3,5 Millionen Leberkranke in Deutschland
Leberstiftung gegründet
Zum diesjährigen Deutschen Lebertag hat sich am Montag in Frankfurt am Main die Deutsche Leberstiftung gegründet. „Mit der Stiftung bieten wir ein Netzwerk aus Ärzten, Forschern und Patienten-Selbsthilfegruppen. Unser Ziel ist es, 100 Prozent der Erkrankungen zu erkennen, zu behandeln und auszurotten“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Leberstiftung, Prof. Michael Manns von der Medizinischen Hochschule Hannover.
20.11.06 - In Deutschland leben nach Angaben der Stiftung rund 3,5 Millionen Menschen mit einer kranken Leber. Etwa eine Million von ihnen sind chronisch mit dem Hepatitis-Virus des Typs B oder C infiziert. "Nur ein kleiner Anteil, vermutlich weniger als ein Drittel, weiß von dieser chronischen Erkrankung", sagte Manns. Unerkannt könne das Virus langfristig eine Leberzirrhose hervorrufen oder zu Leberkrebs führen. Dabei gebe es zumindest für Hepatitis B einen Impfstoff. Oft helfe, wenn die Krankheit erst spät erkannt werde, nur noch eine Transplantation.
Neben dem Voranbringen von Forschungen zu Leberkrankheiten ist es Ziel der Stiftung, die Aufmerksamkeit für Lebererkrankungen in der Öffentlichkeit zu steigern und gegen Vorurteile anzugehen. "Noch viel zu oft werden Leberkranke als Alkoholiker angesehen und eine Virushepatitis auf Drogenkonsum zurückgeführt", sagte Prof. Claus Niederau, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberhilfe mit Sitz in Köln. Dabei rührten viele Erkrankungen von einem zunehmenden Anteil an Fettlebern oder etwa von Stoffwechselkrankheiten her.
Die
Deutsche Leberhilfe ist neben dem
Universitätsklinikum Frankfurt und der
Medizinischen Hochschule Hannover eines der neun Gründungsmitglieder. Die Leberstiftung ist entstanden aus dem 2002 gegründeten bundesweiten Kompetenznetz Hepatitis (Hep-Net), das vom Bundesforschungsministerium gefördert wird. Die im Hep-Net zusammengeschlossenen Wissenschaftler, Ärzte und Institutionen führen ihre Arbeit nach Auslaufen der staatlichen Förderung in der Deutschen Leberstiftung fort. dpa