Gute Erfahrungen mit einem Therapiehund in der Psychiatrie
Mit Bonzo geht es allen besser
Ein Hund, der auf einer Krankenstation Dienst tut, ist sicher nicht alltäglich. Aber was in den USA und Australien schon länger zur Routine geworden ist, beginnt sich auch hierzulande durchzusetzen.
Der Hund - Freund und Helfer in vielen Lebenslagen. Foto: M.Meier
05.12.06 - Derzeit werden in etwa 140 deutschen Krankenhäusern unterschiedlichster Art Tiere auf Stationen gezielt therapeutisch eingesetzt. Ein Aufsatz in der Zeitschrift "Psych.Pflege Heute" berichtet über erste Erfahrungen mit dem Einsatz eines Therapiehundes auf einer psychiatrischen Akutstation im Zentrum für Psychiatrie 'Die Weissenau'.
Bonzo, der sanft-verspielte Appenzeller/Berner/Senn-Mischling, machte sich schnell beliebt. Der überwiegende Teil der Patienten empfand seine Anwesenheit als wohltuend für die allgemeine Stationsatmosphäre, das Behandlungsteam schätzte Bonzo, weil er das Therapie- und Arbeitsmilieu verbessert. Besonders Patienten, die an chronischer Schizophrenie erkrankt waren, bewirkte die unvoreingenommene Zutraulichkeit des Hundes eine zeitweilig überraschende affektive Aufhellung und Modulation des Antriebsniveaus.
Mehrfach war zu beobachten, dass der Kontakt zu dem Hund aggressive Spannungszustände und Angst abbauen kann. Auch psychische Krisen wurden schneller überwunden. Manche Patienten führten mit dem schweigsamen Hund sogar Gespräche, zum Beispiel über ihre Kindheit, und einer hat für Bonzo ein Gedicht geschrieben.
Klaus Koch, Die Weissenau, Ravensburg
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