Neu: Beratungsstelle zur Mediensucht
Neu: Beratungsstelle zur Mediensucht
Die erste Beratungsstelle für Mediensüchtige in Deutschland entsteht derzeit in Schwerin. Zwei Psychologen beraten dort Abhängige und Angehörige, berichtet Peter Grosch, Geschäftsführer der Evangelischen Suchtkrankenhilfe Mecklenburg-Vorpommern.
08.02.07 - Die Suchthilfe ist gemeinsam mit der Carl-Friedrich-Flemming-Klinik für Abhängigkeitserkrankungen in Schwerin Betreiber der Einrichtung, die als Modellprojekt für zwei Jahre angelegt ist.
In Deutschland gibt es Grosch zufolge schätzungsweise eine Million mediensüchtige Kinder und Erwachsene. Die Mediensucht äußere sich unter anderem in exzessivem Spielen am Computer. Auf das Problem sei man vor allem im vergangenen halben Jahr aufmerksam geworden - unter anderem durch die Erfahrung von Reha-Kliniken, in denen fettsüchtige Kinder betreut werden. Die jungen Patienten hätten ihre Laptops und Computerspiele nicht abgeben wollen. Im Elternhaus dagegen fällt exzessives Spielen am PC oft nicht auf.
Kritisch wird es aus Expertensicht, wenn der Nachwuchs täglich rund vier Stunden vor dem Bildschirm verbringt. Eine exzessive Mediennutzung habe immer mit Realitätsverlust zu tun, warnt Dr. med. Markus Stuppe vor den Folgen. Der Chefarzt der Carl-Friedrich-Flemming-Klinik verspricht sich von dem neuen Kompetenzzentrum auch gezielte Datenerhebungen, um daraus Therapien für Mediensüchtige ableiten zu können. dpa / sh
|