Die Matrix-Rhythmus-Therapie kann Lebensqualität verbessern
(
Öffentlich)
von Wilfried Wagner-Stolp
aus Lebenshilfe-Zeitung 4/2003
Körperliches Wohlbefinden für Menschen mit sehr schwerer Behinderung
Die Lebenshilfe Traunstein macht auf Erfolge der noch neuen Matrix-Rhythmus-Therapie aufmerksam. Der Mediziner Ulrich Randoll hat diese Behandlungsform an der Universität Erlangen entwickelt.
Die Erfahrungen der Tagesförderstätte in Altenmarkt (Oberbayern) zeigen: Auch bei Menschen mit sehr schwerer Behinderung kann die regelmäßige Anwendung der Matrix-Rhythmus-Therapie zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. In der Einrichtung wurde die Methode zwei Jahre lang erprobt und mit ihren positiven Auswirkungen dokumentiert.
Die Grundlage dieser Therapieform reicht tief in die Bindegewebsforschung der klassischen, aber auch der alternativen Medizin hinein. Der Stoffwechsel jeder menschlichen Körperzelle erfolgt über die Zellmatrix. Sauerstoff und Nährstoffe müssen zur Zelle hintransportiert, Stoffwechselendprodukte von der Zelle wegtransportiert werden. Wenn dieses Hin und Her gestört ist, können Probleme für das gesamte Muskel-, Knochen-, Gefäß- und Nervensystem entstehen.
Neue Forschungen zeigen, dass die gesunde Muskulatur des Skeletts auch im Ruhezustand rhythmisch schwingt. Im Falle einer körperlichen Behinderung, beispielsweise einer spastischen Lähmung, ist das Vibrationsverhalten der betroffenen Muskeln beziehungsweise des Gewebes verändert. Hier setzt die Matrix-Rhythmus-Behandlung an. Ein eigens entwickeltes elektrisches Gerät überträgt über einen rotierendem Resonanzkopf Schwingungen in fließend einstellbarem Rhythmus. Diese sprechen die Tiefensensibilität an.
Die Anwendung von Schwingungen zur medizinischen Behandlung ist bewährt und bekannt. Der Einsatz von Frequenzen, die auf die körpereigenen Schwingungsmuster eingehen, ist Neuland. Die Einschwingung ist geeignet, eine angenehme Rhythmisierung bis tief in die Grundsubstanz der Organe und Muskeln zu erreichen.
Die Erfahrungen der Lebenshilfe Traunstein geben Anlass zur Aufmerksamkeit. “Von Beginn der ersten Behandlungen bis heute konnten bei allen Betreuten Verbesserungen beobachtet werden”, so Vorsitzender Peter Bantlin. Die Fallstudien weisen auf vielfältige Fortschritte hin: Verbesserung des venösen und lymphatischen Rückflusses, Lösen von Verhärtungen und Verkürzungen im Muskel- und Sehnenbereich; anhaltender Abbau von Verspannungen und verbesserte Durchblutung.
Für Gerhard Neuhäuser, Neuro- und Sozialpädiater aus Gießen, sind die beobachteten Effekte nachvollziehbar. Er sieht die Matrix-Rhythmus-Behandlung im Kontext anderer Methoden, die auf die sensorische Integration abstellen und Körpergefühl wie -funktionen positiv beeinflussen wollen.
Peter Bantlin wünscht sich, dass viele Einrichtungen, die Menschen mit schwerer Behinderung betreuen, die Matrix-Rhythmus-Behandlung kennen lernen, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Sie kann die klassische Physiotherapie ergänzen und ist auch von nicht-therapeutischen Mitarbeitern nach entsprechender Schulung durchzuführen.
Die Lebenshilfe hat sich durch Beschluss der letzten Bundesmitgliederversammlung verpflichtet, besondere Anstrengungen dafür zu unternehmen, dass es dem Personenkreis der Menschen mit schwerer Behinderung und zusätzlichen Beeinträchtigungen in Deutschland besser geht. Kleine und große Schritte sind dazu notwendig. Die Matrix-Rhythmus-Behandlung kann ein Mosaikstein sein, weil sie zum körperlichen Wohlbefinden als einem wichtigen Merkmal für Lebensqualität im Alltag beiträgt.
Quelle:Lebenshilfe Traunstein
http://de.sitestat.com/lebenshilfe/l...catego ry=118
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