Wangen
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Kinder haben wie "Grisu" ein Ziel vor Augen[/red][/H4]
Anfang dieses Jahres hat sich im Familien- und Frauentreff eine Gruppe formiert, die sich den Namen "Grisu" gab. Derzeit sind es drei Mütter entwicklungsverzögerter und behinderter Kinder, die jeweils am letzten Samstag des Monats ab 15.30 Uhr im Familien- und Frauentreff zusammen kommen, um sich auszutauschen und den Kindern ein gemeinsames Spielen zu ermöglichen.
Von unserer Mitarbeiterin Susi Weber
Er ist eine klassische Zeichentrickfigur, der kleine Drache Grisu, der sich in den Kopf gesetzt hat, Feuerwehrmann zu werden. Auch wenn der Weg dorthin nicht gerade verläuft, rückt Grisu nie von seiner Überzeugung ab und verfolgt hartnäckig sein Ziel. "Ein Ziel vor Augen, ein unbedingtes ,Werden-Wollen" - das haben unsere Kinder auch", erzählt Waltraud Buck, deren Entbindung von Sohn Silvan (heute zwei Jahre) mit Geburtskomplikationen und Sauerstoffmangel verbunden war. Wenn auch vermutlich die entwicklungsverzögerten und behinderten Kinder der Gruppe nicht alle Ziele erreichen können, gefiel den drei Müttern der Name "Grisu" gerade deshalb für ihre im Januar gegründete Selbsthilfegruppe besonders gut.
Ambiente geschätzt
"Die Idee zur Wangener Gruppe selbst kam von Bianca Waibel", sagt Waltraud Buck. Die drei derzeit involvierten Mütter haben sich in einer Gruppe in Weingarten kennen gelernt. Sie schätzten dort zwar das angenehme Ambiente und die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und Alltagstipps zu erhalten und weiterzugeben, scheuten aber den weiten Anfahrtsweg. Im Familien- und Frauentreff fanden die Frauen aus Wangen und Umgebung schließlich eine neue und wohnortnahe Heimat.
"Im Vordergrund steht für uns, dass unsere Kinder miteinander spielen können und wir eine Möglichkeit haben, miteinander zu reden", betont Bianca Waibel. "Außerdem erfährt man hier Stärkung und sieht, dass man mit seinem Schicksal nicht alleine steht". Gesprächsthemen und gemeinsame "Alltags-Berührungspunkte" gibt es viele. "Das reicht von der Krankengymnastik bis zu den therapeutischen Möglichkeiten", erläutert Daniela Fuchs, deren Sohn Karl (heute fünf Jahre) als Frühchen mit knapp 700 Gramm zur Welt kam. Gerne würde die Gruppe laut Waltraud Buck auch weitere Eltern und Kinder integrieren: "Wir sind offen für alle, die der Meinung sind, ihre Kinder gingen in einer Spielgruppe mit ausschließlich gesunden Kindern unter". Ausdrücklich erwünscht sind auch Geschwisterkinder.
Gerade auch für Eltern mit neugeborenen Kindern, deren Befinden nicht genau definierbar ist, wollen Daniela Fuchs, Bianca Waibel und Waltraud Buck ein erstes "Auffangbecken" sein. Aus eigener Erfahrung kennen sie die lange Zeit der Ungewissheit, in der man eigentlich nur weiß, dass man nichts weiß. "Diese Zeit ist das allerschlimmste, das Abwarten ist nur schwer zu ertragen", erinnert sich Waltraud Buck. Mit dem Schicksal gehadert hat Daniela Fuchs dennoch nie: "Es ist, wie es ist. Wir machen einfach das Beste draus". Sohn Karl, der eine Sehbehinderung und motorische Schwierigkeiten hat, besucht heute einen integrativen Kindergarten. }
Zuwachs erwünscht: Waltraud Buck mit ihrem Sohn Silvan und Daniela Fuchs mit ihren Kindern Ida und Karl freuen sich, wenn Neulinge zur Selbsthilfegruppe Grisu stoßen.
Am Samstag, 28. Mai, kommt die Selbsthilfegruppe Grisu im Familien- und Frauentreff zwischen 15.30 und 18 Uhr wieder zusammen. Informationen zur Gruppe gibt es auch unter den Telefonnummern 07522/914183 oder 07564/2897.
Schwäbische Zeitung online