Stiftung Pro Kind/Programm zur Rettung sozial bedrohter Kinder
Hannover (ddp). Ein bundesweit einmaliges Programm zur Rettung sozial bedrohter Kinder startet am Mittwoch in Niedersachsen. «Wir unterstützen Frauen, die mit dem ersten Kind schwanger sind und sich in einer schwierigen Lebenslage befinden», sagte der niedersächsische Kriminologe und Vorstand der Stiftung «Pro Kind», Christian Pfeiffer, der Nachrichtenagentur ddp. Zunächst starte das Pilotprojekt in den Städten Braunschweig, Celle, Göttingen, Hannover und Wolfsburg. Im Frühjahr komme Bremen dazu. Schirmherrin der Initiative ist Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU). Leiterin des Projektes ist Pfeiffers Frau, Anna Maier-Pfeiffer vom Sozialministerium. Nach dem amerikanischem Konzept «Nurse-Family-Partnership-Programmes» will «Pro Kind» bis zu 280 sozial bedrohte Mütter in den ersten Schwangerschaftsmonaten bis zum zweiten Lebensjahr des Kindes von Hebammen und Familienhelfern begleiten lassen. «Die Mütter brauchen dringend Hilfe, um sich in der Gesellschaft zurechtzufinden und Mutterliebe zu entwickeln», sagte Pfeiffer. Die Begleitpersonen sollen intensiven Kontakt zu den Müttern haben, sie zu gesunder Ernährung der Kinder und regelmäßiger medizinischer Betreuung anhalten und sie bei der Suche nach Kinderbetreuungseinrichtungen unterstützen. Daneben sollen Misshandlung und Vernachlässigung von Kindern drastisch zurückgedrängt werden. Das Projekt wird derzeit in den USA, den Niederlanden, Kanada und Australien durchgeführt. Dabei hat sich laut Pfeiffer gezeigt, dass begleitete Kinder erfolgreicher sind, eine bessere Sprach- und Persönlichkeitsentwicklung zeigen sowie bessere schulische Leistungen erbringen und sich besser sozial integrieren. Das Projekt soll inklusive der Begleitforschung in den ersten zwei Jahren rund drei Millionen Euro kosten. Es wird von Banken, Krankenversicherungen, den Kommunen, dem Land Niedersachsen und dem Bundesfamilienministerium unterstützt. (stiftung-pro-kind.de)
Quelle:Netdoctor
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