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten gemeint.
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  #10  
Alt 06.02.2007, 11:37
vienetta vienetta ist offline
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Es handelt sich hier um eine Igelball-Massage. Der Ball verkörpert einen Igel, der an einem schönen Tag einen Ausflug machen will.
Zu Beginn liegt der Igelball ruhig auf der Fußsohle des auf dem Bauch liegenden Kindes. Dies ist das Zuhause des Igels. Der Igel schläft noch tief und fest in seiner Behausung. Ganz wohlig warm ist es in seinem kuscheligen Bett.
Plötzlich kitzelt es in seiner Nase und es wird hell und warm in seinem Gesicht. Ein morgendlicher Sonnenstrahl ist durchs Fenster hereingekommen und hat ihn sanft aus seinen Träumen geweckt. Der Igel reibt sich die Augen und räkelt und streckt sich bis er richtig wach ist (den Ball auf der mittleren Fußsohle mit etwas Druck hin- und herbewegen).
Er steht auf und schaut aus dem Fenster (den Ball bis au1 die Ferse hoch rollen). Heute ist wirklich ein wunderschöner Tag. So beschließt der Igel, einen Ausflug auf den Hügel zu machen.
Vor freudiger Aufregung vergisst er sogar zu Frühstücken. Aber vielleicht gibt es ja unterwegs etwas. Er läuft langsam los, erst einen kleinen Hügel hinauf (die Wade), dann über den Bach (Kniekehle). Er überlegt, ob er heute hinüberspringen oder hindurchwaten möchte. (je nach Empfindlichkeit kann der Igel den Bach überspringen oder mit den Pfoten hindurchwaten: vorher ausprobieren). Jetzt geht es langsam bergan (den Oberschenkel hoch bis zum Gesäß) bis zur ersten Bergkuppe. Von hier oben hat man wirklich einen herrlichen Ausblick. Und so schaut der Igel einmal rechts vom Hügel hinunter – und einmal links hinunter (Ball auf dem Gesäß hin- und herrollen).
Noch ist der Igel nicht am Ziel angekommen. Er muss noch diesen steilen Berg hinauf, den er am besten in Zick-Zack-Kurven bewältigt (in engen Zick-Zack-Linien den Rücken hinauf rollen). Der Igel genießt die zauberhafte Stimmung auf diesem grünen Wiesenhang. Vögel zwitschern und bunte Schmetterlinge begleiten seinen Weg. Der Igel kommt ganz fröhlich und vergnügt oben auf dem Hügel an (zwischen den Schulterblättern). Er freut sich so sehr über diesen herrlichen Tag, dass er erst einmal ein kleines Tänzchen mit den Schmetterlingen macht rechts herum - und links herum – und noch mal rechts - und noch mal links (den Igelball zwischen den Schutterblättern kreisen lassen).
Vom vielen Wandern und Tanzen ist der Igel ganz hungrig geworden. So macht er sich auf die Suche nach etwas zu Fressen. Er wandert den schmalen Pfad hinunter (an einem Arm entlang bis zur Hand) und tatsächlich findet er am Ende etwas ganz Schmackhaftes zu essen. Er frisst, bis er sich satt und wohl fühlt (auf dem Handrücken oder in der Handfläche den Ball in kleinen Bewegungen hin- und herrollen). Dann macht er sich auf den Weg zurück auf den Hügel.
Durstig ist der Igel geworden. Kaltes Wasser wäre jetzt genau das Richtige. Der Igel erinnert sich an eine Quelle und einen Bach am Ende des anderen schmalen Pfades. Dort läuft er hinunter (den anderen Arm entlang rollen) und erreicht tatsächlich eine klare frische Wasserquelle. Der Igel trinkt und trinkt bis er genug hat. Zurück auf dem Hügel macht er noch ein Tänzchen - rechts herum - und links herum - bis er ganz erschöpft ist. Er hat gar nicht gemerkt, dass es schon langsam dämmrig wird und die Sonne tiefer sinkt. So macht sich der Igel auf den Heimweg - den Zick-Zack-Weg hinunter - bis auf den kleinen Hügel (Gesäß). Hier bleibt er noch einmal stehen und schaut rechts und links den Berg hinunter.
Die Landschaft erscheint nun in einem rötlich goldenen Abendlicht. Die Sonne steht wie ein roter Feuerball am Himmel und versinkt langsam am Horizont. Wie schön ist es hier, denkt der Igel. Zwei Wege liegen nun vor ihm und er überlegt, welchen er nehmen soll. Er entscheidet sich für den, den er heute morgen nicht gegangen ist (das andere Bein hinunterrollen). Denn Abwechslung tut auch Igeln gut. Am Ende angekommen, schlüpft er in seine Höhle (Fußsohle), legt sich ins Bett, räkelt und streckt sich und will gerade einschlafen, als er merkt, dass dies das Zuhause seines Freundes ist und nicht sein eigenes. Aber zu seiner Höhle ist es glücklicherweise nur ein Igelkatzensprung (mit dem Ball zur anderen Fußsohle hüpfen). Der Igel fällt müde und glücklich in sein kuscheliges weiches Bett, räkelt sich noch einmal und träumt noch ein wenig von diesem wunderschönen Tag. Dann gleitet er unmerklich in einen tiefen zufriedenen Schlaf hinüber (Ball noch einmal leicht bewegen und dann noch einen Moment auf der Fußsohle ruhen lassen).
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