06.03.2007
Sarajevo (kobinet) Behindertenorganisationen in Bosnien Herzegowina und Montenegro wollen enger zusammenarbeiten. Dies erlebte Pandelis Chatzievgeniou, der Ende Februar als Vertreter der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) an einem Vernetzungsseminar in Sarajevo teilnahm.
"Vom 23. - 25. Februar fand von der Multilateral Academy mit Sitz in Dortmund zusammen mit Kooperationspartnern in Bosnien Herzegowina und Montenegro durchgeführt eine Tagung in Sarajevo statt, um die bisher konkurrierenden Behindertenorganisationen in diesen beiden Ländern verstärkt zu vernetzen", so Pandelis Chatzievgeniou. Der blinde Rollstuhlnutzer und Experte in Sachen persönliche Budgets von der ISL führte dabei in die Entwicklungen der europäischen Behindertenpolitik und der Grundsätze einer emanzipatorischen Behindertenbewegung ein. "Das Bestreben dieser Tagung war es behinderte Menschen in Bosnien Herzegowina und Montenegro stärker in die Mitte der Gesellschaft zu führen. Noch werden behinderte Menschen in den beiden Ländern entweder versteckt oder in Sondereinrichtungen untergebracht. Erkennbar war auf dieser Tagung das Bestreben zur Inklusion in Schule, Arbeitsleben und ein Leben in der Gemeinde", so Pandelis Chatzievgneniou im Gespräch mit den kobinet-nachrichten.
"Erfreulich war, dass an dieser Tagung nicht nur Dienstleister, sondern auch behinderte Menschen teilgenommen haben. Das gibt mir Hoffnung, dass behinderte Menschen selbst eine entscheindende Rolle bei der Weiterentwicklung der Behindertenpolitik und -arbeit spielen werden", so Pandelis Chatzievgeniou. Denn diese Tagung sei nur der Auftakt eines im Rahmen der Aktion Mensch geförderten Projektes gewesen, ein weiteres Seminar soll bald folgen. "Ich hoffe, dass es gelingt, ähnliche Fehler, wie wir sie mit der Schaffung von Aussonderungsstrukturen begangen haben, zu vermeiden", so Pandelis Chatzievgeniou.
Quelle: Rehacare